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Ayurveda – Lehre vom langen Leben (Teil 3) Die große Gesundheits-Serie 2003 in Grenzenlos Mit Ayurveda den Tag genießen Tipps und Anregungen - damit der Tag ein guter Tag wird von Hartmut Föller Ayurveda, die uralte indische Gesundheitslehre, wird heute hauptsächlich mit Wellness und Ölmassagen in Verbindung gebracht. Der Ayurveda ist allerdings viel mehr. Sein eigentliches Ziel ist die Erleuchtung des Menschen. Perfekte Gesundheit und Erleuchtung sind im Ayurveda identisch. Der Sanskrit-Begriff für Gesundheit ist Swastha, was soviel bedeutet wie „im Selbst“ (= swa) „stehend“ (= stha). Erst wenn wir unser eigenes Selbst wiedererlangen, werden wir gesund sein. Die ayurvedischen Texte beschreiben ausführlich, wie der Mensch zu sich selbst zurückfinden kann. Was hilft es, wenn wir während der Meditation für kurze Zeit einen Zustand von Erleuchtung erfahren, ihn aber in der Aktivität wieder verlieren. Ziel des Ayurveda ist es, durch Empfehlungen für eine gesunde Tagesroutine, diesen Zustand von Erleuchtung dauerhaft werden zu lassen. Unsere Aktivität sollte nicht das, was wir während der Meditation erfahren, zerstören sondern aufbauen.
Ölmassagen regen den Kreislauf an und mobilisieren Schlackenstoffe (Ama), die sich im Bindegewebe festgesetzt haben. Da das Öl vor dem Duschen oder Baden 10 – 15 Minuten auf der Haut bleiben sollte, kann man sich mit ein paar Körperübungen die Zeit vertreiben – z.B. Suryanamaskar oder auch Kniebeugen und Liegestützen. Zähneputzen, Zunge reinigen und mit Sesamöl gurgeln sind die nächsten Schritte – alles Maßnahmen, die ebenfalls Schlackenstoffe aus dem Körper leiten. Besonders das Reinigen der Zunge ist sehr effektiv, da sich auf der Zunge über Nacht Toxine bilden, die nicht mit dem ersten Frühstücksbrötchen wieder in den Magen gelangen sollten. „Ablagerungen auf der Zunge beeinträchtigen den Atem und sind die Ursache für Mundgeruch. Die Zunge sollte deshalb regelmäßig gereinigt werden.“ –Charak Samhita Sutrasthan Kapital 5, Vers 75. „Die Mundspülung mit Öl verhindert Trockenheit von Hals und Lippen, schützt die Zähne vor Karies und kräftigt das Zahnfleisch. Sie verleiht eine wohlklingende Stimme und stärkt den Kiefer, formt das Gesicht, verbessert das Geschmacksempfinden und den Genuss am Essen.“ –Charak Samhita Sutrasthan Kapitel 5, Vers 78 - 80. Anschließend sollten auch ein paar Tropfen Öl in beide Nasenlöcher gegeben werden (= Nasya). „Derjenige, der regelmäßig Nasya anwendet, dessen Augen, Nase und Ohren werden niemals angegriffen. Er bekommt keine grauen Haare oder Haarausfall. Gelenke, Sehnen und Bänder werden gestärkt. Der Gesichtsausdruck wird fröhlich und die Stimme süß und stabil.“ Charaka Samhita Sutrasthan Kapitel 5 Vers 56. Männer das Rasieren nicht vergessen. Eine bedeutende Rolle spielen Yoga- und Atemübungen und besonders Meditation. Diese Techniken helfen uns, Samadhi zu erfahren, ein Zustand von perfekter Harmonie der drei Doshas. Dies ist die beste Methode, um das Gleichgewicht der Doshas wieder herzustellen. „Unsere innerste Seele, ist frei von allen Krankheiten. Sie ist der Ursprung unseres individuellen Bewusstseins. Sie ist ewig und der Beobachter aller Aktivitäten.“ Charaka Samhita Sutrasthan Kapitel 1 Vers 56 Da morgens die Verdauungskraft (Agni) nur sehr schwach ist, sollte das Frühstück nur leicht sein. Ein Glas warme Milch, 2 – 3 Datteln und genauso viele Mandeln sind z.B. für einen Vata-Menschen ausreichend. Pitta Typen dürfen mehr essen, Kapha Typen können das Frühstück auch einmal ausfallen lassen. Dies ist jedoch auch abhängig von der Art der beruflichen Tätigkeit. Dass ein Bauarbeiter ein anderes Frühstück benötigt als ein am Schreibtisch sitzender Mensch ist wohl selbstverständlich. Ganz stark wird im Ayurveda auf Regelmäßigkeit wert gelegt. Regelmäßig zur gleichen Zeit aufstehen und zu Bett gehen, regelmäßige Essens- und Arbeitszeiten sind äußerst wichtig. Das Mittagessen sollte dem Konstitutionstyp entsprechen. Wir sollten in Ruhe essen und die Aufmerksamkeit beim Essen haben. Nach dem Essen ein paar Minuten ruhig sitzen ist ebenfalls der Verdauung hilfreich. Der Magen sollte etwa 3/4 gefüllt sein. Zuviel Essen schadet, erzeugt Schlackenstoffe (Ama) und macht dumpf im Geist. „Man soll die richtige Menge an Nahrung zu sich nehmen. Die richtige Menge hängt von der Verdauungskraft und dem Stoffwechsel ab.“ Charaka Samhita Sutrasthan Kapitel 5 Vers 3. „Die richtige Nahrungsmenge ist die Basis für Stärke, Ausstrahlung, Glück und Langlebigkeit.“ Charaka Samhita Sutrasthan Kapitel 5 Vers 8 Das richtige Maß an Arbeit oder Aktivität ist ebenfalls wichtig. Sie sollte jedoch nicht der spirituellen Entwicklung entgegen gerichtet sein. Zwischenmahlzeiten mag der Ayurveda nicht, sie stören nur den Verdauungsvorgang. Regelmäßig warme Getränke sind wichtig. Vor dem Abendessen die Meditation nicht vergessen. Das Abendessen sollte nicht zu spät eingenommen werden und leicht sein, z.B. Gemüse- oder Getreidesuppen. Abends keine zu aufregenden Aktivitäten durchführen. Ein leichter Spaziergang, ein entspannendes Buch, sanfte Musik oder mit Freunden zusammen sein, dient dazu, den Tag in Muse ausklingen zu lassen. Früh ins Bett gehen versteht sich von selbst. Dies sind nur einige wenige Tipps wie man eine gesunde Tagesroutine gestalten kann. Natürlich sind die vedischen Schriften voll mit weiteren Empfehlungen, die ebenfalls ihren Stellenwert besitzen und die man nach und nach in sein Leben integrieren kann.
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