Mehr als nur „Stoff“ für das tägliche Brot

Warum Getreidegräser aus Weizen und Gerste zu Eckpfeilern für ein gesundes Leben werden können

von Birgit Acker 

Die Menschheit kennt seit Urzeiten die Edelgräser Weizen und Gerste. Wir verwenden ihre Samen für unser tägliches Brot. Hungersnöte und Elend waren direkt mit dem Ernteerfolg bei den Getreidebauern verbunden. Aber warum verwenden wir nicht auch die grünen Anteile dieser wertvollen Pflanzen, die so reich an Chlorophyll, Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen sind? Wenn wir in der Menschheitsgeschichte etwas weiter zurück gehen finden wir Überlieferungen von den Kelten, Mayas, Chinesen und Sumerern, in denen der Verzehr von Gräsern als Therapie beschrieben wird. In der Bibel wird z.B. berichtet, dass König Nebukadnezar (605-562 v. Chr.) in der Zeit seiner Verbannung sich sieben Jahre lang von Gräsern ernährte.

Gräser sind also keineswegs nur Produzenten von Körnern, aus denen wir unser Brot backen. Denn:

  • Gräser sind reich an Vitaminen, Mineralien, Spurenelementen und Enzymen.
  • Gräser sind hochwertige Lebensmittel und verleihen ihrem Verzehrer Lebensenergie und neuen Schwung.
  • Sie verbessern die Sauerstoffversorgung und wirken entgiftend auf die Zellen ein.
  • Mit ihren Ballaststoffen können sie uns bei der Verdauung helfen.
  • Sie stabilisieren und unterstützen das Immunsystem.
  • Sie wirken hoch basisch und sind somit bestens geeignet ,das Säuren-Basen-Gleichgewicht des Organismus zu stabilisieren.

Im Grund genommen sind das alles notwendige Eckpfeiler für ein gesundes Leben.

Wertvolle Inhaltsstoffe

Wie wertvoll die Gräser sind, ist auch aus den Analysen der Inhaltsstoffe zu ersehen. So hat z.B. Weizengras mit ca. 24 % mehr als acht mal (8x) soviel Eiweiß wie Kuhmilch und doppelt so viel wie Hühnereier. Zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang auch, dass pflanzliches Eiweiß, so genannte Polypeptide, vom menschlichen Organismus wesentlich besser verstoffwechselt werden können. Ernährungsphysiologisch sind die Gräser mit ca. 45 % Anteil den Kohlehydraten zuzuordnen.

Ein Blick auf die Aminosäuren zeigt eine ausgeglichene Präsenz aller acht essentiellen Eiweißbausteine, die vom Körper nicht hergestellt werden können, sondern über die Nahrung aufgenommen werden müssen. Fehlen diese Aminosäuren in unserer Ernährung ist der Körper nicht in der Lage einen Teil der notwendigen stofflichen Prozesse durchzuführen.

Gräser versorgen uns mit einem Reichtum an Mineralien, Spurenelementen und Vitaminen, die der normale Industriebürger in seiner raffinierten und  „verfeinerten“  Nahrung nicht mehr in ausreichender Menge erhält, dafür aber um so mehr für sein Wohlbefinden und die Aufrechterhaltung seiner elementaren Körperfunktionen dringend benötigt.

Medizinisch nachgewiesen

Dr. Earp-Thomas vom Bloomingfield Laboratorium in New Jersey hat über hundert wertvolle Lebensstoffe im Weizengras nachge­wiesen. Darunter 13 Vitamine, 20 leicht aufnehmbare Eiweißbausteine (Aminosäuren), 14 lebens­wichtige Mineralien und eine Vielzahl von Spurenelementen. Neben den Vitaminen A, C, E, K und den Nervenvitaminen der B-Gruppe ist sogar das sehr seltene B12 enthalten. Besonders zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang das Chlorophyll, das mit ca. 10 µg/g verglichen mit Werten von anderen Pflanzen reichlich vertreten ist.

