Jojoba, Teebaum und Argan

Ölige Gesundheitshelfer von besonderer Güte

Sie gelten durch ihre Öle als mit das Beste, was Mutter Natur an Haut- und Körperpflegemittel für uns je hervorgebracht hat:

Der Jojobastrauch (Simondsia chinensis), der Teebaum (Melaleuca alternifolia) und der Arganbaum (Argania spinosa). Ihre guten Öle finden jedoch nicht nur als Hautpflegemittel Verwendung, sondern dienen auch als Basisstoffe in der naturheilkundlich orientierten Medizin. Darüber hinaus gilt das Arganöl in der anspruchsvollen Gastronomie als Speiseöl für Feinschmecker.  

   
  • Flüssiges Jojoba-Gold

Der Jojoba-Busch kann bis zu 4 Meter hoch werden und wächst in subtropischen Gefilden. Kultiviert wird er in Mexico, in südwestlichen Wüstengegenden der USA  und in Ägypten. Seine nussartigen Früchte enthalten das hellgelbe Jojobaöl, das als vielseitiges Pflegemittel für Haut und Haare gilt. Bereits die Azteken und die Indianer wandten Jojoba-Öl als Allroundheilmittel bei Hauterkrankungen wie auch bei diversen äußerlichen Entzündungen an.

Die Bezeichnung „Öl“ ist eigentlich unzutreffend: Vielmehr ist Jojobaöl ein Wachs, das im Kühlschrank dickflüssig und zäh wird und sich bei Wärme wieder verflüssigt. Da es nicht ranzig wird und somit fast unbegrenzt haltbar ist, ist es einer der besten Basisstoffe für Kosmetikpräparate. Auch wer selbst Hautcremes herzustellen weiß, nimmt dazu Jojobaöl gerne als Emulgator.   

Jojobaöl enthält – so haben Untersuchungen ergeben – besonders viel Vitamin A und fördert damit die natürlichen Hautfunktionen. Sein Vitamin E unterstützt die Zellenerneuerung und wirkt dadurch einem Hautalterungsprozess entgegen. Ebenfalls der Haut dienlich ist das Vitamin F, die Aminosäuren sowie ungesättigte Wachse und Fettsäuren. Dabei zieht das Öl rasch in die Haut ohne zu fetten ein, macht sie – bei regelmäßigem Gebrauch – samtweich, strafft und schützt vor Austrocknung.

Da Jojobaöl nur einen minimalen Eigengeruch aufweist, wird es zudem gerne als Trägersubstanz für Parfümmischungen verwendet. Und so kann Jojobaöl in der Körper- und Kosmetikpflege verwendet werden.  Als Haarpflegemittel hilft es bei brüchigem und gespaltenem Haar ebenso wie bei Schuppen. Einfach das Shampoo mit Jojobaöl anreichern: ein Teelöffel reines Jojobaöl auf ca. 100 ml Shampoo. Anwender berichten, dass Jojobaöl bei übermäßigem Haarausfall hilft und Mediziner sprechen von einer „strafferen und besser durchbluteten Kopfhaut“.

Wenn es unserem flächenmäßig größten Organ, der Haut, nicht gut geht, fühlt sich oft der ganze Mensch nicht wohl. Und da ist es gleich, welchem „Hauttyp“ ich angehöre: Sie juckt, schuppt und spannt, wenn es ihr an Feuchtigkeit und Fett fehlt. Das hellgelbe Öl des Jojoba-Strauches kann auch hier gezielt helfen. Durch das Straffen der Haut sollen Falten und Fältchen zumindest weniger werden oder ihnen wird „entgegengewirkt“. Nicht zuletzt deshalb wird Jojobaöl als „Jungbrunnen“ bezeichnet. Was für Jojoba spricht, ist die außergewöhnlich gute Verträglichkeit, selbst bei empfindlicher Haut.

Für den aktuellen Sommer sind wieder Sonnenschutzöle gefragt. Bevor man sich mit den „normalen“ (chemischen) Produkten eincremt, sollte Jojobaöl als sinnvolle Alternative ausprobiert werden: durch seinen Lichtschutzfaktor drei bis vier ist es hervorragend gegen Sonnenbrand geeignet. Vor allem Allergiker ist damit sicher besser gedient als mit den üblichen Produkten und Sonnenanbeter berichten von einer gleichmäßigen und lang anhaltenden „natürlichen“ Bräunung.

