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Ayurveda – Lehre vom langen Leben (Teil 6) Die große Gesundheits-Serie 2003 in Grenzenlos Die Gesundheits- und Lebenslehre des Ayurveda ist eine der ältesten unserer Welt. Auch wenn sie unserem Kulturkreis erfreulicherweise inzwischen etwas mehr an Zuspruch gewonnen hat, fehlt es vielerorts einfach an Information zu diesem aus der verdischen Hochkultur Indiens stammenden Gesundheitssystem. Grenzenlos-Autor Hartmut Föller beschreibt deshalb in einer Jahresserie einige wesentliche Themen aus dem Ayurveda. Bisher sind erschienen: Das Geheimnis der Doshas im Gleichgewicht (Ausgabe 1/2003), Entschlacken und Wohlfühlen (Ausgabe 2/2003), So wird der Tag ein guter Tag (Ausgabe 3/2003), Agni und Ojas stärken - dann hat Ama keine Chance (Ausgabe 4+5/2003). Kühle Tipps für heiße Tage Damit Agni nicht schwach wird: Keine Getränke direkt aus dem Kühlschrank von Harmut Föller Das indische Gesundheitssystem Ayurveda basiert auf drei grundlegenden Funktionsprinzipien, den so genannten Doshas. Es sind dies Vata, Pitta und Kapha (siehe auch: Grenzenlos 01/2003 und im online Archiv). Sie wirken sowohl in uns als auch in der gesamten Natur. Sind diese Doshas im Gleichgewicht sind wir gesund. Eine Zunahme der Doshas hat dagegen Krankheiten zur Folge. Praktisch alles hat einen Einfluss auf die Doshas: Die Tages- und Jahreszeiten, unser Essen, unsere Sinneseindrücke, unsere Arbeit. Vorrangiges Ziel des Ayurveda ist es deshalb, das Gleichgewicht der Doshas aufrecht zu erhalten und der Zunahme der Doshas durch entsprechende Maßnahmen rechtzeitig entgegenzuwirken. Der Schwerpunkt des Ayurveda liegt damit eindeutig in der Prävention. Die jahreszeitliche Veränderungen haben einen besonders starken Einfluss auf die Doshas. Deshalb gibt uns der Ayurveda reichhaltige Tipps, um durch entsprechende Maßnahmen einer Zunahme der Doshas entgegenzuwirken. Für den Sommer finden wir im Charaka Samhita (Sutrasthan Kapitel 6 Vers 27 – 32): „Im Sommer trocknet die Sonne die Erde aus. Süße, kalte, flüssige sowie ölige Nahrung und Getränke sollten jetzt bevorzugt werden, während man salzig, sauer, scharf und heiß vermeiden sollte. ... Auch Sport während großer Hitze vermeiden. Tagsüber soll man sich in gekühlten Räumen ausruhen. ...“ Mit zunehmender Hitze im Sommer nimmt das Pitta-Dosha zu. Um einen natürlichen Ausgleich zu schaffen, reduziert der Körper seine Stoffwechselaktivität. Dies hat zur Folge, dass unsere Verdauungskraft (ayurvedisch: Agni) abnimmt, unser Appetit nicht sehr groß ist und wir uns schlapp fühlen. Wir sollten uns deshalb dieser veränderten Situation wie folgt anpassen: Ernährung: Reduzieren Sie salzige, saure, scharfe und sehr heiße Nahrung. Bevorzugen Sie statt dessen Speisen mit den Geschmacksrichtungen süß, bitter und herb, da diese Pitta ausgleichen.Belasten Sie den Stoffwechsel nicht zu sehr, essen Sie nur leichte Nahrung und vor allem wenig, z . B. Gemüsesuppen, Gemüsereis oder Nudeln. Salate als Beilagen sind jetzt das Richtige. Obst ist leicht und belastet den Körper kaum – Wassermelonen wachsen nicht zufällig in heißen Ländern. Auch Gewürze helfen uns jetzt weiter. Wir kennen es aus allen heißen Ländern: scharfe Gewürze sind dort äußerst beliebt. Dies hat einen Grund. Sie stärken nämlich die Verdauungskraft und helfen, die aufgenommene Nahrung besser zu verarbeiten. Je kälter, desto inaktiver. Die optimale Enzymaktivität liegt bei 37 – 40 Grad. Auch wenn es den Ayurveda unbeliebt macht: Eis oder eiskalte Getränke sind im Sommer nicht erlaubt. Sie heizen den Körper aus zwei Gründen auf. Essen oder trinken Sie nämlich etwas kaltes, muss der Körper dies im Magen erst aufwärmen, da kaltes vom Körper nicht aufgenommen werden kann. Er blockiert erst einmal die Aufnahme und produziert Wärme bis die im Magen liegende Flüssigkeit Körpertemperatur hat. Die Erhöhung der Körpertemperatur wollten wir aber bei Hitze eigentlich vermeiden. Zweitens führen Sie dem Körper durch Eiscreme viele Kalorien, d.h. Brennstoff zu. Zucker und Sahne ist reiner Brennstoff, den der Körper in Wärme umwandelt. Oder haben sie Wüstenbewohner schon einmal Eiscreme essen sehen? Diese halten sich an heißen Pfefferminztee. Im Gegensatz kühlen sie den Körper nämlich, wenn Sie ihm warme Getränke zuführen. Der Körper muss nämlich gegensteuern, und reduziert seine Körpertemperatur, wenn er etwas warmes bekommt. Eine Pitta reduzierende Nahrungsergänzung ist Triphala, aufbauend wirken Amalaki und Shatavari. Diese sollten im Sommer regelmäßig genommen werden. Setzen Sie sich nie zu lange direkter Sonneneinstrahlung aus. Nicht nur Hitzköpfe sollten darauf achten, dass der Kopf immer kühl bleibt. Ob Kopftuch, Sommerhut oder Turban bleibt Ihnen überlassen! Körperliche Aktivität ist bei Hitze weniger empfohlen. Vielleicht etwas schwimmen oder spazieren gehen. Und das auch nicht unbedingt in der größten Mittagshitze. Grundrezept zur Herstellung von Lassi: ein Teil Joghurt und 3 bis 4 Teile Wasser verquirlen (am besten mit einem Mixer oder Passierstab). Pfefferminz Lassi: Pro Glas wenige frische Pfefferminze sehr klein schneiden. Rosen Lassi: Vor dem Mixen eine paar Tropfen Rosenwasser zugeben. Süßen Sie nach Wunsch mit Zucker. Kokos Lassi: Einen Schuss Kokosmilch oder püriertes Kokosmark und Zucker vor dem mixen hinzufügen. Wohl bekomm’s !
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