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Himalaya Kristallsalz „Wunderartikel“ oder ganz einfach nur ein gutes und gesundes Naturprodukt ? |
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Über das Himalya Kristallsalz gibt es viele Informationen und Behauptungen – für und wider. Für die einen ist es ein „Wunderheilmittel“, für Kritiker lediglich eine „aufgeblasene Geschichte“ mit vielen Falschinformationen bezüglich der Gesundheit. Bernd Philipp, seit 1980 in Pakistan, Indien, Nepal und Afghanistan (seit 1993 als Geschäftsführer der Firma Asia-Import) unterwegs, gilt als „Salzfachmann“. Im Gespräch mit unserer Zeitung geht er auf Fragen ein, die sich dem Verbraucher zum Thema „Salz“ bzw. „Kristallsalz aus dem Himalaya“ immer wieder stellen. Wichtig ist es Bernd Philipp, sich streng an den Vorgaben, die von Peter Ferreira aufgestellt wurden (das Salz muss mit der Hand bearbeitet werden, in der Sole gewaschen und in der Sonne getrocknet sein) zu halten und das Kristallsalz zu entmystifizieren. „Lassen wir mal die so genannten energetischen Vorteile des Salzes außen vor und beziehen wir uns mal auf die Fakten“, so der Kaufmann aus dem bayrischen Raisting. Und er stellt auch gleich klar: „Der offizielle Name für Kristallsalz ist Steinsalz und bei diesem Steinsalz gibt es mindestens zwei Qualitäten“. Das so genannte Kristallsalz ist hell bis durchsichtig und weist eine kristalline Struktur auf. Das Steinsalz selbst ist rot bis dunkelrot und teilweise mit Sand durchzogen. Ebenso gibt es Unterschiede in der Gewinnung des Salzes. So wird bei der reinen Handbearbeitung das Salz später gewaschen und in der Sonne getrocknet. Das kann man, so Bernd Philipp, „an glänzenden Brocken erkennen“. Werde der Abbau hingegen mit Maschinen betrieben, würden die Salzbrocken oftmals nicht gewaschen und nicht getrocknet. Dies sei schon „ein Qualitätsverlust“. Für ihn ist klar: die Sonnentrocknung kann nur vor Ort in Asien erfolgen, man brauche dazu eine Manufaktur. Wenn dies nicht gegeben sei, habe das Salz nicht die gleiche Qualität wie das von der oben genannten Handbearbeitung. In unserem Sprachraum findet man häufig feines, rötliches Salz, abgepackt in den Regalen bzw. auf dem Markt. Das rote Salz sei ein Zeichen dafür, dass Steinsalz verwendet worden ist. Es gäbe zudem Salz auf dem Markt, bei dem würden Salzrestbestände, die bei der Herstellung von Salzkristalllampen und Teelichtern anfallen, in Zentrifugen zerschlagen und in 25 kg-Säcken nach Europa geliefert. Hier erfolge lediglich eine Umverpackung in kleinere Einheiten. Philipp weist darauf hin, dass beim Zerkleinern am Gewinnungsort die strengen deutschen Hygienevorschriften nicht bei allen Herstellern Anwendung finden. Für ihn persönlich gibt es nur einen Weg, um gutes Kristallsalz zu erhalten: die Kriterien von Ferreira einzuhalten und das Salz in der eigenen Mühle in Deutschland mahlen. „Die Wichtigkeit liegt darin, nach welchem Reinheitsprinzip ist das feine Salz hergestellt“, so der asienerfahrene Kaufmann. Dazu gehören für Bernd Philipp eine Mühle aus Granitsteinen, wobei der Motor außerhalb der Maschine liegen muss. Ferner ein Siebwerk um eine gleichmäßige Körnung zu erreichen, regelmäßige Kontrollen durch das Gesundheitsamt, Verarbeitung nach den so genannten HACCP-Vorschriften, die bei der Verarbeitung von Lebensmitteln