von Wolfgang Rimbeck In den letzten Jahren sind immer mehr Früchte ins Interesse der Ernährungswissenschaft geraten. In vielen Früchten findet oder vermutet man für den Körper besonders wichtige Substanzen. Eine dieser Früchte ist die Preiselbeere und ihre amerikanische Verwandte, die Cranberry. Preiselbeere und Cranberry besitzen Inhaltsstoffe, die besonders positiv auf die Harnwegsorgane wirken. Die rote Preiselbeere gehört zur Familie der Heidekrautgewächse. Sie hat ein helles, knackig-festes Fruchtfleisch und einen fruchtig-herben Geschmack. Kein Wunder, wächst diese Beere doch in frischer würziger Höhenluft, hoch oben in den Bergen auf Heiden, in Nadel- und Gebirgswäldern, hinauf bis in eine Höhe von 3000 Metern.
Vor allem Frauen nach der Pubertät sind häufig von Entzündungen der Harnwege betroffen (ca. 8 mal häufiger als Männer), weil die Harnröhre kürzer ist als bei Männern. Vermehrt tritt diese Erkrankung in den Sommermonaten, während der Schwangerschaft oder bei verminderter Abwehrkraft auf. Meistens werden vom Arzt Antibiotika verschrieben. Vor einem Wiederkehren der Infektion, so Naturheilmediziner, schützen diese jedoch nicht. Außerdem führten Antibiotika zu Nebenwirkungen, wie z.B. Störung der Darmflora oder anderen allergischen Reaktionen. Dies sei bei immer wiederkehrenden Harnwegsinfektionen oft bedenklich. Es ist deshalb verständlich, dass vor allem Personen mit chronischen Harnwegsinfektionen nach natürlichen Alternativen suchen, welche ein Auftreten vorbeugen.
Preiselbeeren schützen vor Harnwegsinfektionen und hindern Bakterien, sich an Zellen des Blasentrakts anzuheften. Studien aus Amerika und Finnland wollen belegen, dass der regelmäßige Konsum von Preiselbeersaft Harnwegsinfektionen vor allem vorbeugen kann. Der Saft eignet sich zudem als Mittel gegen Bakterien, die gegen herkömmliche Antibiotika resistent sind. Wer Preiselbeeren präventiv verwenden will, kann dies als Saft, Marmelade oder Kompott (einen Teelöffel alle 3 Stunden) oder auch in Kapseln einnehmen. Für eine Studie sammelten die Forscher Urinproben von Probanden mit Harnwegsentzündungen. Ein Teil der Versuchspersonen hatte zuvor 240 Milliliter eines Beerencocktails getrunken. Dabei stellte sich heraus, dass der Saft die Antibiotika-resistenten Escherichia-coli-Bakterien davon abhält, sich an den Zellen des Blasentraktes festzusetzen. 79 Prozent der Bakterien wurden daran gehindert, sich an den Zellen anzuheften. Die Beeren fördern die Spülung der problematischen Bakterien von der Blase in den Harn. Diese Wirkung setzt etwa zwei Stunden nach dem Trinken ein und hält bis zu zehn Stunden an. Ein Glas Saft am Morgen und eines am Abend sei daher wirkungsvoller als eine größere Menge auf einmal zu trinken. Bisher gingen die Forscher davon aus, dass Preiselbeeren den Gesundheitszustand der Harnwege durch die Ansäuerung des Urins fördern. Die aktuellen Ergebnisse unterstützen nun aber die Anti-Adhäsions-Eigenschaft der Preiselbeere. Vermutlich sind es die Proanthocyanidine in den Beeren, der die Escherichia-coli-Bakterien davon abhalten, sich an die Zellen zu kleben und so eine Infektion auszulösen. In den USA genehmigte das National Institute of Health die finanzielle Unterstützung weiterer Forschungen über die Rolle von Preiselbeeren bei der Prävention von Harnwegsinfektionen sowie als Beigabe zu herkömmlichen Antibiotika bei der Behandlung von Infektionen. Zwischen 1992 und 1998 sind in den USA die Fördergelder für die Erforschung von antimikrobiellen Resistenzen um 75 % gestiegen. Dies spiegelt die weltweite Besorgnis über die dramatische Zunahme an resistenten Bakterien wider.
Regelmäßiges Trinken von Preiselbeersaft reduziert laut einer finnischen Studie das Risiko für Harnwegsinfektionen. Was in der Volksmedizin schon lange bekannt ist, wurde nun auch mit einer Studie bewiesen. Mit Preiselbeersaft lässt sich die Rezidivrate von Harnwegsinfektionen um mehr als die Hälfte reduzieren. Finnische Wissenschafter teilten 150 Frauen mit chronisch rezidivierenden Harnwegsinfekten in drei Versuchsgruppen ein. Die Frauen der ersten Gruppe erhielten täglich 150 Milliliter Preiselbeersaft-Konzentrat zu trinken, die der zweiten 100 Milliliter eines ebenfalls als wirksam geltenden Laktobazillus-Getränks. Eine dritte Kontroll-Gruppe erhielt keine Behandlung.
