Historie und Wirkungsweise Kolostrum, auch Vormilch genannt, ist eines der ältesten und außergewöhnlichsten Nahrungsmittel, das in der Natur zu finden ist. Es ist so alt wie die Mutterschaft selbst, denn Kolostrum ist die erste Milch, die ein Säugetier für sein Neugeborenes in den ersten 24 bis 36 Stunden nach der Geburt bereitstellt. Wir betrachten zunächst das Kolostrum von Kühen, aus dem zumeist die Nahrungsergänzung für uns Menschen hergestellt wird. Da das ungeborene Kalb während der Tragezeit keine Immunstoffe durch die Plazenta erhält, muss es den ersten Anschub seines Immunsystems über das Kolostrum nach der Geburt erhalten. Dies erfolgt über die darin enthaltene extrem hohe Gabe an Immunglobulinen, Aminosäuren und Wachstumsfaktoren. Wer sich bisher wunderte, warum ein frisch geborenes Kalb direkt nach der Geburt aufstehen „kann“, findet hier eine Erklärung: als Fluchttier ist es für das junge Kälbchen überlebensnotwendig, sofort nach der Geburt auf die Beine zu kommen, um mit der Herde mitzuhalten. Mit der Erstmilch erhält das Kalb alle nötigen Stoffe, die es befähigen, die für die Fortbewegung notwendige Muskeltätigkeit unmittelbar aufnehmen zu können. Kolostrum, auch Kolostralmilch genannt, bietet dem Jungen jedoch weit mehr als diese hochverdaulichen Nährstoffe. Es soll die Kombination so genannter bioaktiver Stoffe sein, die zur Förderung einer gesunden Entwicklung des Tieres und zum Schutz des neugeborenen Organismus’ vor möglichen Krankheitserregern beiträgt. Viehzüchter wissen seit jeher, dass Kälber, die kein Kolostrum erhalten, in der Regel in den ersten 2 Lebenswochen sterben oder immer kränklich sind. Kolostrum kann man deshalb als „Lebensprinzip“ beschreiben, dass das Immunsystem erst in Gang setzt und jungen Tieren Energie, Kraft und Ausdauer verleiht. Bereits Ende des 18. Jahrhunderts beschrieb der Arzt Christoph W. Hufeland (siehe unten auf dieser Seite), Leibarzt von Goethe und Schiller, die einmalige Wirkung des Kolostrums im Unterschied zur normalen Milch. Er hatte den lebenserhaltenden Einfluss auf den allgemein hohen Gesundheitsstandard und das schnelle Wachstum der neugeborenen Kälber erkannt. Inzwischen ist bekannt, das viele Inhaltsstoffe des Kolostrums über die Tierartengrenzen hinauswirken und auch für uns Menschen genutzt werden können. So wurde 1955 in Amerika eine Publikation über „Immunmilch“ als Nahrungsergänzung für Menschen mit rheumatischer Arthritis veröffentlicht, wodurch die Vormilch im Bewusstsein der Naturwissenschaften und der Medizin an Bedeutung gewann. In den folgenden Jahren wurde die Wirkung von Kolostrum und seiner Inhaltsstoffe klinisch näher untersucht.
