Therapie mit Klangschalen

Sanfte Massage für unsere Körperzellen

Die Klangmassage nach Peter Hess® erfährt als ganzheitliche Entspannungsmethode vielfältige Anwendung – vom Wellnessbereich bis hin zur Heilpädagogik 

von Lutz Döring-Linke (Teil 2)

Alltäglich erfahrener Stress macht uns Menschen anfälliger und anfällig für Krankheiten und beeinträchtigt die Lebensqualität. Unsere innere Harmonie wird empfindlich gestört – wir kommen –  wie es so schön heißt – „aus dem Gleichgewicht“. Hier will die Klangmassage nach Peter Hess® als eine höchst wirksame Entspannungsmethode ansetzen: Sie biete, so sagen ausgebildete Anwender und deren Klienten gleichermaßen, „sanfte Lösung von Verspannungen und Blockaden in Körper und Seele“. Dazu soll sie eine gute Basis für die Neubelebung und Stärkung der Selbstheilungskräfte sein. Lutz Döring-Linke beschreibt im zweiten Teil seines Beitrages (***) ihre vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten. 

(***: Teil 1 „Heilsame Klänge aus kosmischen Sphären“ erschien in der Oktober-Ausgabe von Grenzenlos)

Zellmassage für den Körper

Mit einem einprägsamen Bild beschreibt Peter Hess die Wirkung von Klängen auf den Körper: „Lässt man einen Stein in einen Teich fallen, so entstehen konzentrische Wellen, die sich über den gesamten Teich ausbreiten. Jedes Molekül des Wassers wird auf diese Weise in Bewegung versetzt. Ähnliches geschieht bei der Klangmassage in unserem Körper, der ja zu etwa 80 Prozent aus Wasser besteht. Die wohltuenden Schwingungen übertragen sich auf den Körper und breiten sich dort in konzentrischen Wellen aus: eine wohltuende Massage für jede der über 100 Billionen Zellen im Körper – eine Zellmassage.“

Wer gesund ist, wird durch die Klangmassage in der Entwicklung innerer Harmonie gefördert und energetisch gestärkt für die Aufgaben des Alltags. Kreativität und Schaffenskraft erhalten neue Impulse. Bei körperlichen, seelischen und geistigen Problemen hilft die Klangmassage, frei zu werden von den Beschwerden, die alltäglicher Stress, Sorgen und Ängste bewirken. 

Wirkung der Klangmassage

Klangmassage kann unter anderem: Nacken- und Schulterverspannungen lösen, Kopfschmerzen beseitigen, die Verdauung regeln, von Unterleibsverkrampfungen befreien, eine bessere, vertiefte Atmung ermöglichen, die Konzentrationsfähigkeit verbessern, die Geburtsarbeit in allen Phasen unterstützen.

Klangmassage ist unter fachkundiger Anleitung leicht zu erlernen. Sie ist sehr gut anwendbar zur Entspannung im privaten Rahmen, in der Familie oder im Freundeskreis. Hier kann tiefe Entspannung bewirkt und können Heilungsprozesse (zum Beispiel bei Muskelverspannungen, Bandscheiben- und Unterleibsbeschwerden, Einschlafstörungen) unterstützt werden.

Professionelle Anwendung

Ihre sanfte Wirkungsweise macht die Klangmassage zu einer äußerst effektiven Methode, die von Fachkräften erfolgreich vor allem in Pädagogik, Heilkunde, Pflege und Therapie sowie Wellness und Kosmetik eingesetzt wird.  Das weite Anwendungsspektrum reicht von der Geburtshilfe bis zur Sterbebegleitung.

Die professionelle Anwendung der Klangmassage nach Peter Hess soll im Folgenden beispielhaft an den drei Bereichen Wellness und Kosmetik, Schule und Behindertenarbeit vorgestellt werden. 

Wellness und Kosmetik

Innere Gelassenheit, Selbstbewusstheit und Gesundheit bestimmen wesentlich die Ausstrahlung eines Menschen. Die Klangmassage bewirkt Wohlbefinden und Schönheit, die von innen kommt. Als Methode zur Entspannung und Gesunderhaltung ist die Klangmassage daher hervorragend geeignet zur Anwendung in Kosmetik und Wellness. Inzwischen bieten Friseur- und Kosmetiksalons die Klangmassage zur Entspannung an, und in zahlreichen Wellness-Hotels ist sie fester Bestandteil des Angebots.