Eine ganz andere Verwertung des Jojobaöls steht uns im größeren Format wohl erst noch bevor: Arabische Forscher haben das „gelbe Gold“ als Dieselersatz entdeckt. Die Wissenschafter von der Universität der Vereinigten Arabischen Emirate in Al-Ain und der Universität Kairo betankten – so das britische Magazin „New Scientist“ – in ihrem Labor einen Dieselmotor mit Jojobaöl. Die Vorteile lägen demnach auf der Hand:  Das Öl sei ungiftig, enthalte weniger Kohlenmonoxyd, Kohlendioxyd, Ruß und keine Schwefeloxyde. Im Drehzahlbereich zwischen 1000 und 2000 Umdrehungen/Minute soll der Dieselmotor mit Jojobaöl, einer winzigen Beigabe von Methanol und einem chemischen Katalysator leiser und genauso kraftvoll mit dem gleichen Drehmoment gelaufen sein wie mit normalem Diesel. In Ägypten haben Bauern dem Bericht zufolge schon begonnen, Jojoba speziell zur Treibstoffgewinnung anzupflanzen.

  • Der Teebaum und sein Öl

Ein anderer Gesundheitshelfer, der uns sein wohltuendes Öl spendet, ist der Teebaum (botan. Melaleuca alternifolia), ursprünglich in Australien beheimatet und den dortigen Ureinwohnern, den Aborigines als Heilmittel bestens bekannt. Inzwischen werden Teebäume in Indonesien, Indien, Nord-Borneo und in Simbabwe angebaut. Der Baum wird bis zu sieben Meter hoch und geht bis zu vier Metern in die Breite. Sein botanischer Name Melaleuca alternifolia kommt aus dem Griechischen: melas bedeutet „schwarz“ und leucos „weiß“. Einige der über 215 verschiedenen Arten haben dunkle Stämme und helle Äste, 210 Arten wachsen ausschließlich nur in Australien. Auf dem fünften Kontinent werden ca. 4000 Hektar angebaut, die Jahresproduktion an Teebaumöl wird auf ca. 600 Tonnen geschätzt. Zur Gewinnung von zehn Litern Öl werden etwa 1500 Bäume benötigt, was einer Anbaufläche von ca. 500 qm entspricht. Bei diesem Aufwand ist es durchaus verständlich, warum gutes Teebaumöl nicht gerade billig ist.  

Teebaumöl weist eine klare bis leicht gelbe Farbe auf, ist in Fett löslich und löst Fett auch auf. Auf dieser Eigenschaft beruht ein Teil der ausgeprägten antibakteriellen Wirkung und die Fähigkeit des Öls, in die Haut und in das darunter liegende Gewebe einzudringen. Auch wenn die Fläschchen mit einem Verfallsdatum versehen sind: Teebaumöl kann bis zu zehn Jahre ohne chemische Veränderung überstehen. Allerdings sollte eine angebrochene Flasche nicht der prallen Sonne ausgesetzt oder auf der Heizung platziert werden.  

Vor der Anwendung von Teebaumöl sollte man einen Allergietest durchführen: an einer Hautstelle, z. B. am Unterarm, etwas Teebaumöl auftragen und die Reaktion einen Tag lang kontrollieren. Gegebenenfalls diesen Test zwei oder drei Tage durchführen. Wenn sich keine Rötung einstellt, könne das Öl – so Mediziner - angewendet werden.

Die „Einsatzmöglichkeiten“ von Teebaumöl sind überaus vielfältig, breit gefächert. Wir können an dieser Stelle nur einige Anwendungsmöglichkeiten beschreiben. Ausführliche Informationen gibt es im Fachhandel  sowie im Internet. Und natürlich sollte bei Unklarheiten immer ein Arzt oder ein Heilpraktiker des persönlichen Vertrauens hinzugezogen werden.

Heilkundler und Mediziner sprechen Teebaumöl  z. B. eine gute Wirkung bei der Desinfektionen von Wunden zu. Die Behandlung mit Teebaumöl soll den Heilungsprozess beschleunigen und zudem noch schmerzstillend wirken.

Sommerzeit ist auch Insekten- und Mückenzeit. Mit Teebaumöl kann man die Plagegeister fernhalten, indem man – verstreut – einige wenige Tropfen auf die Haut aufträgt und verteilt. Bei erfolgten Stichen lässt Teebaumöl den Juckreiz relativ schnell abklingen und bei  nochmaligem Auftreten des Juckreizes sollte erneut Öl aufgetragen werden.

