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Ayurveda – Lehre vom langen Leben (Teil 8) Die große Gesundheits-Serie 2003 in Grenzenlos Die Gesundheits- und Lebenslehre des Ayurveda ist eine der ältesten unserer Welt. Auch wenn sie unserem Kulturkreis erfreulicherweise inzwischen etwas mehr an Zuspruch gewonnen hat, fehlt es vielerorts einfach an Information zu diesem aus der verdischen Hochkultur Indiens stammenden Gesundheitssystem. Grenzenlos-Autor Hartmut Föller beschreibt deshalb in einer Jahresserie einige wesentliche Themen aus dem Ayurveda. Bisher sind erschienen: Das Geheimnis der Doshas im Gleichgewicht (Ausgabe 1/2003), Entschlacken und Wohlfühlen (Ausgabe 2/2003), So wird der Tag ein guter Tag (Ausgabe 3/2003), Agni und Ojas stärken - dann hat Ama keine Chance (Ausgabe 4+5/2003). Gesunder Schlaf So hilft Ayurveda
von Hartmut Föller Sicher müssen wir als Kind vieles lernen, aber schlafen ganz bestimmt nicht. Schlafen ist natürlich und kommt ganz von selbst. Trotzdem gibt es viele Menschen, die an Einschlafproblemen oder Schlafstörungen leiden. Allerdings auch verständlich, tagsüber Anspannung und Stress, kombiniert mit Problemen, Sorgen und Ängsten. Zusätzlich noch die Überreizung der Sinne – Leuchtreklame, Fernsehen, Straßenlärm ... und dann: wir liegen abends im Bett und anstelle, dass unser Nervensystem einfach aufhört, uns mit einem unaufhörlichen Schwall an Gedanken zu belästigen, scheint es sogar Gefallen daran zu finden, uns mit gesteigerter Gedankenaktivität den wohlverdienten Schlaf zu rauben. Allerdings erwartet auch niemand von einem Auto, wenn es mit 200 km/h über die Autobahn rast, dass es plötzlich rückwärts fährt. Bitte erst vorher langsam abbremsen, bevor Sie den Rückwärtsgang einlegen. Das gleiche gilt für unser Nervensystem, bitte langsam abbremsen. Schaffen Sie die notwendigen Rahmenbedingungen für einen geruhsamen Feierabend und bereiten Sie sich und Ihren Geist auf die wohlverdiente Nachtruhe vor. Viel lernen können wir von der uralten Gesundheitslehre Ayurveda, die außer Ölmassagen uns mit vielen Gesundheitstipps behilflich ist. Die Bedeutung des Schlafs hat bereits Charaka, einer der Urväter des Ayurveda, in seinem Lehrbuch (500 v. Chr.) erläutert: “Gesunder Schlaf bringt Glück, nährt den Körper, verleiht Stärke und spendet Leben.” Die wichtigste Rahmenbedingung für schnelles Einschlafen ist Regelmäßigkeit. Die moderne Chronobiologie (Lehre von den Zyklen des Körpers) lehrt uns, dass viele Abläufe in unserem Körper einem Automatismus unterliegen. Der Hormonspiegel, die Produktion der Verdauungsenzyme oder die Leistungskurve sind täglichen Schwankungen unterzogen. Diese Zyklen sind äußerst regelmäßig. Gehen wir mal um 10, mal um 11 und dann wieder um 12 Uhr zu Bett stören wir sozusagen diese innere Uhr. Das gleiche gilt übrigens auch für die Mahlzeiten. Also – wer Probleme hat oder sie auch vermeiden will, bitte regelmäßig zu Bett gehen. Damit bleibt man immer im Rhythmus und fühlt sich besser. Bei ständig wechselnden Schlafzeiten gerät dagegen das Luftelement (Vata) aus dem Gleichgewicht, was die Unruhe in uns erhöht. Vata reguliert unser Nervensystem und unseren Geist und ist für innere Ruhe und Ausgeglichenheit zuständig. Nimmt Vata zu, werden wir nervös und unruhig und können nicht schlafen. Eine zweite wichtige Regel ist früh zu Bett gehen. Das kennen wir ja auch von unserem Volksmund: „Der Schlaf vor Mitternacht ist der beste“. Nebenbei bemerkt: die Wissenschaft hat dies auch schon bewiesen. Der Ayurveda erklärt dies folgendermaßen: bis 22 Uhr ist Kapha Zeit und Kapha ist Schwere und Trägheit. Danach, ab 22 Uhr, beginnt wieder die Pitta Zeit, und die steht für Energie und Aktivität. Je später wir also zu Bett gehen, desto mehr kommen wir in