Inhaltsstoffe von Kolostrum Aminosäuren sind wichtige Eiweißbausteine für den Zellstoffwechsel und die Zellregeneration. Ein Mangel an Aminosäuren kann u.a. Ursache für Wachstumsstörungen und eine allgemeine Schwächung des Immunsystems sein. Die optimale Versorgung mit Aminosäuren beeinflusst entscheidend die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit. Immunglobuline (=Antikörper) werden vom menschlichen Organismus zur Vorbeugung und Abwehr von Infektionen benötigt. Das Rind produziert unterschiedliche Immunglobuline, die nachweislich auch eine passive Immunisierung beim Menschen bewirken. In den ersten drei Tagen nach der Geburt gibt eine Kuh bis zu 2 kg Immunglobuline ab. Natürliche Wachstumsfaktoren beeinflussen fast alle Zellvorgänge des Körpers. So können sie das Wachstum vieler Zelltypen beschleunigen und das anderer Zellen wiederum hemmen. Aus der Wechselwirkung der einzelnen Wachstumsfaktoren ergibt sich so eine perfekte Ausbalancierung des Zellstoffwechsels. Darüber hinaus sind bestimmte Wachstumsfaktoren in der Lage, die körpereigene Produktion von Immunglobulinen anzuregen. Darüber hinaus enthält Kolostrum Vitamine, Cytokine, Glycoproteine, Lactoferrin und Transferrin, Prolactin, Lactobacillus bifidus acidophilus, Endorphine, Interleukine, Interferone, Laktoferrin, Transferrin, Biotin, L-Carnitin, Melatonin, Insulin, Lysozym, C3, C4 und Orosomucoid, a-1-Fetoprotein, a-1-Antitrypsin, Prolaktin, Xanthin Oxidase, Lactoperoxidase, prolinreiche Polypeptide (PRP) u.v.a.
Wirkungen von Kolostrum Umwelteinflüsse, Stress und eine ständig zunehmende Fehlernährung bewirken einen Anstieg der so genannten Zivilisationskrankheiten. Kolostrum enthält Nährstoffe, die in unserer heutigen Nahrung nicht mehr oder in nur noch geringen Mengen vorkommen und ist daher die ideale Nahrungsergänzung. Kolostrum kann überall dort eingesetzt werden, wo Zellen in ihrer Funktion gestört oder gefährdet sind, z. B. bei Arthritis, Rheuma, Fibromyalgien, stumpfen Traumen, offenen Verletzungen, bei Akne, Verbrennungen, nach Zahnextraktionen und chirurgischen Eingriffen. Hier fördert Kolostrum die Heilungsprozesse. Bei einem geschwächten Abwehrsystem des Körpers, z.B. bei Erkältungen, Allergien, Neurodermitis, Schuppenflechte und Darmerkrankungen erhöht Kolostrum die Widerstandskraft des Organismus, hilft, die Abwehrfunktionen des Körpers wieder herzustellen und verkürzt die Regenerationszeit nach körperlichen Krisen. Bei Erschöpfung und Überarbeitung liefert Kolostrum rasch neue Kraft. Nach schweren Erkrankungen ist man schneller wieder fit und einsatzfähig. Nach Operationen, Strahlen- oder Chemotherapie regenerieren sich die Patienten schneller, wenn sie zusätzlich Kolostrum einnehmen. Und schließlich steigert die regelmäßige Einnahme von Kolostrum die Ausdauerleistung. Vielfältige Einsatzmöglichkeiten Kolostrum ist als tägliche Nahrungsergänzung nicht nur für den heranwachsenden Menschen ideal, sondern unterstützt auch beim Erwachsenen die Behandlung vieler Erkrankungen, die mit der modernen Schulmedizin nur symptomatisch behandelt werden können. Darüber hinaus kann Kolostrum vielfältig eingesetzt werden. Es sorgt während einer Fastenkur dafür, dass zur Energiegewinnung Fett anstelle von Muskelgewebe verbrannt wird, und beeinflusst positiv den Hormonspiegel des Blutes. Sportler nutzen die natürlichen Wachstumsfaktoren von Kolostrum, um Hochleistungen im Sport ohne Doping zu vollbringen. Mit Kolostrum - so argumentieren seine Befürworter - aktiviert der Körper seine eigenen Selbstheilungskräfte im Sinne einer komplementären Behandlung. Das macht dieses uralte und doch wieder neue natürliche Produkt zu einem äußerst wertvollen Nahrungsergänzungs- und Pflegemittel, von dem es vielleicht bald heißen wird: „Es sollte in keinem Haushalt fehlen !“ |
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