Bioelektrische Stimulation
Fitness-Studio im Westentaschenformat

Die Pfunde purzeln genau dort, wo man es will. Verspannungen werden gelöst, die Haut gestrafft, die Lymphe drainiert und die Muskeln gestärkt. Erreicht werden soll das alles mit nur einem einzigen neuartigen Gerät: „Futura Plus“ heißt das kleine Wunderding für den Heimgebrauch, das die Wirkungen eines kompletten Fitness- und Schönheitsstudios umfassen soll. 

von Ulrich Arndt

Ohne Anstrengung, nebenher beim Fernsehen oder am Schreibtisch seine Bauchmuskeln aufbauen und damit die leidigen Rückenprobleme loswerden oder ein paar überflüssige Pfunde gezielt von Hüften, Bauch oder Oberschenkel „wegschmelzen“. Das und noch viel mehr verspricht der Hersteller des neuen „Futura Plus“-Gerätes, ein unscheinbares Kästchen in der Größe einer Videokassette mit einem Hightech-Innenleben. Wenn es sich beim Hersteller nicht um den renommierten Medizingeräte-Hersteller Ultratone, einem Pionier in der bioelektrischen Stimulation, handeln würde, dann hätte unser Autor Ulrich Arndt das Ganze wohl als Werbesprüche abgetan und sich nicht zu einem Selbstversuch überreden lassen.  

Bei einer bioelektrischen Stimulation werden die Muskeln mit einem kleinen Stromimpuls angeregt – ähnliches kennen viele als vom Arzt verordnete brizzelnde Reizstromtherapie oder aus den Stallone-Filmen „Rocky“ zum Aufbau gewaltiger Muskelberge. Doch anders als die Tens-Reizstromgeräte sind es beim „Futura Plus“ nicht bis zu 5000 Millivolt, die durch den Körper fließen, sondern allerhöchstens winzige 1,5 Millivolt.

Das entspricht genau den natürlichen Strömen unseres Körpers, der selbst maximal 1,62 Millivolt, bei Leistungssportler bis zu 1,8 Millivolt aufbringt, um die Muskeln in Aktion zu versetzen. Von den einfachen „Muckikisten“ á la „Rocky“ unterscheidet sich das „Futura“-Gerät zudem durch eine intelligente Mikroprozessorsteuerung und eine große Auswahl verschiedener Programme – je nach dem, ob Muskeln aufgebaut oder entspannt, Fett oder Cellulite zum Verschwinden gebracht, die Gesichtshaut gestrafft oder Akupressur-Behandlungen durchgeführt werden sollen.

Jedes dieser Programme besteht aus einer Aufwärmphase, den Trainings- oder Therapie-Rhythmen und einer Entspannungsphase. Bis zu 40 verschiedene Pulsationen können dabei automatisch in einer Behandlungsform kombiniert werden, um den natürlichen Ablauf im Körper nachzubilden.

Dabei kann es zwischen kräftigen Muskelbewegungen, sanftem Vibrieren, tiefem Klopfen und oberflächlichen, leichtem Tupfen, Massieren und Ausstreichen wechseln. Ursprünglich wurden diese Programme für rein medizinische Anwendungen wie für die Behandlung von Muskelschwund, für die Rehabilitation nach Knochenbrüchen, für die Auflösung von chronischen Verspannungen und für die schnelle Genesung von Leistungssportlern entwickelt.

Unter anderem nutzt die französische Fußballnationalmannschaft diese Technologie und platziert die Pads für die Elektrostimulation gleich unter die Verbände und in den Gips, damit die Heilung beschleunigt und die Muskeln weiter trainiert werden können.

„Wir könnten unser Team heute nicht mehr ohne bioelektronische Muskelstimulation trainieren. Dies bildet heute wegen seiner Effizienz und Geschwindigkeit einen wichtigen Teil unseres Trainingspakets“, betont Dr. Jean Marcel Ferrét, Teamarzt des französischen Fussball-Nationalteams.

So ist für das Futura-Plus-Gerät auch ein spezielles Programm für die Anwendung von Fußballern, eines für Golfspieler und ein allgemeines Sportprogramm für den Muskelaufbau und die Ausdauer entwickelt worden.

Immer noch skeptisch platziere ich die acht selbstklebenden, mit dünnen Kabeln versehenen Pads im Bereich von Nacken und oberem Rücken. Ich habe mir das Programm Akupressur ausgewählt, um dann noch die Entspannungsmassage anzuschließen. Vorsichtig drehe ich jetzt die Regler des kleinen Gerätes auf, wodurch sich die Stromstärke erhöht, die aus vier kleinen Taschenlampen-Batterien gespeist wird.

Der geringe Strom fließt jetzt über die aufgelegten Kontakte und plötzlich beginnen sich meine Muskeln am Nacken ohne mein Zutun zusammen zu ziehen und wieder zu entspannen – überhaupt nicht unangenehm wie mitunter die medizinischen Reizstrombehandlungen, nur anfangs etwas ungewohnt. Nach einigen Minuten werde ich mutiger und erhöhe die Stärke.

Die Muskeln ziehen sich prompt stärker zusammen und so lasse ich mir eine tiefgehende Massage zu teil werden. Nach einer halben Stunde sind meine Verspannungen von der täglich Schreibtischtätigkeit tatsächlich wie weggeblasen.

Ich bin verblüfft und meine Neugier ist geweckt. Als nächstes kommen Bauch und Hüfte dran, denn da stören schon lange diese Ansätze von Röllchen...

