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Ayurveda – Lehre vom langen Leben (Teil 10) Die große Gesundheits-Serie 2003 in Grenzenlos Die Gesundheits- und Lebenslehre des Ayurveda ist eine der ältesten unserer Welt. Auch wenn sie unserem Kulturkreis erfreulicherweise inzwischen etwas mehr an Zuspruch gewonnen hat, fehlt es vielerorts einfach an Information zu diesem aus der verdischen Hochkultur Indiens stammenden Gesundheitssystem. Grenzenlos-Autor Hartmut Föller beschreibt deshalb in einer Jahresserie einige wesentliche Themen aus dem Ayurveda. Bisher sind erschienen: Die vorherigen Beiträge finden Sie in unserem Archiv Massagen des Ayurveda Viel mehr als Beauty und Wellness von Harmut Föller Die Haut ist unser größtes Organ. Wie eine chemische Fabrik produziert sie Hormone, Abwehrstoffe und eine Vielzahl lebenswichtiger Substanzen. Das Hautmilieu (Schutzfilm und pH-Wert) spielt bei der Abwehr von Fremdkörpern und Bakterien eine wichtige Rolle. Dazu atmen wir über die gesamte Hautoberfläche. Es ist sehr wichtig, dass wir dieses Organ pfleglich behandeln. Der Ayurveda empfiehlt außer der täglichen Reinigung eine Ganzkörper-Ölmassage vor dem Duschen oder Baden. Sie hat eine besänftigende Wirkung auf das Nervensystem und die Hormondrüsen. Sie kräftigt den Kreislauf und hilft, Toxine aus dem Körper zu transportieren. Muskeln, Bindegewebe und Gelenke werden gestärkt, die Haut wird zart und geschmeidig und erhält einen seidigen Glanz. Auch werden alle inneren Organe über ihre Reflexzonen stimuliert. In den ayurvedischen Schriften (Charak Samhita) heißt es dazu: „Die Anwendung von Ölmassagen führt zu einem sanften, flexiblen, starken und anziehenden Körper. Sie ist äußerst vorteilhaft für die Haut und sollte ein regelmäßiger Bestandteil unserer täglichen Routine sein“.
Nehmen Sie sich morgens ungefähr eine Viertelstunde Zeit. Die Massage kann im Stehen oder Sitzen, bei angenehm warmer Raumtemperatur, durchgeführt werden. Idealerweise sollte das Öl etwas über Körpertemperatur vorgewärmt sein. Massieren Sie langsam und gleichmäßig. Halten Sie die Hand dabei wie eine Schale und lassen Sie den Daumen angelegt. Massieren Sie mit der ganzen Hand. Am Ende sollte ein dünner Ölfilm den gesamten Körper bedecken. Sollten Sie einmal nur wenig Zeit haben, massieren Sie nur Kopfhaut, Ohren und Fußsohlen. Beginnen Sie mit der Massage des Kopfbereiches. Massieren Sie mit kleinen, kreisenden Bewegungen. Es folgen Ohren und Gesicht, anschließend Hals und Schultern sowie Arme und Hände. Massieren Sie die langen Knochen mit langen Auf- und Abwärtsbewegungen und die Gelenke mit kreisförmigen Bewegungen. Brust- und Bauchbereich sollten sehr sanft massiert werden. Kreisende Bewegungen über dem Brustkorb, gerade Auf- und Abwärtsbewegungen über dem Brustbein und dem Solar plexus. Massieren Sie den Bauch mit langsamen, kreisenden Bewegungen im Uhrzeigersinn. Rücken und Gesäß werden mit den Handflächen auf und ab massiert, so weit es Ihnen möglich ist. Die Beine werden in der gleichen Weise wie die Arme massiert: Gerade an den langen Knochen und kreisend an den Gelenken. Zuletzt massieren Sie sanft ihre Füße und Fußsohlen. Optimal ist es, wenn Sie das Öl noch mindestens 10 - 15 Minuten auf der Haut lassen, bevor Sie duschen oder ein Bad nehmen. Dadurch hat der Körper ausreichend Zeit, das Öl zu absorbieren.
Alternativ zur Ölmassage empfiehlt der Ayurveda die Garshan-Massage, eine Trockenmassage mit Seidenhandschuhen. Sie wird zur Ama-Reduzierung, Gewichtsabnahme oder bei vorherrschendem Kapha empfohlen. Die sanfte Stimulierung des Bindegewebes regt Stoffwechsel und Kreislauf an. Schlacken werden schneller und leichter abgebaut. Ebenso hilft sie unterstützend bei Vorbeugung und Reduzierung von Zellulite. Die Garshan-Massage wird genauso wie die Ölmassage vor dem Duschen durchgeführt.
Natürlich müssen an dieser Stelle auch die in den Medien in letzter Zeit häufig beschriebenen ayurvedischen Kuren erwähnt werden, bei denen Ölbehandlungen im Mittelpunkt stehen. Allerdings muss man Wellness-Behandlungen von intensiven Reinigungskuren unterscheiden. Erstere beinhalten Ölmassagen, Wohlfühl- und Beautybehandlungen, die mehr dem oberflächlichen Zeitgeist unserer Gesellschaft entsprechen. Sie sollten aber nicht mit den eigentlichen ayurvedischen Panchakarma-Kuren verwechselt werden. Diese intensiven Reinigungsbehandlungen dienen dazu, tiefsitzende Schlackenstoffe und Toxine aus dem Körper zu leiten. Da diese normalerweise nicht wasserlöslich sind und weder über den Urin, den Stuhl oder die Schweißdrüsen ausgeschieden werden können (nur mit der Muttermilch ist dies möglich), setzt der Ayurveda massiv Ölbehandlungen ein. Außer den bereits erwähnten Ölmassagen, werden ganz besonders auch orale und anale Applikationen von Öl durchgeführt. Wärmebehandlungen dienen dazu, das Öl im Körper zu verteilen und bis zur letzten Zelle zu transportieren, so dass auch die verstecktesten Toxine vom Öl gelöst werden können.
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