die Pitta Zeit hinein, und das bringt Wachheit in unseren Körper und Geist. Pitta erhöht auch unsere Verdauungssäfte, was sinnvollerweise von der Natur eingerichtet wurde, um die Reste des Abendessens zu verdauen, so dass diese nicht während der Nacht im Magen liegen bleiben, zu gären anfangen und Schlackenstoffe bilden. Auch der Hunger zu Mitternacht ist eine Folge von erhöhtem Pitta. Wir sollten diese Pittazeit allerdings nicht dazu benutzen, um einen Mitternachtsimbiss einzunehmen. Das hat ganz sicher zur Folge, dass wir unruhiger schlafen und morgens mit einem dicken Kopf aufwachen. Der dritte Themenkreis ist das Abendessen. Je später und je schwerer wir essen, desto mehr ist unser Körper mit dem Verdauen beschäftigt. Diese innere körperliche Aktivität erschwert es uns, geistig zur Ruhe zu kommen. Außerdem sind die Verdauungskräfte abends sowieso nur schwach, so dass leichte Kost vom Ayurveda empfohlen wird. Leicht heißt allerdings nicht, dass das Essen nicht schmecken soll. Im Gegenteil: Verwenden Sie Gewürze, denn die machen das Essen schmackhaft und außerdem helfen sie dem Körper, das Essen besser zu verdauen. Weglassen sollten Sie in jedem Fall Fleisch und Milchprodukte (Käse, Quark, Joghurt). Gemüsesuppen sind köstlich und leicht verdaulich. Meiden Sie aber Gemüsesorten, die Vata (und damit die Unruhe) in uns erhöhen; dies sind hauptsächlich blähende Kohlsorten. Geben Sie etwas Reis, Gries, Kuskus, Bulgur, Grünkern oder Nudeln in die Suppe und vor allem - wie bereits erwähnt, Gewürze: Cumin, Koriander, Fenchel, Curcuma, Ingwer, Muskatnuss, Nelken, Pfeffer – um nur einige zu nennen. Die Auswahl ist reichhaltig und abwechslungsreich. Erwähnen muss ich wohl nicht, dass anregende Getränke wie Kaffee oder Schwarztee gemieden werden sollten. Die Kartoffelchips beim Fernsehen am besten auch weglassen. Während der Kapha-Zeit (18 – 22 Uhr) gegessen machen die nämlich richtig dick. Nach dem Abendessen kann man einen kleinen Verdauungsspaziergang machen, beruhigende Musik hören und ein entspannendes (aber nicht zu spannendes) Buch lesen. Aromaöl in der Duftlampe schafft zusätzlich eine gemütliche Atmosphäre. Spezielle Duftnoten für den Abend sind z.B. Lavendel mit ein wenig Orange oder Rosenholz. Auch gibt es ein spezielles ayurvedisches Nidra-Aromaöl. Trinken Sie noch eine Tasse Tee, unsere Naturheilkunde kennt eine große Auswahl – Hopfen, Melisse Baldrian und Lavendel sind seit Jahrhunderten bekannt; oder die spezielle ayurvedische Nidra-Mischung. Und wenn das alles noch nicht reicht, vor dem Schlafengehen ein Glas heiße Milch mit Honig wirkt Wunder. Als Nahrungsergänzung gibt es Nidra-Tabletten, die sehr mild und auf natürliche Weise die rechte Bettschwere vermitteln. Wer nämlich immer noch nicht schlafen kann sollte sich die Füße mit warmen Sesamöl einreiben. Über die Reflexzonen werden nämlich alle Organe im Körper harmonisiert. Die Schwere des Sesamöls überträgt sich auf den Körper und hat so eine äußerst beruhigende Wirkung. Bei hartnäckigen Schlafproblemen gibt der Ayurveda sogar die Anweisung die Kopfhaut ebenfalls mit Sesamöl zu massieren, das zieht den Rest an Vata (Unruhe) aus dem Kopf. Etwas Butterfett in beide Nasenlöcher und die Ölbehandlung ist für den Abend abgeschlossen. Vergessen Sie nicht, das Öl von den Füßen mit einem Tuch zu entfernen, sonst glitscht es im Bett. Einige Dinge kannte der Ayurveda während seiner Entstehungszeit nicht, so z.B. Elektrosmok und Kunstfasern. Lassen Sie beides weg – sie sind nicht gesundheitsfördernd. Stellen Sie auch alle „stand by“ Geräte ab und lassen Sie das Handy nicht im Schlafzimmer. Damit haben Sie schon viel Elektrosmog beseitigt, zumindest den, auf den sie direkt Einfluss haben.
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