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Ayurveda – Lehre vom
langen Leben (Teil 4)
Die große
Gesundheits-Serie 2003 in
Grenzenlos
Agni und Ojas stärken - dann hat Ama keine Chance
von Hartmut Föller
Besonders ausführlich gibt der
Ayurveda Empfehlungen zur Ernährung, denn auch im Ayurveda gilt: der
Mensch ist was er isst. Wert wird im Ayurveda allerdings nicht nur auf die
Nahrungsmittel gelegt. Selbstverständlich müssen diese biologisch sein –
Kunstdünger und Spritzmittel gab es zu vedischen Zeiten noch nicht – und
vedische Prinzipien müssen beim Anbau ebenso beachtet werden, dazu gehören
Rezitationen, Yagyas und der Segen der Götter.
Genauso bedeutend wie die
Nahrungsmittel ist: wie, wieviel und wann wir essen. Der Mensch steht im
Mittelpunkt, auch in Sachen Ernährung. Das zentrale Konzept bei der
Ernährung ist Agni, die Verdauungskraft, die Summe aller
Stoffwechselvorgänge in unserem Körper. Verdauung ist nicht nur Stuhlgang
sondern die Umwandlung der Nahrung in verwertbare Substanzen. Agni sorgt
dafür, dass aus unserer Nahrung durch viele verschiedene Prozesse jede
Zelle, jedes Organ und damit unser Körper aufgebaut wird. Am Ende aller
Stoffwechselvorgänge steht Ojas. Ojas ist die feinste stoffliche Substanz,
sie stellt die Verbindung her zwischen Körper und Bewusstsein. Wenn wir
etwas essen, bedeutet dies noch lange nicht, dass diese Nahrungsmittel
auch vom Körper aufgenommen werden. Der Verdauungsvorgang im Magen und
Darm bereitet die Nahrung so auf, dass sie durch die Darmwand ins Blut
wandern kann. Erst dann steht uns die Nahrung wirklich zur Verfügung. Vom
Blut wandern die Substanzen durch alle Gewebe und Zellen, wo sie benötigt
werden, als Bausteine oder Energielieferant.
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Viele Probleme können allerdings
dabei auftreten. Wichtig ist deshalb eine gut funktionierende
Verstoffwechselung der Nahrung. Bei schwachem Agni entsteht Ama,
Stoffwechselschlacken. Diese blockieren den Stoffwechsel und
verstopfen die Transportkanäle (Shrotas) im Körper. Die Folge ist
nicht nur, dass kein Ojas erzeugt wird. Viele Krankheiten haben in
dieser Fehlfunktion ihre Ursache. Deshalb legt der Ayurveda ganz
besonderen Wert auf ein gut funktionierendes Agni, denn ein gut
funktionierendes Agni steht für Gesundheit. Im folgenden sind einige
Punkte zusammengefasst, die uns behilflich sind, Agni zu stärken und
unser Essen optimal zu verwerten. |
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Charaka Samhita Sutrasthan Kapitel
5 Vers 10 - 11
Folgende Nahrungsmittel sollten nicht täglich gegessen werden:
getrocknetes Gemüse, Lotuswurzeln, getrocknetes Fleisch,
Schweinefleisch, Rindfleisch, Fisch, gekochte Buttermilch, eingedickte
Milch (z.B. Bafi oder Panir), Joghurt, Phaseolus radiatus (eine Art grüner
Bohnen in Asien), Gerste.
Charaka Samhita Sutrasthan Kapitel
5 Vers 12
Folgende Nahrungsmittel sollten regelmäßig gegessen werden: Reis, Mung
Bohnen, Steinsalz, Amla (Emblica officinalis), Wasser, Ghee (geklärte
Butter) und Honig.
- Richten Sie sich regelmäßige
Essenszeiten ein. Regelmäßigkeit ist der Schlüssel zu einem gut
funktionierenden Stoffwechsel. Abgesehen davon, dass Unregelmäßigkeit
Vata erhöht (und davon haben die meisten von uns sowieso zuviel), hilft
es dem Körper, wenn er sich an einen regelmäßigen Rhythmus gewöhnt. Die
Verdauungsenzyme „wissen” wann sie benötigt werden und der Körper kann
sich darauf einstellen.
- Das Mittagessen sollte die
Hauptmahlzeit sein, Frühstück und Abendessen sollten leicht sein. Die
Chronobiologie lehrt uns, dass die Produktion von Verdauungssäften einem
zeitlichen Rhythmus unterliegt. Morgens und abends produziert der Körper
nur wenig Verdauungssäfte, ist deshalb auch nicht in der Lage große
Essens- mengen zu verarbeiten – deshalb nur leicht und wenig essen.
Mittags ist die Verdauungskraft (ayurvedisch = Agni) am stärksten und
kann selbst schweres Essen verdauen (3/4-Regel beachten, siehe Punkt 7).
