|
Ayurveda – Lehre vom langen Leben (Teil 7) Die große Gesundheits-Serie 2003 in Grenzenlos Die Gesundheits- und Lebenslehre des Ayurveda ist eine der ältesten unserer Welt. Auch wenn sie unserem Kulturkreis erfreulicherweise inzwischen etwas mehr an Zuspruch gewonnen hat, fehlt es vielerorts einfach an Information zu diesem aus der verdischen Hochkultur Indiens stammenden Gesundheitssystem. Grenzenlos-Autor Hartmut Föller beschreibt deshalb in einer Jahresserie einige wesentliche Themen aus dem Ayurveda. Bisher sind erschienen: Das Geheimnis der Doshas im Gleichgewicht (Ausgabe 1/2003), Entschlacken und Wohlfühlen (Ausgabe 2/2003), So wird der Tag ein guter Tag (Ausgabe 3/2003), Agni und Ojas stärken - dann hat Ama keine Chance (Ausgabe 4+5/2003). Ayurvedische Mundpflege Besser als Bohren Muskat, Kardamom, Nelken, Betelblatt, Kampher, Sesamöl, Neembaum und Zungenreinigung als Alternativen zum normalen Zähneputzen Von Hartmut Föller „Vorbeugen ist besser als bohren“. Schon die Urväter des Ayurveda kannten diese Weisheit. Sie entwickelten deshalb eine ganz besondere Mundhygiene, die Zähne, Zahnfleisch und den gesamten Mundraum von Bakterien und Schadstoffen nachhaltig befreit. Selbstverständlich spielt das Zähneputzen wie in der modernen Mundhygiene eine wichtige Rolle. „Man sollte einen Zahnreinigungszweig (z.B. den Zweig eines Neembaumes) benutzen, dessen oberer Teil aufgerauht ist und der entweder adstringierend, scharf oder bitter im Geschmack ist. Es reinigt die Zähne gründlich.“ So steht es im Charak Samhita, Sutrasthan 5, 71 – 72, dem klassischen Ayurveda Lehrbuch. Der Neembaum hat inzwischen bei uns einen hohen Bekanntheitsgrad erlangt. Seine Wirkstoffe kräftigen das Zahnfleisch und sind für ihre antiseptische Wirkung bekannt. Deshalb wird er gerne im Ayurveda eingesetzt. Allerdings werden wir keine Sünde begehen, wenn wir weiter bei der für uns gewohnten Zahnbürste bleiben und die Wirkstoffe des Neembaumes in Form von ätherischen Ölen, Pulver oder Tee zu uns nehmen. Nach dem Zähneputzen soll die Zunge gereinigt werden. Denn über Nacht bildet sich bei vielen Menschen ein Zungenbelag. Diese Mischung aus Toxinen und Bakterien ist häufig die Ursache für schlechten Mundgeruch, Parodontose oder Karies. Der Zungenbelag sollte auf keinen Fall mit dem ersten Frühstücksbrötchen wieder in den Magen gelangen. Deshalb legt der Ayurveda besonderen Wert auf die morgendliche Reinigung der Zunge. „Ablagerungen auf der Zunge beeinträchtigen den Atem und sind die Ursache für Mundgeruch. Die Zunge sollte deshalb regelmäßig gereinigt werden“ (Charak Samhita Sutrasthan 5, 75). Nehmen Sie am besten einen speziellen Zungenschaber aus Silber oder Edelstahl. Eine weitere Empfehlung ist das Gurgeln mit Sesamöl. „Die Mundspülung mit Öl verhindert Trockenheit von Hals und Lippen, schützt die Zähne vor Karies und kräftigt das Zahnfleisch. Sie verleiht eine wohlklingende Stimme und stärkt den Kiefer, formt das Gesicht, verbessert das Geschmacksempfinden und den Genuss am Essen“ (Charak Samhita Sutrasthan 5, 78 – 80). Viele Probleme an Zähnen, Zahnfleisch und im Rachenraum können wir durch diese einfache, aber sicher gewöhnungsbedürftige Methode beseitigen: Nehmen Sie dazu einen kleinen Schluck Sesamöl und spülen Sie damit den Mund, gurgeln sie auch etwas damit. Allerdings sollten Sie das Öl nicht schlucken, sondern spucken Sie es aus, da es Giftstoffe aus dem Mundbereich gelöst hat. Regelmäßig angewendet beugt dies Karies und Parodontose vor und reinigt den gesamten Mundraum.
|