Heilendes Clearing
Therapeutische Arbeit mit fremden Energien

von Ulf Parczyk 

Der Mensch ist ein offenes System: In stetem Austausch mit seiner Umwelt, permanent Energien aufnehmend und verwandelnd, Formen erschaffend. Verläuft dieser Prozess konstruktiv, ist der Mensch flexibel und bewusst und übernimmt in diesem Bewusstsein, was ihm zum Lernen und zur Entwicklung dient. Und er lässt das beiseite, weist das zurück, was er zur Zeit nicht benötigt oder was ihn schädigen würde. Kommt es jedoch zu Störungen im Bewusstsein, ist der fließende produktive Austausch gefährdet oder ganz gestoppt.

Diese Störungen sind beim Menschen vielfältig und zumeist emotionaler Art: Traumata, d.h. belastende Erlebnisse, die den Menschen erschüttern, oder Schocks. Aber auch starke emotionale Zustände (Hass, Wut, Trauer, Schuldgefühle usw.) und Situationen, in denen überhaupt - wie auch während Traumata - der Zusammenhang der feinstofflichen Körper geschwächt wird. Z. B. in Narkose, bei schweren Krankheiten oder Einnahme von Drogen. Also oft, wenn unser Bewusstsein geschwächt oder ausgeschaltet ist, kommt es zu einer Starrheit oder/und zu dauerhaften Veränderungen unserer inneren Energien. Wir sind dann anfälliger für feinstoffliche Übergriffe von außen.

Oder wir spalten ein Seelenfragment ab, das in der erschütternden Situation oder in dem entsprechenden Alter verbleibt. Oder wir erschaffen Gedankenformen, die sich nicht den Umständen anpassen, sondern überdauern - bis dahin, dass sie ein Eigenleben bekommen und wie Fremdenergien auf uns zurückwirken.

Mit diesen verschiedenen Phänomenen beschäftigt sich das Clearing. Hier kann in der Kürze nur etwas näher auf das Thema Fremdenergien, speziell Besetzungen, eingegangen werden, das einen großen Teil dieser therapeutischen Arbeit darstellt.

Voraussetzung dafür, unter den Einfluss einer Besetzung zu geraten, ist - wie oben erwähnt - eine Schwächung des Bewusstseins und eine Resonanz mit einem bestimmten Problem. Damit ist unser „natürliches psycho-spirituelles Immunsystem”, das zum Glück sonst immer funktioniert, geschwächt und es können Fremdenergien Einlass in unsere Aura, unseren Körper bekommen. Da dies auf feinstofflicher Ebene geschieht, ist der Vorgang den meisten Menschen unbewusst.

  • „Fremde“ Energien

Bei diesen so genannten „Fremdenergien“ kann es sich um Seelen oder Seelenfragmente Verstorbener, dämonischen Energien oder Fragmente anderer Personen handeln. Oder es können durch diese Problemsituation auch die Grundlagen dafür geschaffen werden, von anderen energetisch angezapft („astrale Nabelschnur”) oder gar belästigt und bedroht (Schwarze Magie) zu werden. All diese Einflüsse bzw. Übergriffe werden jedoch von dem/der Betroffenen aktiv - wenn auch unbewusst - zugelassen.

Überhaupt sind Fremdenergien an sich keine Ursache für Handeln und damit kann an sie leider - pardon - nicht die Verantwortung für eigenes Handeln abgegeben werden, etwa so: „Ich kann nichts dafür, das war mein Besetzer!” Wir sind und bleiben immer für uns verantwortlich. Mindestens dafür, dem „Besetzer” das Feld (also uns!) mehr oder minder überlassen zu haben.

So kann es sein, dass ein gerade Verstorbener nach dem Tod und der Trennung von seinem Körper nicht den eigentlich vorgesehenen Weg ins Licht geht. Dies vielleicht, weil er sich nicht von seiner Ehefrau trennen will. Er möchte bei ihr bleiben und begibt sich „aus Liebe” in ihre Aura und beeinflusst sie auf unbewusster Ebene. Wenn seine Frau einen anderen Mann kennenlernt, wacht er eifersüchtig über sie und lässt sie Dinge sagen, die den „Nebenbuhler mit Körper” abschrecken, damit er sie „behalten” kann. Nebenbei kann sie auch Essgewohnheiten oder die Art der Gestik von ihm übernehmen. Anfällig für die Besetzung durch den Ehemann könnte die Frau durch ihr Festhalten an ihm sein. Möglicherweise verstärkt ihr Besetzer auch, was sie sowieso in sich trägt: ein Schuldgefühl ihrem toten Mann gegenüber bei Treffen mit anderen Männern.

