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Ayurveda – Lehre vom langen Leben (Teil 11) Die große Gesundheits-Serie 2003 in Grenzenlos Die Gesundheits- und Lebenslehre des Ayurveda ist eine der ältesten unserer Welt. Auch wenn sie unserem Kulturkreis erfreulicherweise inzwischen etwas mehr an Zuspruch gewonnen hat, fehlt es vielerorts einfach an Information zu diesem aus der verdischen Hochkultur Indiens stammenden Gesundheitssystem. Grenzenlos-Autor Hartmut Föller beschreibt deshalb in einer Jahresserie einige wesentliche Themen aus dem Ayurveda. Die vorherigen Beiträge finden Sie in unserem Archiv Gesundheit für Körper, Geist und Seele Ayurveda und Spiritualität von Harmut Föller Ayurveda erfreut sich bei uns seit fast 20 Jahren immer größerer Beliebtheit. Obwohl er in erster Linie durch Ölmassagen und Kräuterpräparate bekannt wurde, hat er jedoch einen viel tieferen, spirituellen Kern. Entsprechend seinem eigenen Verständnis ist er göttlichen Ursprungs. Er wurde am Anfang der Schöpfung von Brahma, dem Schöpfer, an die Ashwins gegeben, den beiden Ärzten der Götter. Er diente dazu, allen Bewohnern der himmlischen Regionen Unsterblichkeit zu verleihen. Als dann am Anfang des Kali-Yugas (dem „Zeitalter der Unwissenheit“, in dem wir gerade leben) die Menschen mit Krankheiten konfrontiert wurden, für die sie keine Heilmöglichkeiten kannten, baten die weisen Rishis der damaligen Zeit die Götter um Hilfe. Indra der König der Götter übermittelte daraufhin über seine beiden Schüler Bharadwaj und Dhanvantari den Menschen den kompletten Ayurveda. Diese uralte Gesundheits- und Lebenslehre gehört entsprechend der vedischen Philosophie zu den „paurushea“ Texten (von Menschen geschaffenen Werken). Dies liegt sicher daran, dass Erfahrungswissen über Heilkräuter und die Behandlung von Krankheiten in ihn einfloss. Ursprünglich basiert der Ayurveda jedoch auf Slokas (Verse) des Atharva-Veda, einem der vier Haupt-Veden, der „apaurushea“ ist, was soviel bedeutet wie ungeschaffen, ewig, göttlichen Ursprungs, nicht von Menschen geschrieben. Selbstverständlich war zu der damaligen Zeit der Priester auch gleichzeitig Arzt. Denn derjenige, der für das Seelenheil zuständig war, hatte auch gleichzeitig die Verantwortung für das körperliche Wohlbefinden – da Körper, Geist und Seele eine Einheit bilden. In unserer Zeit hat inzwischen eine Dreiteilung stattgefunden – wir kennen den Arzt, Psychiater und Pfarrer bzw. Priester. Da die drei wenig kooperieren, zeigt dies eine grundsätzlich falsche Vorgehensweise. Um zu heilen, müssen alle drei Aspekte gleichzeitig berücksichtigt werden. Kräuter und Therapien haben sicher eine Bedeutung für unsere Gesundheit. Neben der Vielzahl an Kräuterpräparaten und Ölmassagen finden wir aber im Ayurveda immer wieder den Bezug zu unserer innersten Seele – nicht zuletzt bedeutet das Sanskrit Wort für Gesundheit „swastha“, im eigenen Selbst gefestigt. Und im Charak Samhita einem der 3 ayurvedischen Urtexte steht in Vers 56 Kapitel 1 Sutrasthan. „Unsere innerste, transzendentale Seele ist frei von allen Krankheiten. Sie ist der Ursprung unseres individuellen Bewusstseins. Sie ist ewig und der Beobachter aller Aktivitäten.“ Ein Gleichgewicht der Doshas, den Wirkkräften des Ayurveda, kann nur erreicht werden, wenn wir unser innerstes Selbst leben und zu einer täglichen Realität werden lassen. Haben wir es verloren, geraten die Doshas aus dem Gleichgewicht. Die Folge sind all die Krankheiten, die die Kostenexplosion im Gesundheitswesen verursachen und für den Wohlstand der Pharmaindustrie sorgen. Haben wir unser innerstes Selbst verloren, benötigen wir Kräuter, Anweisungen und Gesetze, um den Selbstbezug wieder herzustellen. Laotse sagt in seinem Tao Te King „Wenn das Tao verloren geht, nehmen die Gesetze zu.“ Diese Wiederherstellung der Verbindung ist Religion (aus dem Lateinischen „religare“ als Wortstamm für Religion). Jedes Kraut ist somit Religion und jede Religion Medizin.
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