von Ulrich Arndt Die Wärmflasche, das Kirschkern-Säckchen und die Rotlichtlampe sind die am weitesten im Privathaushalt verbreiteten „Therapiegeräte“. Jeder hat schon die wohltuende Wirkung ihrer Wärmestrahlung erfahren. Auch in der Sauna, mit Hilfe von heißen Steinen, Bädern in heißem Sand und natürlich im heißen Wasser und durch warme Dämpfe tanken wir die heilsame Wärme. Und doch kann man diese altbewährten Methoden noch erheblich verbessern. Schon die einfachste Methode, die alte Wärmflasche wurde in Form eines „magischen“ Kunststoffsäckchens noch einmal völlig neu erfunden. Der flüssige Inhalt dieses Heizkissens „gerinnt“ durch einen kurzen Daumendruck auf ein Katalysatorplättchen in Sekundenschnelle zu einem Gel und setzt dabei Wärme frei. Über zwei Stunden lang gibt der Beutel so seine gespeicherte Hitze ab. Legt man ihn dann in heißes Wasser, verflüssigt sich das Gel wieder und man kann ihn erneut anwenden – praktisch unbegrenzt. Vorteile des neuartigen Wärmesäckchens sind, dass er sich weit besser anschmiegt, viel leichter ist und auch unterwegs, auf Reisen, im Wintersport oder im Büro sofort angewendet werden kann (Preis ca. 15 Euro).
Wie groß der Unterschied verschiedener Wärmewirkungen ist, zeigt beispielsweise ein Vergleich zwischen einer Sauna und einer modernen Infrarot-Wärmekabine: Während im Schweiß von Sauna-Nutzern mit dem Wasser zwischen 3 und 5 Prozent Salze, Schwermetalle und Umweltgifte ausgeschieden werden, sind es bei den Anwendern von Infrarotkabinen und –kuppeln mehr als dreimal so viele. Rund 15 Prozent ihres Schweißes besteht aus giftigen Stoffen wie Blei, Cadmium, Nickel, Kupfer, Ammoniak, Benzol, Trichlorethan und anderen Schadstoffen. Messungen zufolge können so bei einem einzigen Wärmebad schon 84 Milligramm Blei und 6,2 Milligramm Nickel einfach ausgeschwitzt werden. Der Grund dafür ist, dass FIR-Wärmestrahlen bis ins Fettgewebe eindringen. Dort regen sie die Zellen an, gespeicherte Fette und die darin gebundenen Umweltgifte und Stoffwechselschlacken abzugeben. Viele dieser Gifte lagert unsere Organismus nämlich im Fettgewebe ab. So ist die FIR-Infrarot-Therapie eine besonders effektive Methode der Entgiftung und Entschlackung und hilft sogar beim Abnehmen. Sie nutzt dabei die Entgiftungskraft unserer „zweiten Niere“, unseres größten Organs, nämlich der Haut. Sie wiegt etwa 3 Kilogramm und auf ihrer 1,5 bis 2 Quadratmeter großen Fläche sind unter anderen zehn Millionen Schweißdrüsen verteilt. Diese wiederum können wie kleine Pumpen den Müll nach draußen befördern. Wird diese „Müllabfuhr“ angeregt, schwinden mit den Schlacken die verschiedensten Alltagsleiden und die Haut bekommt ein gesünderes, frischeres Aussehen. Dr. Peavo Airola, einer der berühmtesten Ernährungswissenschaftler der USA, stellte fest: FIR-Therapie stimuliert durch die intensive Erwärmung des Gewebes den gesamten Stoffwechsel positiv und reinigt dadurch den Körper von innen heraus, sie hemmt zudem krankmachende Bakterien und Viren und fördert die Selbstheilungskräfte. Daher schreibt Airola der regelmäßigen Anwendung eine verjüngende und jungerhaltende Wirkung für den gesamten Organismus zu. Die Infrarotstrahlen erweitern dabei die Blutgefäße und regen die Blutzirkulation an. Sie beschleunigen so den Austausch von Stoffwechselprodukten zwischen Blut und Zellen und den Abbau von Ablagerungen an den Gefäßen. Die Zellen werden dadurch besser versorgt und Stoffwechselreste schneller ausgeschieden. Auch der Lymphfluss wird angekurbelt, was alles zur Entschlackung und Entgiftung beiträgt. Die Stimulierung der Blutgefäße entspricht einer Art Kreislauf- und Herzgefäßtraining. Das haben Untersuchungen der NASA ergeben. Ihnen zufolge können mit Hilfe der infraroten Wärmestrahlung die Herzgefäße der Astronauten während langer Raumfahrten gesund gehalten werden.