Die erfolgreiche Bearbeitung ihrer momentanen Situation hängt hier offensichtlich davon ab, den Ehemann wirklich ins Licht zu verabschieden, was für beide einen Schritt weiter in ihrer Entwicklung bedeutet.

Dann erst kann die Frau - im wahrsten Sinne befreit - trauern und an der „Restproblematik“, die sich nun erst wirklich zeigen kann, weiterarbeiten, damit sie dann beispielsweise in der Lage ist, auf andere zuzugehen, und möglicherweise neue Partnerschaft einzugehen.

Dadurch, dass wir Fremdes mehr oder weniger dauerhaft in uns aufnehmen, ergibt sich zumeist ein negativer Einfluss auf unsere Person. Das Wesen bringt seine eigene Problematik und Gestimmtheit mit, raubt uns Energie. Wir werden in unserer Entwicklung gehindert, bilden für uns selbst oder andere unerklärliche Verhaltensweisen oder körperliche Symptome aus, neigen plötzlich zu Gefühlsausbrüchen, bekommen andere Vorlieben, wirken wie ferngesteuert und sind uns selbst oder anderen mit einem Mal fremd und vieles mehr. Besetzungen, die schon fast dieses ganze Leben oder länger andauern, sind natürlich mit diesen Anzeichen nicht zu erfassen.

  • Anzeichen für Fremdeinflüsse

Fremdeinflüsse vor Durchführung eines Clearings sicher von anderen Problemursachen zu unterscheiden, ist schwierig. Dies schon alleine deshalb, weil der Einfluss über das eigene Unbewusste läuft. Wer nicht medial, hellsichtig ist, ahnt höchstens von fremden Einflüssen auf die eigene Person. Hinweise können uns das Vorliegen o.g. „Schwächungssituationen” in der Biografie des Klienten/der Klientin geben: Schocks, Traumata, Narkose, Unfälle, Operationen, Süchte, emotionale Ausbrüche usw. Sind Menschen nach solchen Situationen in Persönlichkeit, Verhalten oder/und Erleben verändert, ist dies ein weiterer Hinweis.

Ebenfalls können Gefühle, sich selbst fremd zu sein, „neben sich zu stehen” - oder Beobachtungen Nahestehender, man hätte sich plötzlich verändert, in diese Richtung deuten. Weiterhin können ein niedriges Energieniveau, aber auch die verschiedensten unspezifischen körperlichen Symptome die Folge eines Übergriffes sein. Die Fremdenergie kann alle möglichen Leiden, körperliche Schmerzen, Ängste oder Schuldgefühle aus ihrem Leben oder ihrer Todeserfahrung mitbringen und auf uns übertragen.

Bei einem schwarzmagischen Angriff spielen Bedrückung, plötzliche, unerklärliche Ängste oder körperliche Schwäche- und Druckgefühle eine große Rolle. Dämonische Kräfte können die verschiedensten destruktiven Tendenzen im Betroffenen unterstützen und fördern.

  • Praktisches Vorgehen

Im Clearing wird die Aura und der Körper nach allen möglichen fremden Einwirkungen wie auch selbsterschaffenen Gedankenformen und fehlenden Seelenanteilen untersucht. Dies kann der Klient / die Klientin mit entsprechender Begleitung selber durchführen, auch ohne Hypnose oder Unterstützung durch ein Medium. Dies stützt die Eigenverantwortung und der gesamte Prozess von Integration oder Trennung wird selber durchlebt. Man hat sich ja auch selber z.B. die Fremdenergie „eingefangen”, d.h. die Aura geöffnet. Oder Gedankenformen solch eine Kraft gegeben, dass sie wie selbständig handeln. So sollte also jeder wenn möglich den therapeutischen Prozess miterleben und steuern können.

In welchen Situationen und warum genau dies geschehen ist, ist eine Arbeit, die genauso wichtig ist, wie die direkte Arbeit mit den Energien. Denn es geht um die Resonanzbearbeitung, die dauerhaft eine Wiederholung der Problematik verhindern soll. Es ist die Erforschung der Ursachen für die negativ empfundenen energetischen Verhältnisse im eigenen Wesen.

