Wenn alternative Heilungswege bei schweren Krankheiten
öffentlich beschrieben werden, ist es nicht immer einfach, zwischen
Legendenbildung und Tatsächlichem zu unterscheiden.
So liest sich auch die „Entstehungsgeschichte“ eines Kräutertees mit Namen
Flor Essence® interessant und spannend, bietet natürlich Skeptikern
Ansatzpunkte für Kritik und Zweifel. Wer sich jedoch mit der Heilwirkung
von Kräutern aus der Natur befasst, für den ist es nicht erheblich, ob es
über diesen Trank, dessen Rezept aus dem Kreis der Ojibwa-Indianer stammen
soll, wissenschaftliche Studien gibt oder nicht. Dann zählt nur eines:
Dass zahllose Erfahrungsberichte besagen, wie die Kräutermischung, die
seit 1992 unter dem geschützten Namen Flor Essence® in über 50 Ländern der
Welt verkauft wird, bei schweren Krankheiten und Befindlichkeitsstörungen
ganz offenbar geholfen hat.
| Begonnen
hatte alles mit einer kanadischen Krankenschwester, René Caisse. Sie
lernte 1922 in einem Spital in Ontario eine 80jährige Frau mit einer
recht seltsam vernarbten Brust kennen. Die alte Dame erzählt der
Krankenschwester, dass sie mit 60 Jahren an Brustkrebs erkrankt sei
und von einem alten indianischen Medizinmann das Rezept eines
speziellen Kräuterelexiers erhalten habe.
Durch dessen regelmäßige Einnahme
sei sie von der schweren Krankheit geheilt worden. Aus was die
Mischung damals genau bestand ist wohl nicht mehr zu klären.
Hauptbestandteile waren die Heilkräuter Sauerampfer,
nordamerikanische Ulme, Klettenwurzel und die Rhabarberwurzel.
René Caisse und der amerikanische
Arzt Dr. Brusch ergänzten das Rezept später mit Brunnenkresse,
Kardobenediktinerkraut, Rotalgen und Rotkleeblüten. René Caisse
soll, so wird heute berichtet, in den Jahren darauf viele
Krebspatienten erfolgreich mit diesem indianischen Kräutertee
„behandelt“ haben. Ja, sogar Mediziner schickten Anfang der
dreißiger Jahre scheinbar austherapierte Patienten zu der ehemaligen
Krankenschwester (sie hatte 1932 ihren Beruf aufgegeben).
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René Caisse |
| Diese wurde immer
bekannter und auch die etablierte Ärzteschaft interessierte sich
mehr und mehr für die geheimnisvolle „Kräuterformel“. 1936, so ist
es überliefert, schrieb der Erfinder des Insulins, Fredrick Banting
an René Caisse: „Miss Caisse, ich möchte nicht sagen, Sie hätten ein
Heilmittel gegen Krebs, doch Sie haben mehr Beweise für eine
positive Wirkung auf Krebskranke, als irgend jemand sonst auf der
ganzen Welt“. |
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Fredrick Banting |
Doch mit der steigenden
Popularität, nahmen auch die Anfeindungen gegen den Indianertee zu.
So wurde ein Antrag, der es René Caisse erlauben sollte, nicht nur
Krebskranke im Endstadium zu behandeln, trotz 55 000 Unterschriften
aus der Bevölkerung von behördlicher Seite abgelehnt.
Als wichtige Wegbereiter für das
weitere Bekannt werden der Kräutermischung werden Dr. Charles Armado
Brusch, Vertrauter und Arzt von John F. Kennedy sowie die kanadische
Rundfunkjournalistin Elaine Alexander gesehen. Dr. Brusch, selbst
Heilkräuterexperte, arbeitete noch mit René Caisse bis zu deren Tod
1978 zusammen. In dieser Zeit brachte ein Pharmakonzern in ihrem
Auftrag eine Vier-Kräutermischung, Essiac genannt (Caisse rückwärts
gelesen) heraus, der auch noch heute in Kanada und USA erhältlich
ist.
Mit Elaine Alexander kam dann der
große Durchbruch: Sie – besonders interessiert an alternativen
Heilmethoden - interviewte 1984 in ihrer Radiosendung Dr. Brusch.
Millionen von Menschen erfuhren von der Wirkung des Kräutertees und
mit der Firma Flora wurde 1992 ein Hersteller gefunden, der seitdem
die Kräutermischung unter dem Namen „ Flor Essence“ herstellt und
vertreibt. |
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Lorelies
Singerhoff
Gesund mit FlorEssence
Die heilsame Kraft der acht Kräuter
Lüchow-Verlag, 2005; 120 Seiten,
ISBN 3-363-03067-3, 12.95 Euro.
Das Buch
beschreibt nicht nur die Erfolgsgeschichte des Tees, sondern erläutert
detailliert Eigenschaften und Heilwirkung der einzelnen Kräuter. Dazu
gibt es Tipps zur allgemeinen Entschlackung des Körpers und Hinweise
zur richtigen Zubereitung und Einnahme von Flor
Essence. |
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Veronica Carstens |
Natürlich
kann man den Tee trinken, auch ohne krank zu sein. Er hat auf jeden
Fall eine entgiftende und das Immunsystem stärkende Wirkung. Als
Dosierung wird in der Regel empfohlen, aus einem Portionsbeutel und 1
¼ Liter Wasser eine Essenz zuzubereiten, von der – im Kühlschrank
aufbewahrt – 2-3 mal täglich eine Portion mit heißen Wasser zubereitet
wird. Veronica Carstens, die Grande Dame der Naturheilkunde in
Deutschland empfiehlt, dass ältere und kranke Menschen den Tee anfangs
mit kleinen Löffelportionen einzunehmen. Dann
kann auf bis zu 3x täglich 6 Esslöffel (à ca. 90 ml) gesteigert
werden. Zur Vorbeugung wird
generell 2x täglich 2 Esslöffel angeraten.
Wie bei allen Heilmitteln aus der Natur empfiehlt sich zum einen das
Hinzuziehen eines heilkundigen Therapeuten. Wichtige Hinweise sind in
den Büchern über Flor Essence nachzulesen.
Die bisher vorliegenden
Erfahrungsberichten und Untersuchungsergebnissen lassen den Schluss
zu, dass es sich bei dem „heiligen Indianertee“ der Ojibwas um weit
mehr als um ein Pseudowundermittel handelt. Das aus Intuition,
Beobachtung und Erfahrungsheilkunde der Medizinmänner stammende
Kräuterelexier hat offenbar die Fähigkeit, Gifte aus dem menschlichen
Körper auszuscheiden. Entgiftung, das wissen alle Naturheilkundler,
ist die erste Voraussetzung für einen Genesungsprozess. |
| Als Vorsorgetonikum,
zur allgemeinen Stärkung und Stabilisierung des Körpers, kann dieser
„Gesundheitstee“ ebenso gute Dienste leisten, so dass der akute
Notfall gar nicht erst eintreten muss. Unser Körper befindet sich dann
– wie die Ojibwa-Indianer sagten – im Gleichgewicht mit dem „Großen
Geist“. Ein führwahr überaus wünschenswerter Zustand, nicht nur
angesichts unserer vor Zivilisationskrankheiten nur so strotzenden
Gesellschaft. |
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Literaturhinweise
Lorelies Singerhoff, Gesund mit Flor Essence, Lüchow Verlag.
G. A. Ulmer, Die Gesundheit finden mit Flor Essence, G. A.
Ulmer-Verlag.
Paula Bakhuis, Gesund durch Indianerwissen, Parole Publishing. |
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