Morinda Citrifolia

Heilfrucht aus der Südsee

  • Unscheinbare Naturfrucht Noni mit gravierenden, positiven Auswirkungen auf unsere Gesundheit
  • Experten: Seit über 2000 Jahren als „Wunderfrucht“ mit Breitbandwirkung bekannt
  • Bürokratische Hemmnisse verhinderten bislang den Vertrieb - Jetzt erteilt Europäische Kommission eine Zulassung unter Auflagen

von Roland Häke

Von der Öffentlichkeit kaum beachtet, informierte am 20. Dezember 2000 der Fernsehsender 3Sat in seiner Nachrichtensendung „Die News in Kürze“: „Schulmediziner bestätigen Naturheilkundler: Die haben schon lange daran geglaubt, dass die tropische Pflanze Noni eine heilsame Wirkung hat. Nun kommt der Beweis aus dem Labor: Substanzen aus der Noni-Pflanze vernichten 89 Prozent der Tuberkulose-Erreger.  Noch nicht entschlüsselt haben die Wissenschaftler, wie der Wirkmechanismus der Noni-Substanzen funktioniert. Die Heilpflanze wächst auf Hawaii sowie in Asien und Nordaustralien, wo sie Naturheilkundler als pflanzliche Medizin einsetzen“.

Die Rede ist von einem eher unscheinbaren, immergrünen Strauchgewächs mit weißen, trompetenförmigen Blüten und bis zu 12 cm großen, eiförmigen, fleischigen Früchten. Seit über 2000 Jahren, so Experten, ist Noni (botanischer Name: Morinda citrifolia), der Indische Maulbeerstrauch, in der Südsee, über Südostasien kommend, als „Wunderfrucht“ bekannt. Glaubt man den alten Überlieferungen der Medizinmänner, gibt es nahezu keine Krankheit, die man mit dem Saft der Noni-Pflanze nicht angehen kann. Auch wenn einem der unbehandelte Fruchtsaft recht streng an stark riechenden Käse erinnert, soll das die positiven Auswirkungen auf die Gesundheit nicht schmälern.

Hendrik Hannes, Experte für Nahrungsergänzungsmittel und Volksheilkundliches erklärt die Breitbandwirkung von Noni so: „Die Wildfrucht hat etwa  800 mal mehr Enzyme als die Ananas und wirkt daher direkt über die Aktivierung von etwa 2000 Enzymen am biochemischen Lebens(erhaltungs-)prozess mit. Enzyme sind sehr viel mehr als nur Verdauungshelfer: sie sind Katalysatoren, ohne die kein Leben möglich wäre und sie benötigen viele spezifische Cofaktoren um aktiv zu werden. Etwa 10.000 verschiedene Enzyme benötigt der Mensch um zu leben. Nur etwa 1700 verschiedene Enzyme sind bisher bekannt, wobei die Wissenschaft eifrig am Forschen ist und über die neuen Kenntnisse auf primäster Ebene der Lebensarbeit neue Zusammenhänge natürlicher Biomechanismen, auch Selbstheilungskräfte genannt, erhält. In Noni finden sich aber nicht nur immens hohe Enzymvorkommen, sondern auch beinahe alle Cofaktoren wie z.B. Aminosäuren, 10 der 11 Coenzyme sowie etliche Substrate oder deren Vorstufen, die ein Maximum an enzymatischer Aktionsenergie freisetzen.

Hendrik Hannes

Enzyme sind also keine direkten Wirkstoffe, sondern vielmehr Werkzeuge des Organismus um das gesundheitliche Gleichgewicht aufrecht zu erhalten, das weltweit oftmals folgenträchtige Defizite aufweist. Ein ganz wichtiger, direkter Wirkstoff, der noch bis vor Kurzem unbekannt war, jedoch erwiesenermaßen von entscheidender Bedeutung für die gute Gesundheit ist, nennt sich Xeronin.

Speziell in der Noni-Frucht findet man hohe Konzentrationen an Proxeronin und Proxeronase, aus denen das nicht frei existierende Xeronin gebildet wird. Bereits mit dem Syntheseprozess findet eine körperliche Entschlackung statt. Das produzierte Xeronin wird sofort verarbeitet.

Es bildet viele neue Substrate und ist von immenser Bedeutung in der Funktion als Zellrezeptor. Nur wenn ausreichend Xeronin im Körper ist, können sich die Zellen etwa alle 100 Tage regenerieren. Für die Zelle ist der Stoff wichtig, um Nährstoffe in die Zelle aufzunehmen, Schadstoffe auszuschleusen und den Intermediärstoffwechsel funktionsgerecht ablaufen zu lassen.

In Noni findet sich auch ein Stoff, Damnacanthal, der aus einer japanischen Studie als die wirkungsvollste Substanz hervorging, mit der die so genannte T-RAS Funktion gehemmt wird. Von dieser Funktion weiß man, dass sie hauptverantwortlich für die Entstehung von Tumoren ist und dass ihre Hemmung neue Möglichkeiten sowohl in der Prophylaxe als auch in der Behandlung von Tumoren in sich birgt.

Am Ende der hoch wirkungsaktiven Noni-Stoffe seien noch die  großen Ansammlungen an Serotoninvorstufen erwähnt, die nicht nur das seelische Gleichgewicht fördern, sondern auch wichtige Komponenten des Gesamtstoffwechsels und der körpereigenen Hormonproduktion sind. Aus neuesten wissenschaftlichen Studien geht hervor, dass ein niedriger Serotonin-Spiegel die Gewaltbereitschaft und destruktiven Stress fördert“.