- Nehmen Sie das Abendessen nicht zu
spät ein. Vermeiden Sie abends schwere Nahrungsmittel wie z.B. Fleisch,
Wurst, Fisch, Joghurt, Käse, Buttermilch und Quark. Abends weniger und
vor allem leicht essen. Essen wir nämlich zu viel oder zu spät, kann der
Körper das Essen nicht vollständig verdauen, es liegt unverdaut im Magen
und Darm, fängt an zu gären und erzeugt Schlackenstoffe (Ama). Kommen
wir morgens nur schwer aus dem Bett, ist dies ein Zeichen, dass wir
abends zu schwer, zu spät oder etwas falsches gegessen haben.
- Essen Sie nur, wenn Sie wirklich
Hunger verspüren. Hunger ist ein Anzeichen dafür, dass der Körper
bestimmte Nährstoffe benötigt. Wir sollten lernen, auf die innere Stimme
des Körpers zu hören. Meistens sagt er uns auch, was ihm fehlt, indem
wir nämlich Hunger auf bestimmte Nahrungsmittel haben. Allerdings
sollten wir Esslust aufgrund von Stresssituationen oder verursacht durch
Werbeaussagen nicht mit dieser inneren Stimme verwechseln.
- Essen Sie nur, wenn die
vorhergehende Mahlzeit vollständig verdaut ist (ca. 3-6 Stunden nach
einer Hauptmahlzeit). Entsprechend den ayurvedischen Texten entsteht Ama
(Stoff- wechsel- schlacken), wenn halbverdaute Nahrung mit neuer
(unverdauter Nahrung) vermischt wird. Vermeiden Sie deshalb
Zwischenmahlzeiten. Trinken Sie statt dessen lieber heißes Wasser oder
Fruchtsäfte. Essen Sie höchstens etwas Obst.
- Essen Sie in einer ruhigen und
entspannten Atmosphäre und gönnen Sie es sich, auch nach dem Essen noch
5 – 10 Minuten sitzen zu bleiben. Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf
das Essen und machen Sie nicht gleichzeitig andere Dinge wie lesen,
fernsehen, arbeiten oder Auto fahren.
- Überessen Sie sich nicht. Der Magen
sollte nach dem Essen nur zu etwa 3/4 voll sein – genauer gesagt, nur
die Hälfte sollte mit fester Nahrung gefüllt sein, 1/4 mit Flüssigkeit
und der Rest sollte leer bleiben, denn der Magen benötigt noch etwas
Platz um zu arbeiten.
- Das Essen sollte frisch zubereitet,
wohlschmeckend und bekömmlich sein. Vermeiden Sie aufgewärmte oder
abgestandene Speisen.
- Der größte Teil der Nahrung sollte
gekocht sein, da der Körper gekochte Nahrung leichter aufnehmen kann.
Rohkost nur als Beilage (z.B. Salat) essen.
- Benutzen Sie Gewürze, denn Gewürze
machen das Essen nicht nur schmackhaft, sondern unterstützen den
Verdauungsvorgang.
- Lassen Sie alle 6
Geschmacksrichtungen in eine Mahlzeit einfließen: Süß, sauer, salzig,
scharf, bitter und herb; denn auch die Geschmacksrichtungen haben einen
Einfluss auf das feine innere Gleichgewicht.
- Vermeiden Sie eiskalte Getränke und
Nahrungsmittel, da sie die Verdauungskraft schwächen.
- Milch sollte nicht zusammen mit
salzigen Mahlzeiten getrunken werden. Sie lässt sich jedoch gut mit
Toast, Getreideprodukten und süß schmeckenden Nahrungsmitteln
kombinieren.
- Honig sollte nicht erhitzt und
nicht zum Kochen oder Backen verwendet werden, denn erhitzter Honig
erzeugt Ama.
- Nehmen Sie nach Bedarf
Nahrungsergänzungen zu sich.
Dies sollten nur einige wenige Tipps
sein, die unser Wohlbefinden verbessern, Heilungsvorgänge im Körper
unterstützen und insbesondere vorbeugend wirken. Probieren Sie es aus. Sie
werden schon in wenigen Tagen eine Wirkung spüren. Nutzen sie den reichen
Erfahrungsschatz dieser uralten Gesundheitslehre und erfreuen Sie sich mit
Hilfe des Ayurveda an einem langen und gesundes Leben.
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Der Autor
Hartmut Föller, Studium der Biologie,
TH Darmstadt. 8 Monate Ausbildung zum Lehrer für Transzendentale
Meditation, CH-Seelisberg. 3 Jahre Ausbildung in Ayurveda, Maharishi
Vedic University, NL-Vlodrop. 7 Jahre Tätigkeit bei einem
ayurvedischen Versandhandel, seit 2 Jahren selbständig als
Ayurveda-Consultant.
Kontaktadresse: D-63654 Büdingen, Am Nussgraben 26, Tel.
06042-952900, Fax 06042-952928, Mobil 0170-2032011
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