So „erobert“ gerade der in der Klangmassage nach Peter Hess ausgebildete Josef Aschenbrenner das Zellertal im Bayerischen Wald. In vier Hotels seiner Umgebung bietet er den Gästen das „Entspannungserlebnis Klangmassage“ an. Die Hotelgäste haben vorab die Möglichkeit, sich auf den Internet-Seiten von Josef Aschenbrenner ein Bild von der Klangmassage zu machen – und zu buchen ( www.josefs-klangmassage.de ). „Mein Ziel ist es“, so Josef Aschenbrenner, „dass gute Hotels in meiner Gegend die Klangmassage anbieten. Dabei geht es ja nicht nur um Wellness, sondern um echte Gesundheitsvorsorge.“ 

Maria-Rosa Vogt ist seit fünfzehn Jahren selbständige Friseurmeisterin. Ihren Salon „Haar & Sein“ führt sie in der Gemeinde Sulz in Vorarlberg/Österreich. Nach ihrer Ausbildung in der Klangmassage machte sie ihre Kunden auf die neue Wellness-Behandlung mit Klangschalen aufmerksam. Langsam aber sicher wurden zuerst Damen, mittlerweile auch Herren, neugierig auf das Angebot.

Im Friseursalon werden nun spezielle Haarbäder durch den Klang der Klanschale abgerundet, Hand- und Nagelpflege enden mit einer Klangmassage für die Hände. „Der Klang zog seine Kreise“, berichtet Maria-Rosa Vogt, „und ich richtete zwei Stockwerke über dem Friseursalon einen Klangraum ein. Meinen Kunden biete ich jetzt Ganzkörper-Klangmassagen mit Edelsteinen und Düften an.

Einmal pro Monat trifft sich eine kleine Gruppe zu Meditation und Klangreise.“ Inzwischen hat sich auch wirtschaftlicher Erfolg eingestellt, und der Friseursalon ist weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt geworden. 

Klangmassage in der Schule

Als eine Antwort auf die für deutsche Schulen wenig schmeichelhaften Ergebnisse der PISA-Studie versteht Dr. Renate Jürgens ihre Klangarbeit an einer Kieler Gesamtschule. Dr. Jürgens unterrichtet Musik, Philosophie und Geschichte. Zuvor arbeitete sie als Musiktherapeutin in einer heilpädagogischen Tagesstätte. Sie ist in der Klangmassage nach Peter Hess ausgebildet.

An der Toni Jensen-Gesamtschule versucht sie, mit Unterstützung der Schulleitung, die Arbeit mit Klang mehr und mehr in den regulären Unterricht einzubinden. So werden kurze Klangmeditationen vor Klassenarbeiten von den Schülern sehr gerne angenommen, da sie Entspannung und Konzentration ermöglichen. Im Philosophie-Oberstufenkurs bietet Dr. Jürgens Klangreisen mit Gong und Klangschalen an. Hier hat sie feststellen können, dass die Schüler sich mit Hilfe der Klangschalen bewusster spüren lernen und ihre Gefühle besser ausdrücken können. Einer Gruppe von Schülern vermittelt sie die Grundtechniken der Klangmassage mit dem Ziel, dass sie anderen Menschen mit der Klangmassage eine Freude machen. Davon profitieren andere Schüler und Lehrer, aber auch ein nahe gelegenes Altersheim.

Weiter berichtet Frau Dr. Jürgens: „Auch in unserer diesjährigen Projektwoche bot ich die Arbeit mit Klang an. Die Schülerinnen konnten nicht nur intensive Erfahrungen an ihrem eigenen Körper erleben, sondern wir besuchten auch ein Altenheim mit pflegebedürftigen Menschen, ein Krankenhaus für Menschen mit psychischen Schwierigkeiten und eine heilpädagogische Tagesstätte. Unsere Klangarbeit, die auf die jeweilige Gruppe abgestimmt war, reichte von Klangmassagen über Klangbäder und Klangreisen bis hin zu verschiedensten Experimenten und Spielen mit Klang. Obwohl wir die Menschen, mit denen wir arbeiteten, nicht kannten, war sofort eine intensive Beziehung zu spüren. Es ist für mich sehr bewegend zu erleben, wie auf diese einfache Art und Weise eine friedliche Kommunikation zwischen unterschiedlichsten Menschen erreicht werden kann.“ 

Arbeit mit behinderten Menschen

Seit elf Jahren arbeitet die Sozialpädagogin Manuela Kainz mit Menschen, die mit geistiger oder mehrfach schwerster Behinderung leben. Nach der Ausbildung in der Klangmassage nach Peter Hess sind die Klangschalen zu einem wichtigen und unentbehrlichen Begleiter in ihrer beruflichen Tätigkeit geworden. Vertiefen konnte sie ihre Erfahrungen in der zweijährigen Weiterbildung „Klangpädagogik nach Peter Hess“.