Experten sind sich darüber hinaus einig, dass die Noni-Frucht mit 100 Stoffen ein einzigartiges Vitalstoffsystem darstellt. Auch wenn noch nicht alle Stoffe und ihre Wirkungen vollständig erforscht sind, werden der Morinda Citrifolia u. a. folgende, allgemeine Eigenschaften zugeordnet: antibakteriell, schmerzlindernd, blutungsstillend, entgiftend, die Atemwege befreiend, entzündungshemmend, abführend, psychisch beruhigend, blutdrucksenkend, blutreinigend und physisch belebend.

Bei soviel guten Auswirkungen erscheint es dem Betrachter als völlig unverständlich, dass der Vertrieb von Noni-Präparaten (Kapseln, Saft und Kosmetik) in Deutschland nicht erlaubt sein soll (Pressemitteilung des BGVV vom 13.2. 2001).

Matthias M. Werner, Noni-Experte und Buchautor (siehe Literaturhinweise) ist jedoch der Meinung, dass das BGVV für eine Entscheidung überhaupt nicht zuständig ist. Darüber hinaus geht es laut Werner darum, „ob ein Lebensmittel oder eine Lebensmittelzutat...neuartig im Sinne der Verordnung (VO EWG Nr. 258/97) ist und unter die Gruppe von Erzeugnissen fällt, die in Artikel 1, Abs. 2 a bis f der VO (EWG) Nr. 258/97 definiert sind“.

Dieser Artikel besagt, so Matthias M. Werner weiter, „dass ein Lebensmittel oder eine Lebensmittelzutat von der Zulassungspflicht ausgenommen ist, sofern es mit herkömmlichen Vermehrungs- oder Zuchtmethoden gewonnen worden ist und erfahrungsgemäß als unbedenklich gelten kann“.

Doch da die Indische Maulbeere in Europa bereits Mitte der 50ger Jahre als Rohstoff und Lebensmittel verbreitet worden sei und 1996 Brombeeren, Maulbeeren und Loganbeeren im Umfang von 634 Tonnen als Lebensmittel importiert wurden (Deutsches Statistisches Bundesamt), könne nicht von einem „neuartigen“ Lebensmittel gesprochen werden, argumentiert Matthias M. Werner.

Norbert Messing, Verleger und Buchautor, sieht bei dem ganzen bisherigen bürokratischen Zenario den Amtsschimmel kräftig wiehern, zieht Parallelen zu dem Stevia-Verbot und meint: „Entsprechende Testverfahren, die .... eine angemessene Beurteilung erlauben, gibt es aber bislang nicht. Jede Entscheidung, ob positiv oder negativ, ist in dieser Hinsicht dann tatsächlich am Ende bürokratisch-willkürlich-selbstherrlich“.

Nun scheint jedoch Bewegung in das Zulassungsgezerre zu kommen:

Aus Brüssel verkündet man, dass die Firma Thaitian Noni International (ehemals Morinda Inc.) die Erlaubnis zum offiziellen Vertrieb ihres Noni-Saftes erhalten habe. Dies sei „nach langjährigen Untersuchungen und Forschungen“ geschehen, wobei „die Unbedenklichkeit des Saftes der Morinda citrifolia oder Noni-Frucht festgestellt“ werden konnte. Allerdings darf der Noni-Saft von Tahition Noni International nur in pasteurisierten Getränken verkauft werden. Andere Hersteller weigern sich zur Zeit teilweise noch, ihren Saft auf diese Weise in einen möglicherweise genehmigungsfähigen Zustand zu bringen. Andere mag das kostenspielige Genehmigungsverfahren (noch) abschrecken.

Kelly Olsen, Präsident von Tahitian Noni International, bekundet indes seine Zufriedenheit über die erteilte Zulassung: „Es war ein langwieriger und teuerer Prozess, aber wir glaubten an die Unbedenklichkeit unseres Produkts und wir wussten, dass dieses Produkt allen Anforderungen und Tests der Europäischen Kommission standhalten würde“.

Olsen weist in einer Presseerklärung darauf hin, dass - nachdem kein anderes Unternehmen einen Zulassungsantrag in Brüssel eingereicht habe - alle „Untersuchungen und wissenschaftliche Forschungen“ ausschließlich mit Tahitian Noni Juice“ durchgeführt worden seien. Inwieweit andere Noni-Produkte-Hersteller sich nun ebenfalls auf den Genehmigungsweg nach Brüssel begeben wollen, steht noch nicht fest.  Allerdings: Durch die nun einmal erteilte Zulassung für den Saft von Tahitian Noni International könnte dieser Weg in Zukunft doch etwas leichter zu begehen sein. 

Literaturhinweise
  • Matthias M. Werner: Noni - Das Handbuch für Anwender, Ärzte und Heilpraktiker
  • Claus-Peter Leonhardt: Noni - Die Frucht des indischen Maulbeerbaums 
  • ders.: Ola Noni. Mit dem Leben heilen
  • Walter Lübeck, Hendrick Hannes: Noni - Fit und vital mit der Kahuna-Zauberfrucht
  • Siegrid Hirsch: Heilwirkung der Morinda. Die Wunderfrucht aus der Südsee