Morinda
Citrifolia
Heilfrucht aus der Südsee
von Roland Häke
Enzyme sind also keine direkten Wirkstoffe, sondern vielmehr Werkzeuge des Organismus um das gesundheitliche Gleichgewicht aufrecht zu erhalten, das weltweit oftmals folgenträchtige Defizite aufweist. Ein ganz wichtiger, direkter Wirkstoff, der noch bis vor Kurzem unbekannt war, jedoch erwiesenermaßen von entscheidender Bedeutung für die gute Gesundheit ist, nennt sich Xeronin. Speziell in der Noni-Frucht findet man hohe Konzentrationen an Proxeronin und Proxeronase, aus denen das nicht frei existierende Xeronin gebildet wird. Bereits mit dem Syntheseprozess findet eine körperliche Entschlackung statt. Das produzierte Xeronin wird sofort verarbeitet. Es bildet viele neue Substrate und ist von immenser Bedeutung in der Funktion als Zellrezeptor. Nur wenn ausreichend Xeronin im Körper ist, können sich die Zellen etwa alle 100 Tage regenerieren. Für die Zelle ist der Stoff wichtig, um Nährstoffe in die Zelle aufzunehmen, Schadstoffe auszuschleusen und den Intermediärstoffwechsel funktionsgerecht ablaufen zu lassen. In Noni findet sich auch ein Stoff, Damnacanthal, der aus einer japanischen Studie als die wirkungsvollste Substanz hervorging, mit der die so genannte T-RAS Funktion gehemmt wird. Von dieser Funktion weiß man, dass sie hauptverantwortlich für die Entstehung von Tumoren ist und dass ihre Hemmung neue Möglichkeiten sowohl in der Prophylaxe als auch in der Behandlung von Tumoren in sich birgt. Am Ende der hoch wirkungsaktiven Noni-Stoffe seien noch die großen Ansammlungen an Serotoninvorstufen erwähnt, die nicht nur das seelische Gleichgewicht fördern, sondern auch wichtige Komponenten des Gesamtstoffwechsels und der körpereigenen Hormonproduktion sind. Aus neuesten wissenschaftlichen Studien geht hervor, dass ein niedriger Serotonin-Spiegel die Gewaltbereitschaft und destruktiven Stress fördert“. Experten sind sich darüber hinaus einig, dass die Noni-Frucht mit 100 Stoffen ein einzigartiges Vitalstoffsystem darstellt. Auch wenn noch nicht alle Stoffe und ihre Wirkungen vollständig erforscht sind, werden der Morinda Citrifolia u. a. folgende, allgemeine Eigenschaften zugeordnet: antibakteriell, schmerzlindernd, blutungsstillend, entgiftend, die Atemwege befreiend, entzündungshemmend, abführend, psychisch beruhigend, blutdrucksenkend, blutreinigend und physisch belebend. Bei soviel guten Auswirkungen erscheint es dem Betrachter als völlig unverständlich, dass der Vertrieb von Noni-Präparaten (Kapseln, Saft und Kosmetik) in Deutschland nicht erlaubt sein soll (Pressemitteilung des BGVV vom 13.2. 2001).
Doch da die Indische Maulbeere in Europa bereits Mitte der 50ger Jahre als Rohstoff und Lebensmittel verbreitet worden sei und 1996 Brombeeren, Maulbeeren und Loganbeeren im Umfang von 634 Tonnen als Lebensmittel importiert wurden (Deutsches Statistisches Bundesamt), könne nicht von einem „neuartigen“ Lebensmittel gesprochen werden, argumentiert Matthias M. Werner. Norbert Messing, Verleger und Buchautor, sieht bei dem ganzen bisherigen bürokratischen Zenario den Amtsschimmel kräftig wiehern, zieht Parallelen zu dem Stevia-Verbot und meint: „Entsprechende Testverfahren, die .... eine angemessene Beurteilung erlauben, gibt es aber bislang nicht. Jede Entscheidung, ob positiv oder negativ, ist in dieser Hinsicht dann tatsächlich am Ende bürokratisch-willkürlich-selbstherrlich“. Nun scheint jedoch Bewegung in das Zulassungsgezerre zu kommen: Aus Brüssel verkündet man, dass die Firma Thaitian Noni International (ehemals Morinda Inc.) die Erlaubnis zum offiziellen Vertrieb ihres Noni-Saftes erhalten habe. Dies sei „nach langjährigen Untersuchungen und Forschungen“ geschehen, wobei „die Unbedenklichkeit des Saftes der Morinda citrifolia oder Noni-Frucht festgestellt“ werden konnte. Allerdings darf der Noni-Saft von Tahition Noni International nur in pasteurisierten Getränken verkauft werden. Andere Hersteller weigern sich zur Zeit teilweise noch, ihren Saft auf diese Weise in einen möglicherweise genehmigungsfähigen Zustand zu bringen. Andere mag das kostenspielige Genehmigungsverfahren (noch) abschrecken. Kelly Olsen, Präsident von Tahitian Noni International, bekundet indes seine Zufriedenheit über die erteilte Zulassung: „Es war ein langwieriger und teuerer Prozess, aber wir glaubten an die Unbedenklichkeit unseres Produkts und wir wussten, dass dieses Produkt allen Anforderungen und Tests der Europäischen Kommission standhalten würde“. Olsen weist in einer Presseerklärung darauf hin, dass - nachdem kein anderes Unternehmen einen Zulassungsantrag in Brüssel eingereicht habe - alle „Untersuchungen und wissenschaftliche Forschungen“ ausschließlich mit Tahitian Noni Juice“ durchgeführt worden seien. Inwieweit andere Noni-Produkte-Hersteller sich nun ebenfalls auf den Genehmigungsweg nach Brüssel begeben wollen, steht noch nicht fest. Allerdings: Durch die nun einmal erteilte Zulassung für den Saft von Tahitian Noni International könnte dieser Weg in Zukunft doch etwas leichter zu begehen sein.
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