In einer so genannten Lichtimagination werden Besonderheiten, Auffälligkeiten und Fremdes im eigenen „somato-psycho-spirituellen Feld” (wie man die Aura, resp. die verschiedenen Körper eines Menschen auch nennen könnte) erfragt. Falls der Klientin/dem Klienten etwas aufgefallen ist, übernimmt er/sie die Stimme für diese Energien und der Therapeut nimmt den Dialog mit ihnen auf. In diesem Gespräch wird zuerst die Art der Energie identifiziert. Denn eine solche Diagnose entscheidet über das weitere Vorgehen, zum Beispiel über die wichtige Frage „Trennung oder Integration”? Außerdem werden Hinweise gesucht, die bei der Resonanzbearbeitung hilfreich sind: Ort und Zeitpunkt der Energieveränderung, innere Befindlichkeit und eigene Gestimmtheit währenddessen, die Erforschung einer inhaltlich-energetischen Ähnlichkeit zwischen Fremdenergie und Anteilen des Klienten etc.

Danach folgen „Trennung oder Integration”, beispielsweise findet die Seele einer Verstorbenen ihren Weg in das Licht. Oder eine dunkle Energie wandelt sich um und geht ebenfalls ins Licht. Oder ein Seelenanteil kann wieder integriert werden. Oder ein Fragment wird zu dem eigentlichen Besitzer zurückgeschickt (Das hört sich jetzt alles einfacher und kürzer an als es sich manchmal gestaltet!).

Und schließlich und endlich sollte die Resonanz bearbeitet werden; bevorzugt mit den Mitteln der Rückführungstherapie, da der Zeitpunkt eines Übergriffs oder das Entstehen einer Gedankenform nicht in der Gegenwart stattgefunden hat. Und die Ursachen für die Resonanz liegen zumeist in früheren Leben. Oft existiert auch eine karmische Verwicklung zwischen Klient und Besetzer. Welche Problematik, welche Gleichschwingung mit den fremden Energien führte zum Zulassen des Übergriffes? (Wenn man möchte, könnte man die Reinkarnationstherapie auch als Clearing bezeichnen, nämlich als Befreiung von starren Gedankenformen und Heilung von Wunden der feinstofflichen Körper.)

  • Eigenverantwortliche Befreiung

Der Schamanismus und der christliche Exorzismus beschäftigen sich ebenfalls mit den behandelten Thematiken. In Bezug auf die Fremdenergien ähnelt das Clearing jedoch eher einer kurzen Gesprächstherapie für den Besetzer, jedoch nur insoweit, als dass dem eigentlichen Klienten geholfen ist. Abgesehen davon sollte der Besetzer erst einmal ins Licht gehen, um sich dort weiterzuentwickeln: Welcher Klient möchte sich denn auch als Medium für eine ausführliche Therapie des Besetzers zur Verfügung stellen, geschweige denn, sie auch noch bezahlen? ....

Das Clearing ist eine moderne Form, mit inneren problemgeladenen Energien umzugehen. Es gibt viele Väter und Mütter der hier beschriebenen Methode, unter den modernen der letzten Jahrzehnte vor allem Edith Fiore, Rhea Powers, William Baldwin.

Ich hoffe, dass trotz der Kürze der Darstellung deutlich geworden ist, dass das Clearing von einer reinen Arbeit mit den Seelen Verstorbener oder dämonischen Kräften mittlerweile zu einem komplexen Verfahren herangereift ist  - oder sein sollte. Außerdem sollte es immer mit anderen Methoden kombiniert werden, um die Ursachen für die beschriebenen überdauernden und eine Person hindernden Energieveränderungen weiterbearbeiten zu können. Reinkarnationstherapie bietet sich hier an.

Es bleibt zu hoffen, dass sich mit Hilfe dieser Methoden und Hintergründe für Probleme, eine stark erweiterte, eine esoterische Psychotherapie auf der Grundlage spirituellen Wissens gründen wird. Der Psychologie, der Psychotherapie und den Hilfesuchenden wäre sehr damit gedient.

Der Autor Ulf Parczyk, Jahrgang 1962, ist Diplom-Psychologe und hat vor einigen Jahren seine Tätigkeit als Klientenzentrierter Gesprächstherapeut (GwG) niedergelegt und in einer „Pause“ eine spirituellere Psychotherapie erlernt.

Pfeiler seiner Arbeit sind Rückführungen und Clearings in einer erweiterten Form. „Eigenverantwortlichkeit des Klienten unterstützt mit einfühlsamer Begleitung durch die Bereiche des Unbewussten“ möchte er sein therapeutisches Verständnis umschreiben. Ulf Parczyk lebt und arbeitet in Frankfurt/Main