Chlorophyll ist mehr als nur ein wichtiger Inhaltsstoff, es ist der Schlüssel zum Leben und Basis unserer biologischen Existenz schlecht­hin. Betrachten wir z.B. den komplexen Vorgang der Atmung bei den Lebewesen und den entsprechenden, ebenfalls vergleichbar komplizierten Prozess der Photosynthese bei den Pflanzen so stellen wir fest, dass beide Prozesse voneinander abhängig sind. Das Einatmen von Sauerstoff und Ausatmen von Kohlendioxid bei den Lebewesen entspricht dem “Einatmen” von Kohlendioxid und “Aus­atmen” von Sauerstoff bei den Pflanzen.

Den einbehaltenen Kohlenstoff verwandelt die Pflanze in einem einzigartigen Vorgang - der Photosynthese - unter Verwendung von Wasser mit der Energie der Sonne zu Kohlenhydraten, die bekanntlich Hauptbestandteile unserer Lebensmittel sind. Chlorophyll wirkt in diesem Prozess wie ein Katalysator, um die Energie der Sonne für alle Lebewesen nutzbar und somit unser Leben erst möglich zu machen. Wie eng unser Leben mit den Pflanzen zusammen hängt wird auch ersichtlich, wenn wir die Molekularstrukturen von Hämoglobin, dem roten Farbstoff unseres Blutes mit der des Chlorophylls vergleichen. Beide haben die gleiche Grundstruktur. Beim Hämoglobin ist ein Eisenatom im Zentrum eines komplexen Ringmoleküls platziert, während beim Chlorophyll ein Magnesiumatom diese Stelle einnimmt. Unter diesem Aspekt wundert es auch nicht mehr, dass das „Pflanzenblut“ nachweislich die Blutbildung unterstützt und die Sauerstoffversorgung der Zellen verbessert.

Gräser und Cholesterin

Getreidegras kann eine wichtige Rolle bei der Regulierung des Cholesterinspiegels spielen. Die Säuren, die wir mit der Nahrung aufnehmen werden durch die Anwesenheit von Gras besser verstoffwechselt und neutralisiert, so dass der Kalzium­abbau in den Gefäßen und die damit verbundene Cholesterin­ausschüttung reduziert wird. 

Entschlackung

Wer beginnt, Gräser in seinen Speiseplan einzubinden, löst Schlacken aus den Depots bzw. schwemmt diese über Leber, Nieren und Blase aus. Anfangs kann es zu einer größeren Belastung der Entgiftung­sorgane und damit verbunden zu Unwohlsein, Hautausschlägen oder anderen Reinigungsreaktionen des Körpers kommen.

Dann ist es ratsam, die Verzehrmengen zu verringern, um den Entgiftungsprozess zu verlangsamen. Danach kann die Menge bewusst und vorsichtig entsprechend der Situation gesteigert werden. 

Vitamine als Krebsschutz

Bei geistiger und körperlicher Erschöpfung ist Gras, insbesondere Gerstengras ein wahrer Energiespender. Es benötigt fast keine Verdauungsenergie und liefert alles was der Körper braucht. Die in den Gräsern enthaltenen Vitamine A (in Form von Beta Carotin), C, und E sowie die Mineralien Selen und Zink sind auch als Krebsschutz bekannt. Auch dem bereits oben genannten Chlorophyll wird diese Eigenschaft nachgesagt. Getreidegräser enthalten die Enzyme P4-D1 und D1-G1, die nachweislich in der Lage sind durch Radioaktivität und Röntgenstrahlung geschädigtes Erbgut wieder zu reparieren. 

Gewinnung der Grasprodukte

Hochwertige Grasprodukte werden aus kontrolliert biologisch angebautem, langsam wachsendem Winterweizen bzw. Wintergerste gewonnen. Die reduzierten Temperaturen über die Wintermonate lassen die Gräser sehr langsam wachsen. Sie bilden dabei ein dichteres und tiefer greifendes Wurzelwerk aus und ziehen Mineralien und wertvolle Spurenelemente aus der Erde. Ca. 200 Tage nach der Aussaat werden die Spitzen der 15 - 20 cm langen Gräser zum Zeitpunkt ihrer maximalen Nähr­stoffkonzentration (bevor der Halm zu sprießen beginnt) geerntet und sofort in einem schonenden Verfahren zu Pulver, Extrakt oder Tabletten verarbeitet. Die wertvollen Inhaltsstoffe sollen dabei weitestgehend erhalten bleiben.

