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Olé ist spanisch
und bedeutet übersetzt „perfekt“. Und „perfekt“ soll er sein – der
Olé-Juice, der Saft mit dem Olivenblattextrakt. Diese Wortspielerei
macht sich die in Spanien ansässige Firma Olé International für ihre
so genannten „Wellness-Produkte“ zu nutzen: Hier steht „Olé“ für „olive
leaf extract“ (Olivenblattextrakt). Vertrieben, unter die Leute
gebracht wird der Saft aus dem „Gesundheitsblatt“ des Olivenbaumes
durch so genannte „Vertriebspartner“ im Network-Marketing-Verfahren.
Hinlänglich bekannt u. a. durch Aloe Vera-Produkte oder den
Noni-Saft, gewonnen aus der uralten Heilfrucht der Morinda
Citrifolia (siehe auch Grenzenlos 9/2003, 10/2003 und 1/2004).
Seit knapp einem Jahr ist Thomas
Lommel, Gründer von Olé International mit seinem Saft auf dem Markt
und wenn auch noch keine Zahlen über Umsatz und Ertrag zu erfahren
sind, so steht wohl jetzt schon fest, dass seine
Vertriebsorganisation auf dem hart umkämpften
Network-Marketing-Markt als Neuling ordentlich Fuß gefasst hat.
Wie bei vielen anderen Angeboten,
die sich aus formaljuristischen Gründen nur als Wellness-Produkte
deklarieren dürfen, ist auch hier die Grundsubstanz, das
Olivenbaumblatt, seit Jahrtausenden als Bestandteil alter
Volksmedizin bekannt und bewährt. Auch wenn in unseren Breitengraden
die Oliven und das aus ihnen gewonnene Öl wesentlich populärer sind,
wissen Naturheilkundige sehr wohl um die gesundheitsfördernde
Wirksamkeit der in den Blättern enthaltenen Wirkstoffe, die gut für
das Immunsystem und Herz sein sollen.
Vor allem werden dem Stoff
Oleuropein aber auch anderen phenolischen Verbindungen
vasodilatorische Effekte (gefäßerweiternde Wirkung) nachgesagt.
Ähnlich wie Nährstoffe im Knoblauch, soll durch regelmäßige Einnahme
der Fluss des Blutes verbessert werden. |
Der Wirkstoff
Oleuropein gilt als hervorragender Zellschutz und bietet – nach
Aussage einer Expertin vom Deutschen Institut für Ernährungsmedizin
und Diätetik – u. a. Schutz vor dem gefürchteten Herzinfarkt.
Oleuropein kommt beim Olivenbaum aber auch in der Frucht, der Wurzel
und in der Rinde des Baumes vor. So schützt er sich gegen
Insektenbefall und bakterielle Krankheiten und es erscheint
verständlich, dass Olivenbäume 1000 und mehr Jahre alt werden.
Mit dem Olé-Saft will Firmengründer
Thomas Lommel (er hat nach eigenen Angaben mit 27 Jahren seine erste
DM-Million gemacht und mit 31 bereits ein Vermögen von „mehr als 79
Millionen DM“ erzielt) „Tradition und Moderne“ miteinander
verbinden. Über die genaue Rezeptur schweigt man sich im Hause Olé
International jedoch aus. Sie sei „im Mittelmeerraum wieder
entdeckt“ worden, „wo sie gut geschützt von Generation zu Generation
weitergegeben wurde“. |

Olivenbäume
können 1000 und mehr Jahre alt werden. |
| Die Zutaten des
Saftes sind jedoch auf jeder Flasche ausgewiesen: Olivenblattextrakt
mit einem Püree aus Kiwifrüchten und Äpfeln zum besseren Geschmack,
Wasser, Apfelkonzentrat, Zitronensaft, Vitamin C, natürliche
Aromastoffe und als Konservierungsmittel Kaliumsorbat.
Die Olé Juice-Vertreiber weisen
daraufhin, dass der Wirkstoff Oleuropein im Olivenblatt „in bis zu
dreitausendfach höherer Menge enthalten ist als im Öl“. So soll der
Saft zum „Wohlbefinden“ beitragen, wobei eine Verzehrempfehlung von
„3 bis 6 Esslöffeln“ ausgeschrieben ist. Medizinische Studien über
die Wirksamkeit des Fruchtsaftes liegen zwar noch nicht vor, doch
hatte sich eine spanische Naturwissenschaftlerin – die gleichzeitig
Teilhaberin bei Olé International ist – angeboten, den Saft
„professionell zu untersuchen und dessen Bovis-Werte zu ermitteln“.