Bei kleineren Verbrennungen hilft Teebaumöl, mehrfach aufgetragen, ebenfalls ganz ausgezeichnet. Weiterhin lassen sich Muskel- und Rückenschmerzen lindern, kleiner Blutergüsse („blaue Flecken“) wirkungsvoll behandeln. Auch bei den folgenden Fällen kann das Öl der Melaleuca alternifolia helfen: Pilzerkrankungen (Mykosen), Herpes (Fieberbläschen), Ekzeme, Warzen, Pickel und Furunkel, Nagelbettentzündungen. 

Wie bei anderen Produkten auch, gibt es beim Teebaumöl durchaus verschiedene Qualitäten. Der Kauf ist Vertrauenssache, jedoch sollte das gute durch Destillation gewonnene ätherische Öl des Teebaums auf dem Flaschenetikett den Vermerk tragen, dass es zu 100 Prozent aus der Stammpflanze Melaleuca alternifolia gewonnen wurde. Der Begriff „naturrein“ – so Experten – reiche nicht aus, da neben Teebaumölen auch noch andere naturreine Öle vermischt sein können. Und wie in anderen Fällen gilt: Gutes ist nicht unbedingt „billig“ sondern „preiswert“. 

  • Argan-Öl

Aus einer ganz anderen geografischen Ecke kommt unser dritter Gesundheitshelfer, das Öl des Arganbaumes (Argania spinosa). Den Arganbaum gibt es nur noch im südwestlichen Marokko und er gilt als einer der ältesten Bäume der Welt. Bereits vor über 80 Millionen Jahren soll er schon gewachsen sein. Da er heute vom Aussterben bedroht ist, wurde sein Herkunftsgebiet (zwischen Essaouira und Agadir) unter den Schutz der UNESCO gestellt. Das Arganöl wird auch den Samen des Baumes, der bis zu 15 Meter Umfang erreichen kann, gewonnen. Wegen seiner speziellen Zusammensetzung wird Arganöl in der Medizin, Kosmetik und Diätetik eingesetzt. Seine ungesättigten Fettsäuren (80%)  unterstützen das Immunsystem, die enthaltenen Sterole Schottenol und Spinasterol fungieren als Antioxidantien und als „Radikalenfänger“. Dazu ist Arganöl reich an Alpha-Tocopherol, das mit die stärkste Vitamin E-Aktivität besitzen soll.  Deshalb gilt Arganöl als herausragende Nahrungsergänzung. Eingesetzt wird es auch zur Hautpflege, wird in der Kosmetik gegen trockene Haut, Hautalterung und gegen Falten verwendet.  

Ebenso empfiehlt es sich bei Juckreizen, Neurodermitis und Ekzemen. Die traditionelle Medizin kennt die Anwendung von Arganöl bei Akne, Windpocken, Rheuma, Gelenkschmerzen und Hämorrhoiden.

In der anspruchsvollen Küche ist Arganöl als hervorragendes Speiseöl bekannt. Gourmets stellen es bisweilen auf eine Stufe wie Trüffel oder Kaviar. Sein nussartiger Geschmack ist für die Zubereitung von Salaten sehr beliebt und in der traditionellen Berbermedizin findet es bei Magen- und Darmproblemen ebenso Anwendung wie bei Fruchtbarkeitsstörungen bei Männern und Frauen. Über den Verzehr durch unser Essen übt Arganöl einen positiven Einfluss auf Herz und Kreislauf aus, kann den Cholesterinspiegel mithelfen zu senken, ebenso die Blutfette. 

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Da auf dem Markt immer wieder verschnittene Arganöle auftauchen, sollte beim Kauf des Öls auf eine Biozertifizierung geachtet werden. Gewonnen wird das „flüssige Gold Marokkos“ aus den Fruchtkernen des Arganbaumes. Um einen Liter des goldgelben Öls zu gewinnen, werden ca. 20 kg Kerne benötigt, ca. 10 Stunden Arbeit sind dafür erforderlich. Bis zu 200 Jahre alt kann ein Arganbaum werden. Die geernteten Früchte werden von Juli bis September luftgetrocknet, danach werden die harten Nüsse geschält und mit Hilfe eines Steines aufgeschlagen. Die Kerne werden über offenem Feuer geröstet, in einer angetriebenen Steinmühle zu einem Brei zermahlen. Zusammen mit Wasser wird aus dem Brei eine Paste, aus der die Berberfrauen mit der Hand das begehrte Öl pressen.

Das Arganöl, durch die Frauen der Berber ohne jegliche Maschinen gewonnen, fördert nicht nur unsere Gesundheit, sondern auch mehrere Fraueninitiativen in Marokko. Diese setzen sich für die Erhaltung und Wiederaufforstung der Arganbaumbestände ein. Diese uralten Bäume sind für die Menschen in der Region überlebenswichtig.