Der Lactobacillus-Drink hatte nach sechs Monaten keinerlei positive Effekte: 39 Prozent der Frauen waren erneut erkrankt, in der Kontrollgruppe waren es 36 Prozent. Dagegen hatten nur 16 Prozent der Frauen in der Preiselbeersaft-Gruppe ein Rezidiv. Dies bedeutet eine 20-prozentige Reduktion des absoluten Risikos für Harnwegsinfekte. Verantwortlich für den positiven Effekt sind, so vermuten die Mediziner, offenbar die Tannine im Preiselbeersaft. Entweder blockieren sie die Adhäsion der Escherichia coli-Bakterien am Uroepithel oder es kommt zu einer Selektion weniger adhäsiver Bakterienstämme. Wahrscheinlich sei eine Kombination beider Mechanismen, so die Meinung der finnischen Ärzte. Die Laktobakterien in der Vergleichsgruppe hatten sich offenbar nicht im Urogenitaltrakt ansiedeln können. Bekanntlich reduzieren sie bei intravaginaler Applikation die Anzahl der Kolibakterien.
Trinken Sie nicht nur regelmäßig zweimal täglich ein Glas Preiselbeersaft (nach Möglichkeit aus wild wachsenden, handgepflückten und ungespritzten Früchten), sondern zusätzlich zwei bis drei Liter Flüssigkeit. Achten Sie zudem auf Ihre Ernährung: Chronische Verstopfung fördert Harninkontinenz. Sorgen Sie täglich für mindestens eine Stunde Entspannung, ausreichend erholsamen Schlaf sowie einmal in der Woche einen entspannenden Saunabesuch oder ein Aromabad. Machen Sie dazu Ausdauersport wie Laufen, Radfahren, Schwimmen und Beckenbodentraining. In weiterer Folge wurde durch Studien nachgewiesen, dass Cranberry die Adhärenz (d.h. Anheftung) von Coli-Bakterien an die Zellwand der ableitenden Harnwege verringert. Gerade diese Keime aus dem eigenen Darm sind es, welche rund 80 % der banalen Harnwegsinfekte ausmachen. Die für diese Wirkung zuständigen Inhaltsstoffe der Preiselbeere werden Proan- thocyane genannt. Das sind Substanzen, welche mit den roten und blauen Naturfarbstoffen eng verwandt sind. Diese Stoffe inaktivieren die an der Zellwand der Bakterien befindlichen, zum Anheften dienenden Härchen, oder verhindern überhaupt deren Bildung. Dadurch werden die Keime zwar nicht getötet wie bei einem Antibiotikum, jedoch so weit inaktiviert, dass der natürliche Schutzmechanismus des Ausschwemmens aus der Blase die Oberhand gewinnt. Da die Bakterien durch die Wirkstoffe der Preiselbeere nicht „lebensbedrohlich“ gefährdet werden, bilden sie auch keine Mutationen, die ja bei mehrmaligen Behandlungen mit Antibiotika zu den gefürchteten Resistenzen führen. Genauso wenig tritt eine Beeinträchtigung der gesunden Darmflora auf, wodurch sich Durchfälle und die ungehemmte Vermehrung von Pilzen vermeiden lassen. Aus den klinischen Studien und Erfahrungsberichten lassen sich folgende Empfehlungen für den Einsatz von Preiselbeersaft oder –konzentrat ableiten: Blasenreizung, akute Blasenentzündung im Anfangsstadium, Vorbeugung wiederkehrender unkomplizierter Harnwegsinfektionen, Ergänzung zur konventionellen Therapie mit einem Antibiotikum. Da keine Nebenwirkungen auftreten, ist diese natürliche Art der Vorbeugung besonders für Schwangere und Kinder geeignet. Neben dem Verzehr von Preiselbeerprodukten sollten jedoch die grundlegenden hygienischen Maßnahmen und therapeutischen Empfehlungen durch den Arzt nicht vernachlässigt werden. Ebenso ist bei Fortbestand der Beschwerden und insbesondere bei Auftreten von Fieber unbedingt der Arzt aufzusuchen! Ein Problem bei der Umsetzung dieser Empfehlungen stellt jedoch immer wieder die regelmäßige Einnahme der empfohlenen Tagesmenge von rund 0,4 l Preiselbeersaft dar: Die im Handel befindlichen Produkte enthalten oft Zucker, damit sie besser schmecken, manch empfindlicher Magen rebelliert gegen die sauer-herben Komponenten. Getränke und Marmelade lassen den Verbraucher manchmal unklar über den Fruchtsaftgehalt und sind wegen der schwierigen Erntebedingungen und geringen Saftausbeute auch entsprechend teuer. Auch kann man die Menge Preiselbeersaft für mehrere Tagesportionen nicht so leicht auf Reisen mitnehmen, da angebrochene Flaschen auch gekühlt werden müssen. Mit Preiselbeer plus Acerola wird eine attraktive Form eines Saft-Konzentrates angeboten, welches alle Vorteile auf sich vereint:
Weiter ist in Preiselbeer plus Acerola natürliches Vitamin C aus der Acerola-Kirsche enthalten, welches zusätzlich zum Aufbau der körpereigenen Immunabwehr beiträgt. Wer nicht schlucken mag, kann die Kapsel öffnen und in Joghurt oder anderer Flüssigkeit auflösen (z.B. bei Kindern). Im Regelfall beginnt man mit 2 Kapseln täglich und behält die Dosis über 3 – 4 Wochen; die Einnahme kann danach eventuell auch auf eine Tablette täglich reduziert werden und ist zeitlich unbegrenzt möglich. Sollten sich nach Reduzieren der Dosis oder dem Unterbrechen der Einnahme wieder Symptome zeigen, so kann man mit rascher Wiederaufnahme der Einnahme (2 – 3 Kapseln über die ersten Tage) eine beginnende Infektion meist noch abfangen. Was bei Blasenentzündungen und Einnahme von Preiselbeer plus Acerola Kapseln auf keinen Fall vernachlässigt werden darf: Trinken, trinken, trinken!
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