Empfehlung für den täglichen Bedarf

2 - 3 x täglich ½ - 1 Teelöffel Graspulver in 150-200 ml kohlensäurefreiem Wasser, Tee oder Obstsaft auflösen und möglichst vor den Mahlzeiten trinken. 2 -3 x täglich 3 - 5 Tabletten mit reichlich Wasser, Tee oder Obstsaft möglichst vor den Mahlzeiten schlucken. Durch Lutschen der Tabletten werden die Inhaltsstoffe vorfermentiert und können vom Organismus noch besser aufgenommen werden.

Nach Bedarf kann bei Kuranwendungen die Dosierung individuell verändert werden (zu beachten sind dabei jedoch die Entgiftungsreaktionen des Körpers). Auf jeden Fall sollte ein erfahrener Arzt und/oder Heilpraktiker vor der Einnahme um Rat gefragt werden. 

Was ist für wen gut?

Weizengras regt den Nervus sympathicus an und mobilisiert somit die Adrenalinproduktion. Es verleiht Energie und Tatkraft. Es kann z.B. den morgendlichen Kaffee ersetzen. Gerstengras regt den Nervus parasympathicus an. Es wirkt beruhigend und entspannend. Es bietet sich z.B. an für stressgeplagte Menschen, bei Schlafstörungen, Hyperaktivität u.ä..

Ein ”Morgenmuffel” wird sich daher mehr zum Weizengras hingezogen fühlen, während der ”Frühaufsteher” zum beruhigenden Gerstengras greift. Menschen, die immer eine Weile brauchen um in die Gänge zu kommen benötigen im allgemeinen Weizengras, während impulsive und tatkräftige Menschen Gerstengras bevorzugen. Auf den Punkt gebracht bedeutet dies, dass der Phlegmatiker Weizen-, der Choleriker Gerstengras einnehmen sollte.

Getreidegräser sind keine Arzneimittel

Trotz der vielfältigen Anwendung und Einsatzgebiete handelt es sich bei den Gräsern nicht um Arzneimittel im Sinne des Arzneimittelgesetzes, sondern um Nahrungsergänzungsmittel, die oftmals notwendig sind, um Ordnung im Säuren-Basen-Haushalt des Körpers zu schaffen, Mängel auszugleichen und Gifte auszuscheiden. Bei Krankheiten ist (siehe oben) daher stets der Rat eines erfahrenen Mediziners oder Heilpraktikers einzuholen.

Die langjährige Leiterin des Hippocrates Health Institute in Boston, Dr. Ann Wigmore, schrieb über Weizengras folgendes: ”Weizengras ist kein Heilmittel an sich. Aber es ist wissenschaftlich erwiesen, dass es dem Körper lebenswichtige Nährstoffe liefert, deren Mangel Krankheiten hervorrufen”.

Dr. Ann Wigmore

Literaturhinweise

Nele Jürgens, Vital und gesund mit Weizengras; Compact-Verlag,

Barbara Simonsohn, Gerstengrassaft - Verjüngungselixier und naturgesunder Power-Drink; Windpferd-Verlag 

Die Autorin Birgit Acker, ehemalige Krankenschwester und Massagetherapeutin. Seit 1997 Mitgesellschafterin im familieneigenen Versandhandel (Gesundheitsprodukte zur Entsäuerung, Entgiftung und Regeneration des Organismus).

Kontaktadresse: Birgit Acker, Dr.-Zimmermann-Str. 64, D-88709 Meersburg, Tel. 07532-5012, Fax 07532-5014
Mail: sanos@t-online.de ,
www.sanos-online.de