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Thalasso-Therapie Heilen mit den Kräften des Meeres Kuren mit Meerwasser, Algen, anderen Mineralien und Mikroorganismen bieten extreme Entspannung für Körper und Seele. Anwendungen in meeresnahen Einrichtungen aber auch zu Hause möglich. |
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Schon bei den alten Ägyptern, Griechen und Römern galten Badekuren als wichtige medizinische Behandlungsformen. Schon der griechische Arzt Hippokrates (460-377 v. Chr.) empfahl entzündungshemmende Meerwasseranwendungen, um Rheumakranken zu helfen. Der Begriff Thalasso-Therapie selbst leitet sich folgerichtig von den griechischen Worten Thalassa (das Meer) und Therapeia (die Pflege) ab. Zu diesen ursprünglichen Zeiten war – so ist anzunehmen – das was heute Thalasso-Therapie genannt wird, eine reine Meerwasserbehandlung (Hydro-Therapie). Man badete in dem salzigen Nass oder ließ sich von Meerwasserduschen berieseln. Von der hippokratisch-antiken Badekur zur modernen Thalasso-Therapie gingen allerdings viele Jahre, Jahrhunderte ins Land. Der Begriff Thalasso-Therapie entstand erst in der Zeit um 1867/1869 an der französischen Atlantikküste.
Ein Arzt, La Bonnadière, soll ihr Namensgeber gewesen sein. Biologen und andere Mediziner wirkten in den Anfängen mit. Bereits 1899 gründete der Arzt Louis Bagot in der Nord-Bretagne das erste Thalasso-Therapiezentrum, in dem vorwiegend Rheumakranke behandelt wurden. Gezielte Forschungen und Experimente zur gesundheitsfördernden Wirkung des Meerwassers unternahm in neuerer Zeit der französische Biologe René Quinton. 1904 fasste er in seinem Buch „L’ eau de mer, milieu organique“ („Meerwasser – Organisches Milieu“) seine über 450 Studien zusammen. Das Werk gilt bis heute als die „Bibel“ der Meerwassertherapie. Quinton begründete die heilende Kraft des Meerwassers unter anderem mit Ähnlichkeiten von Mensch und Meer: So fand er heraus, dass unser Körper zu ca. 7/10 aus dem „Salzwasser“ besteht, das auch – in ähnlicher Größenordnung – die Erde bedeckt. Physiologische Ähnlichkeiten bestehen weiterhin zwischen Meerwasser und dem menschlichen Blutplasma. Experten sind sich darüber einig, dass die Vielfalt an Mineralien und Mikroorganismen im Meerwasser für seine Heilkraft verantwortlich sind. Diese antibiotischen und entzündungshemmenden Eigenschaften stärken das Immunsystem und regen unseren Stoffwechsel an, der ganze Mensch wird entschlackt und vitalisiert Heute sind die modernen Thalasso-Therapien dem ganzheitlichen Gesundheits- und Wellness-Trend angepasst. Dabei wird – in den am Meer gelegenen Kur- und Therapieeinrichtungen - das Meerwasser auf bis zu 38 Grad Celsius erwärmt. Dadurch entkrampft die Muskulatur, die Aufnahme der wirksamen Mineralien und Mikroorganismen erfolgt über die Haut und entgiftet die Körperzellen. Das Wasser selbst wird mit Mineralien, Salze, Algen, Plankton und sogar mit Sand aus dem Meer angereichert. Thalasso-Therapien können als Algen- und Schlickpackungen, Meerwasser-Bäder- und Duschanwendungen oder Meerwasser in Verbindung mit ätherischen Ölen zum Inhalieren genutzt werden.
Eine original Thalasso-Kur kann man eigentlich nur am Meer machen. In dortigen Kurkliniken oder –hotels wird das Programm durch regelmäßige Spaziergänge am Meer vervollständigt. Das Meer ist immer in Sichtweite. Denn nicht allein nur die Bäder tragen zur ganzheitlichen Erholung bei, sondern auch das gesunde Reizklima, die frische Luft und viel Bewegung machen die extreme Entspannung für Körper und Seele aus. In diesen meeresnahen Einrichtungen wird frisches Meerwasser aus der Tiefe gepumpt und gefiltert. Aber auch Bade-Zentren und Wellness-Bäder im Land bieten mittlerweile einzelne Thalasso-Anwendungen an. Vier verschiedene Anwendungen täglich sind üblich, eine ausgiebige Kur dauert sechs Tage.
Die heilsamen Wirkungen von Meerwasser und seinen gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen gibt es in fertigen Algenprodukten mittels Tee, Kapseln oder Tabletten. Meersalzbäder mit Algen aber auch entsprechende Packungen sind in den eigenen vier Wänden möglich. Reines Totes-Meer-Salz (aus Jordanien oder Israel) soll bei Neurodermitis und Schuppenflechte hilfreich sein. Mediziner empfehlen, zwei Stunden vor dem Bad nichts essen, danach mindestens 30 Minuten ruhen. Die Wassertemperatur von 38 Grad darf nicht überschritten werden und am Anfang einer Teil- oder Vollbäder-Kur sollte man sich mit 5 bis 10 Minuten begnügen. Danach kann man langsam auf maximal 20 Minuten steigern. Natürlich nicht einseifen, nicht abduschen oder abtrocknen: Einfach in ein warmes (vorgewärmtes) Badetuch einhüllen und die Ruhe genießen.
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