In Bovis werden im
ganzheitlich-naturheilkundlichen Bereich die Stärke einer Lebens-
oder feinstofflichen Energie gemessen. Bovis-Werte geben dabei
lediglich Tendenzen an und lassen Vergleiche zu. Die
Wissenschaftlerin gab gegenüber Olé International zu Protokoll: „Mit
dem Olé Juice führten wir bisher ca. 20 bis 30 Messungen mit dem
Biotensor durch. Die niedrigsten Werte lagen dabei bei mindestens 50
000 Bovis. Vielen gingen weit darüber hinaus. Damit lassen sich
Rückschlüsse auf Qualität und die Reinheit des Produktes ziehen. 50
000 Bovis beweisen, dass es sich bei Olé Juice um ein reines
Naturprodukt handelt, das mit viel Sorgfalt hergestellt wird. Zum
Vergleich können die Bovis-Werte von frischem Quellwasser aus den
Alpen gewählt werden. Selbst bei Quellen, die in der Sonne liegen,
übersteigt die Lichtenergie selten 30 000 Bovis“. |

Olé
International-Gründer
Thomas Lommel |
Was Kritiker des
Direktvertriebes angesichts des Preises von ca. 39.- Euro für 0.75
Liter Olé Juice als „neue Geldschneiderei“ bezeichnen, ist für die
Vertriebler und ihre vom Produkt überzeugten Kunden ein
„hochwirksames Wellness-Getränk“ aus dem „vitalisierenden Extrakt
des Olivenblattes“. Dieser Extrakt sollt gemäß einer „alten
mediterranen Tradition zur Steigerung der Lebenskräfte“ verhelfen.
Die weitere Zukunft wird zeigen, wie sich die Produkte von Olé
International – neben dem Saft gibt es Olivenöl, Naturkosmetik sowie
für Hunde ein Shampoo und ein Nahrungsergänzungsmittel – weiter auf
der oftmals recht rasanten Autobahn der Direktvertreiber bewähren. |
Nachgedacht und angemerkt
Von Roland HäkeDer Vertrieb
von Produkten, die der Gesundheit dienen sollen, über die Schiene
Network Marketing oder Multi Level Marketing (MLM) hat auch in
Deutschland Fuß gefasst. Bei aller Euphorie, mit denen sich Menschen
als Vertriebspartner gewinnen lassen, wird oft unüberlegt und
fahrlässig gehandelt.
Dabei sollten Beispiele aus den
zurückliegenden Jahren (Aloe Vera und Noni) etwas zu mehr gesunder
Skepsis anraten: Bei vielen der Networker haben diese Vertriebswege
schmerzhafte finanzielle Spuren hinterlassen. Warum ? Allzu oft
ließen sich Menschen von unhaltbaren Versprechungen der in der
Vertriebsstruktur „ganz oben“ Angesiedelten ködern.
Da wurde schnell viel Geld bei relativ wenig Arbeitseinsatz („bequem
von zu Hause“) versprochen. Bei imposanten Galas wurden die
Interessenten „motiviert“, eingestimmt, oftmals in einen Rausch
versetzt.
Nun ist ein „neuer Stern am
Network-Himmel aufgegangen“ (Olé über Olé): Die Produkte der Firma
Olé International sind – nicht nur wegen des Firmensitzes - eng mit
Spanien und dem Olivenbaum verbunden. Ein Baum, der mit seinen
Früchten und deren Inhaltsstoffen unbestritten gut für unsere
Gesundheit ist.
Es bleibt zu hoffen, dass beim
Vertrieb des mit Olivenblattextrakt angereicherten Fruchtsaftes aus
dem Süden Europas, mehr Augenmerk auf das Produkt als solches als
auf die Gewinnung neuer Vertriebspartner gelegt wird.
Sonst gerät der Saft der zum Verkauf und somit zum Verzehr ansteht
völlig in den Hintergrund. Es wäre schade, wenn es vordergründig nur
um diverse Vertriebes- und Verdienstebenen mit immer neuen
Phantasie-Bezeichnungen ginge.
Dann bliebe zu fragen, wer den
Olé-Saft denn eigentlich trinken soll, wenn jeder Vertreiber nur
darauf bedacht ist, eine neue Linie („Downline“) zu gründen, um so
an dem (zu erbringenden) Umsatz der neu geworbenen Partner Geld zu
verdienen.
Schon die alten Heilpflanzen Aloe Vera und Morinda Citrifolia („Noni“)
waren tolle Grundprodukte, deren Ruf durch überzogene
Vertriebsversprechungen leiden mußte.
Es bleibt zu hoffen, dass bei Olé
International dafür gesorgt wird, dass in erster Linie gute Produkte
verkauft werden. Schließlich bedeutet „olé“ übersetzt „perfekt“.
Dann sollen und werden sich auch - durch erwiesene Qualität,
vielleicht sogar fast ganz „von selbst“ - die so begehrten neuen
Vertriebspartner finden. |
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