Dass dadurch tatsächlich die Pfunde purzeln können, belegt eine Studie von Prof. U. Becker und dem „Wellness Lehrinstitut für Gesundheit, Bewegung und Ernährung“ in Münster. 44 Frauen zwischen 21 und 73 Jahren mit einem durchschnittlichen Gewicht von 75 kg wurden dabei 6 Wochen mit dem Futura-Plus-Gerät behandelt.

Das sensationelle Ergebnis nach den insgesamt 15 halbstündigen Sitzungen: durchschnittlich 3,5 kg und maximal 10 kg verloren die Teilnehmerinnen. Die Hälfte der Probandinnen stellte parallel dazu ihre Ernährung um; sie nahmen sogar rund das Doppelte ab (6,2 bzw. 18 kg).

Dieses „Hüftgold“ bestand im Durchschnitt zu 1,47 kg aus Fett (bei Ernährungsumstellung sogar 4,8 kg), das heißt, hier wurde tatsächlich richtig „abgespeckt“. Dabei verringerte sich der Gesäßumfang in diesen 6 Wochen um durchschnittlich 4 bis 5 cm, und die Oberschenkel wurden um 2 bis 3 cm schlanker. Zugleich nahm die Muskelmasse um gut 1 kg zu.

Darin liegt auch das Geheimnis, wie ein solches passives Training, solch große Mengen an Fett verbrennen kann:
Durch die körperähnlichen Signale zieht sich der Muskel intensiv zusammen und verbraucht sogar noch mehr Energie, als bei den meisten aktiven Trainingsmethoden. Schon nach 8 bis 9 Minuten hat der Muskel, die in ihm gespeicherten Energiereserven verbraucht und er zapft nun die benachbarten Fettzellen an – und schon wird das darin gespeicherte Fett „verbrannt“.

Durch wiederholte Stimulation wächst der Muskel wie beim normalen Sport auch und verbraucht dann noch mehr Fettenergie. Mit dem Fett werden aber auch die dort eingelagerten Schlacken und Umweltgifte mobilisiert und werden ausgeschwemmt. Zugleich entschlackt man also, was durch ein Entgiftungsprogramm mit speziellen Frequenzen sogar noch unterstützt werden kann. Gezielt kann dadurch auch Cellulite behandelt und das Hautbild insgesamt verbessert werden. Eine Straffung der Muskeln wiederum hat auch einen natürlich verjüngenden Effekt auf das Aussehen. Durch spezielle Gesichtbehandlung kann das Gesicht deutlich geglättet werden und die Haut erhält durch die bessere Durchblutung ein frischeres Aussehen.

Ein anderes Programm baut die Brustmuskulatur auf, wodurch sich auch der Busen sichtbar strafft. Für Professor Gerta Vrbova, die die bioelektrische Stimulation miterforscht hat, ist es daher unverständlich, dass immer noch viele Menschen ein Gesundheitsrisiko eingehen und sich mitunter riskanten Schönheitsbehandlungen unterziehen: „Wenn ich lese, wie Frauen und Männer an drastischen Lösungen wie kosmetische Operationen denken oder über Produkte wie das Nervengift Botox, das möglicherweise eine langanhaltende Schädigung der Muskeln bewirkt, oder wenn ich von Sportlern lese, die Drogen nehmen, um ihre Leistung zu steigern, denke ich, sie sollten darauf aufmerksam gemacht werden, dass Elektrostimulation mit Ultratone ein weit sicherer und gesünderer Weg ist für ein natürliches Facelifting, eine Reduzierung unerwünschter Fettpolster und Steigerung der Fitness und Muskelleistung.

Gerade solche Schönheitsaspekte motivieren viele Menschen, etwas für ihren Körper und ihre Fitness zu tun. Sie melden sich in Fitnessstudios oder Sportvereinen an, aber das Durchhaltevermögen für ein regelmäßiges Training zweimal wöchentlich ist oft gering. Noch weniger Dauermotivation entwickeln erstaunlicherweise meist Menschen mit Rückenschmerzen und Übergewichtige - immerhin über die Hälfte der gesamten Bevölkerung leiden darunter.

Meist flaut ihre Begeisterung für sportliche Bewegung nach dem ersten Abklingen der Beschwerden schnell ab. Hier könnte diese passive Form eines medizinisch sinnvollen Trainings mit „Futura Plus“ eine echte Alternative sein. Dann lohnen sich auch die stolzen Anschaffungskosten von rund 1800 Euro bzw. ein Ratenkauf, der in etwa einem dreijährigen Beitrag im Fitnessstudio (monatlich 57,60 Euro über 3 Jahre bei 198 Euro Anzahlung) entspricht.

Der Autor Ulrich Arndt ist freiberuflicher Fachjournalist im Bereich ganzheitliche Gesundheit, alternative Forschung, Esoterik und Spiritualität. Im Jahr 2000 gründete er das LIFE-TESTInstitut, eine unabhängige Institution zur Erforschung bioenergetischer Wirkungen von Produkten, Therapien und spirituellen Methoden. Er schreibt Bücher zu Themen ganzheitlicher Gesundheit und Spiritualität, zuletzt „Schätze der Alchimie – Edelstein-Essenzen” (erschienen im Hans-Nietsch-Verlag).

Kontaktadresse: Kandelstr. 53, 79312 Emmendingen, Telefon 07641-9593742, Fax 07641-9356-99, eMail: life-test@t-online.de