Manuela Kainz berichtet über ihre Arbeit  in einem heilpädagogischen Förderzentrum: „Vor zwei Monaten hatte ich die Möglichkeit, Klangarbeit für eine Gruppe von fünf Jungen (davon zwei mit Down-Syndrom, ein autistischer Junge und zwei geistig behinderte Buben) in Anwesenheit ihrer Eltern anzubieten. Während ich gemeinsam mit den Kindern in der Mitte eines kleinen Turnsaals rund um viele Klangschalen saß, hatten sich die Eltern auf einer Bank am Rande des Raumes ein Plätzchen gesucht. Stück für Stück wurden die Klangschalen erforscht. Mir war dabei wichtig, dass möglichst alle Sinne angesprochen wurden. Das Erleben einer Klangmassage erfordert kein intellektuelles Verstehen, was besonders in der Arbeit mit Menschen mit Behinderung von hohem Wert ist. Klang wurde gehört und gespürt, Klangschwingungen wurden im Wasser sichtbar und „greifbar“ gemacht. Die Kinder hatten enormen Spaß an dem Angebot und waren sehr kreativ im Umgang mit dem Material. Wenn ich eine Übung vorschlug, erklärte ich sie immer vorher. Bei der Umsetzung zeigte sich dann, ob die Information in passender Weise aufgenommen werden konnte, und ansonsten stand ich stets in unterstützender Weise zur Verfügung.

Immer wieder stelle ich fest, dass für Menschen mit Behinderung die Körpererfahrung eine große Rolle spielt. Aus diesem Grund arbeite ich mit den vibrierenden Schalen bei Bedarf auch gerne an Mund, Lippen, Nase – was nicht nur intensives sinnliches Erleben ermöglicht, sondern zusätzlich immer Spaß macht.

Im zweiten Teil stand dann Entspannung auf dem Programm. Jedes Kind hatte die Möglichkeit, sich hinzulegen  und je nach Wunsch eine oder mehrere Schalen am Körper zu spüren – und sich dabei zu entspannen. Es war einfach fantastisch, wie sich die Jungen auf dieses Angebot einließen. Während sich einer entspannte, saßen die anderen und beobachteten. Auch in der Beobachterrolle waren sie fasziniert von den klingenden Schalen und nahmen aufmerksam teil. Christoph, ein Junge mit autistischen Zügen, lag so friedvoll und entspannt da, dass seine Mutter aufstand und ganz nahe kam, um ihren Sohn genau betrachten zu können. Besonders interessant waren für mich die Reaktionen von Christian, einem Jungen mit Down Syndrom. Er konnte gar nicht genug davon bekommen und meinte, dass das für seine Mama auch etwas sei. Für ihn war es ein optimales Angebot, um sich richtig zu entspannen. Er schlief fast ein, obwohl er so viele Zuschauer hatte.

Dieser Nachmittag wurde für mich, und ich glaube auch für alle anderen, zu einem unvergesslichen Erlebnis. Noch nie hatte ich eine so lebendige, kreative und fröhliche Gruppe von Kindern mit Behinderung erlebt, die über einen Zeitraum von zwei Stunden völlig aufmerksam und präsent waren. Eine Gruppe, die mich immer wieder zum Lachen brachte und den Tag in einem ganz besonders strahlenden Licht erscheinen ließ.“

Der Autor Lutz Döring-Linke, Diplom-Soziologe und Psychotherapeut (HP), u.a. ausgebildet in der Klangmassage nach Peter Hess®. Lebt in Kiel und arbeitet als Supervisor mit Einzelpersonen, Teams und Organisationen. Geschäftsführer des „Europäischen Fachverbandes Klang-Massage-Therapie e.V.“ und Redakteur der Fachzeitschrift „Klang-Massage-Therapie“.

Kontakt: Tel./Fax: 0431-2390283,
eMail: doering-linke@t-online.de

Im 1999 gegründeten „Europäischen Fachverband Klang-Massage-Therapie e.V.“ haben sich rund 300 Ausgebildete in der Klangmassage nach Peter Hess® zusammengeschlossen. Die Mitglieder kommen vorwiegend aus Deutschland, Österreich, Polen und der Schweiz und treffen sich auf der jährlichen Fachtagung in der Rhön-Akademie. Der gemeinnützige Verein gibt einen newsletter sowie die Zeitschrift „Klang-Massage-Therapie“ heraus. Auf der Homepage im Internet ( www.klang-massage-therapie.de ) gibt es auch eine Mitgliederliste. Weitere Auskünfte bei Lutz Döring-Linke, Tel./Fax: 0431-2390283, eMail: doering-linke@t-online.de