angewendet werden. Zwar ließen einige deutsche Vertreiber hin und wieder eine Analyse nach dem „Codex alimentarius“ erstellen. Doch würde dabei lediglich aufgezeigt, wie viel Natrium-Chlorid und Schwermetalle im Salz vorhanden sind. Dies reiche jedoch nicht aus, um den deutschen Hygienevorschriften zu genügen. „Denn es ist ein Unterschied, ob in Pakistan das Salz zerkleinert und abgepackt oder in Deutschland gemahlen und abgepackt wird“. Aus der unterschiedlichen Verarbeitung entstehen dann auch unterschiedliche Preise. Schließlich verstehe es sich von selbst, dass das Mahlen in Deutschland teuerer ist als in Pakistan. Wer also Kristallsalz mit sauberer deutscher Zermahlung möchte, muss zwangsläufig tiefer ins Portemonnaie greifen als für Steinsalz abgepackt in Pakistan. Zu negativen Berichterstattungen über die gesundheitlichen Aspekte des Kristallsalzes will Bernd Philipp erst gar nicht detailliert Stellung nehmen. Für ihn steht – wie für viele andere Experten aus dem Medizin- und Ernährungsbereich auch – fest, dass gutes Kristallsalz einfach „ein hervorragendes Naturprodukt“ ist. Und Naturprodukte seien nun einmal besser als raffinierte Produkte. Philipp erinnert dabei an den weißen Zucker und an das industriell gemahlene Mehl, dem wertvolle Bestandteile entzogen sind. Er ist überzeugt: „Wenn wir alle mehr natürliche Produkte verzehren würden, kämen die Aussagen über das Kristallsalz als ‚Wunderheilmittel’ erst gar nicht auf“. Zudem stehe fest – und „das können Sie selbst überprüfen“ – dass zum Beispiel eine Kristallsalz-Maske im Gesicht in der Haut „arbeitet“. Es erfolge durch eine verbesserte Blutzirkulation einfach eine „Vitalisierung“. Die Haut glätte sich – zumindest für eine gewisse kurze Zeit. Bei regelmäßiger Anwendung sei ein „frischeres Aussehen“ unübersehbar. Gute Wirkung habe das Einreiben mit Kristallsalz bei von Fußpilz befallenen „Gehwerkzeugen“ erbracht. Und ebenso klar und nachweisbar sei eine Verbesserung der Verdauungsfunktionen zu beobachten, wenn man morgens (regelmäßig) bis zu einem Teelöffel voll Kristallsalz in einem Glas Wasser verrührt trinke. Natürliches Kristallsalz in der Küche verwendet, trage ebenso mit zur Verbesserung der Gesundheit bei wie ein Solebad, das die Haut regeneriert und belebt. „Seit langer Zeit ist bekannt, dass ein Solebad bei Haut- und Gelenkerkrankungen und Rheuma, nach Operationen, bei Frauenleiden und Kindern mit Infektneigung ..... der Gesundheit fördernde Unterstützung bietet“. So ist es auf den Internetseiten von Philipps Firma zu lesen. Es gibt Mediziner, die die entschlackende Wirkung nach einem Solebad mit der einer dreitägigen Fastenkur vergleichen. Bernd Philipp ist ein sehr praktisch und pragmatisch denkender Mensch: Dass das Naturprodukt Kristallsalz gut für die menschliche Gesundheit ist, macht er an einem weiteren einfachen Beispiel deutlich: schließlich bestehe das Fruchtwasser, in dem ein junger Mensch im Mutterleib heranwächst aus einer fast 1-prozentzentigen Salzlösung. Diese Lösung könne durchaus mit dem natürlichen Meerwasser verglichen werden – bevor der Mensch mit seinem industriell-chemischen Verklappungswahn die Ozeane dieser Welt in wahre Dreckschleudern verwandelte. Gutes Kristallsalz - und da sind sich alle Importeure, Händler und Verkäufer einig - kann uns also ein Stück natürliche Gesundheit wiedergeben. |