Besonders hilfreich sind die FIR-Wärmestrahlen aber auch bei allen
Problemen des Bewegungsapparates und bei Hautproblemen. Die komfortabelste Nutzung der Infrarottherapie ist sicherlich eine Wärmekabine. Am effektivsten sind solche, bei denen möglichst großflächige Strahler oder sogar die gesamte Wandfläche als Infrarotquelle dienen. Jedoch gibt es beträchtliche Unterschiede in der verwendeten Wellenlänge der Infrarotstrahlen. Etliche Hersteller verwenden kleine, sehr heiße Quarzstrahler und Infrarotlampen, bei denen das Strahlungsmaximum nicht mehr im natürlichen Idealbereich zwischen 8-10 Mikrometern liegt (Preise je nach Hersteller zwischen 2000 Euro und 4000 Euro). Freilich hat nicht jeder die Möglichkeit, in seiner Wohnung eine Infrarotkabine aufzustellen. Manche Hersteller bieten daher eine mobile Version mit klappbarer Ruheliege und einer Art Folienhülle. Wem auch das zu sperrig und umständlich ist, der hat mit der „Hot-House“-Kuppel eine elegante und hocheffektive Alternative.
Dieser neuartige Wärmedom besteht aus einer halbkreisförmigen Schale, die gut die Hälfte des Rückens und die beide Körperseiten abdeckt. Seine Innenoberfläche besteht quasi aus Sand, der aufgeheizt wird - genauer aus diamantartigen Siliziumkristallen, durch deren Reflexionen die Wirksamkeit der Infrarotwellen um das Zehnfache gesteigert wird. Auch ohne Ganzkörperkabine wird so eine hohe Intensität erreicht. Da hier der Körper nicht komplett erhitzt wird, können Temperaturunterschiede besser reguliert werden. Der Kreislauf wird nicht so stark belastet und auch Menschen mit sehr niedrigem oder hohem Bluthochdruck bekommen keine Probleme. Anders als kleine punktuelle Infrarotstrahler erzeugt die „Sandkuppel“ des Hot-Houses aber dennoch eine großflächige, gleichmäßig angenehme Wärme, als ob wir uns am Strand in der Sonne aalen. Die Wellenlänge wurde hier so exakt abgestimmt, dass der Körper rund 93 Prozent der FIR-Strahlung aufnehmen kann. Schon Orgon-Forscher Wilhelm Reich hatte festgestellt, dass gerade Sand eine außergewöhnlich starke förderliche Energie freisetzt (Preis ca. 1480 Euro). Das Hot-House schließt mit seiner Größe und Wirkkraft die Lücke zwischen Wärmekabinen und den sehr viel kleineren Tischgeräten. Doch auch bei diesen kleineren Tischgeräten hat die Wandlung von der alten Rotlichtlampe zur modernen FIR-Infrarottherapie eingesetzt. So steigert beispielsweise ein kleiner Bruder des Hot-House vom gleichen Hersteller, das „FIR-to-GO“, die Heilkraft der Wärmestrahlung beträchtlich (Preis ca. 680 Euro). Auch diese Variante ist mit der innovativen Kombination von Siliziumschicht und FIR-Wärmestrahlung ausgestattet. Mit ihren Forschungsergebnissen zur Infrarotwärme haben uns die Wissenschaftler gezeigt, wie lebensnotwendig und heilsam ganz elementare Einflüsse wie die Wärme für unsere Gesundheit sind.
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