Anti Aging

Gesund und vital älter werden

Die Lebenserwartung hat sich in den letzten hundert Jahren nahezu verdoppelt - Tendenz steigend. Dabei beschreibt der Begriff Lebenserwartung jedoch zunächst nur das tatsächliche Alter, das ein Mensch im Durchschnitt erreicht. Nicht erfasst wird hier die Erwartung, die Menschen an das Leben haben, nämlich möglichst lange gesund und aktiv an gesellschaftlichen Aktivitäten teilnehmen zu können. Spätestens jenseits der 60 beklagen die meisten selber ihren körperlichen und teilweise geistigen Leistungsabfall sowie die Zunahme von Krankheiten. Auch die mit Abstand höchsten Gesundheitskosten entstehen im letzten Lebensdrittel.

Dies bedeutet nicht nur eine verringerte Lebensqualität, sondern auch in zunehmendem Maße finanzielle Einbußen im Alter. Denn auf Grund der aktuellen Gesundheitsreformen wird das Kranksein immer teurer: hohe Arzneimittelzuzahlungen, Arztgebühren, erhöhtes Krankenhaustagegeld und so weiter. Altern wird immer ein Teil des Lebens bleiben. Es ist aber der Teil, den alle Menschen hinsichtlich seiner biologischen Auswirkungen möglichst weit hinauszögern möchten. Altern beginnt bereits in frühen Jahren. Schon im Alter von 30 bis 40 Jahren sind erste sichtbare Alterungsprozesse zu beobachten: Faltenbildung der Haut und erste graue Haare, häufig einhergehend mit erstmalig auftretenden stärkeren Befindlichkeitsstörungen, zum Beispiel Rücken- oder Gelenkproblemen. Die Grundlage für diese erkennbaren ersten Anzeichen wird bereits noch früher gelegt, da bereits jenseits der 20 die Konzentration einiger Hormone im Blut sinkt. Zu den normalen Alterserscheinungen gehören unter anderem: Abnahme der Knochendichte und Muskelmasse, Zunahme des Fettanteils, Schlechtere Durchblutung und Anstieg des Blutdrucks, Abnahme der zellulären Immunfunktionen, Abnehmende Glukosetoleranz

Die eigentlichen Ursachen für den Alterungsprozess werden von der Wissenschaft noch kontrovers diskutiert. Es existieren unterschiedliche Theorien:

1) Die Alterung ist genetisch gesteuert. Demnach ist jede Zelle des Körpers nur zu einer genetisch vorbestimmten Anzahl von Teilungen fähig. Danach stirbt sie ab. Bisher lässt sich dieser Vorgang nur an Tiermodellen beeinflussen. Medizinische Ansätze für den Menschen stehen bis auf weiteres noch nicht zur Verfügung.

2) „Verschleiß“ durch freie Radikale: Freie Radikale entstehen durch Stoffwechselprozesse der Zellen unter Beteiligung von Sauerstoff. Diese aggressiven Moleküle schädigen unter anderem die Erbsubstanz, Zellwände und –membranen. Der Körper verfügt zunächst über effektive Reparaturmechanismen für diese Zellschäden, die jedoch ebenfalls von den freien Radikalen geschädigt werden und damit in zunehmendem Alter immer schlechter arbeiten. Natürlichen Schutz gegen diese Prozesse bieten körpereigene Enzyme und die so genannten antioxidativen Vitamine A,C und E. Den Alterungsprozess beschleunigen außerdem äußere Faktoren, wie zum Beispiel Stress, Umweltgifte, Strahlen, Tabakrauch usw.

Anti-Aging – biologisch jünger bleiben

Immer mehr Wissenschaftler und Mediziner befassen sich mit den Ursachen von Alterungsprozessen und den Möglichkeiten, diese zu verlangsamen. Insbesondere in Amerika wird diese Forschung bereits seit vielen Jahren intensiv betrieben. Daher kommt auch der Begriff „Anti-Aging“ aus dem Amerikanischen. Er steht allgemein für das Ergreifen von Maßnahmen gegen das Altern.

Da Altern ein komplexer Vorgang ist, der den ganzen Organismus betrifft, umfassen Anti-Aging-Konzepte auch verschiedenste, ganzheitliche Aspekte: eine ausgewogene Ernährung, die reich an Vitaminen und Mineralstoffen sein soll. Der international anerkannte Experte Prof. Johannes Huber aus Wien empfiehlt außerdem, mindestens zwei Mal in der Woche nach 17 Uhr auf das Essen zu verzichten, ausreichend Bewegung in Form von körperlichen Aktivitäten wie zum Beispiel Walking, Joggen, Rad fahren, Schwimmen möglichst fünf Mal in der Woche, mentale Balance: die Reduktion von Stress bei gleichzeitiger aktiver geistiger Betätigung und sozialer Integration, die  Zufuhr wichtiger Vitalstoffe wie Vitamine und Mineralien, der gezielte Ausgleich der mit zunehmendem Alter nachlassenden Hormonproduktion.

Langfristige Anti-Aging-Strategie mit Vitalstoffen

Gerade ältere Menschen leiden häufig unter einer Unterversorgung mit bestimmten Mineralstoffen, Vitaminen und Spurenelementen bedingt durch eine einseitige, ungesunde Ernährungsweise. Die ausreichende Versorgung mit Radikalfängern stärkt aber das Immunsystem und kann Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen vorbeugen. Viele Unternehmen bieten heute eine Vielzahl auf den modernen Erkenntnissen der Anti-Aging-Forschung basierende Anti-Aging-Vitalstoff-Präparate an. Für den Laien ist dieser Markt nur schwer überschaubar. Wer weiß schon exakt, was man (oder frau) gerade an Präparaten benötigt? Bestimmte Komplex-Mittel die eine gewisse Bandbreite an Vitaminen und Mineralstoffen abdecken, können hier hilfreich sein. Ansonsten hilft auch hier: Kritisch nachfragen, Informationen abrufen und sich fachkundigen Rat einholen. Neben kompetenten Heilpraktikern gibt es auch immer mehr Ärzte, die sich gegenüber einer sinnvollen Ergänzung der Nahrung aufgeschlossen und offen zeigen. Dabei müssen diese Therapeuten nicht unbedingt selbst die empfohlenen Präparate verkaufen. Es genügt, wenn sie gut beraten und erklären, warum, weshalb und wieso der eine oder andere „Stoff“ genommen werden sollte. 

Hormonmangel umsichtig ausgleichen

Fakt ist, dass im Alter bei Männern und Frauen zahlreiche Hormonspiegel sinken. Dies geht einher mit vielen alterstypischen Beschwerden wie Schlafstörungen, brüchigeren Knochen, Herzerkrankungen, verstärkter Neigung zu Depressionen, nachlassender Libido usw. Der gezielte Ausgleich von Hormonmangelzuständen im Körper kann daher positive Auswirkungen auf das körperliche und geistige Wohlbefinden des Menschen haben. Dieses sollte jedoch mit großer Umsicht und gegebenenfalls unter ärztlicher Aufsicht geschehen. So ist die Hormonersatztherapie für Frauen mit Estrogen-Gestagen-Hormonkombinationen immer wieder in der Diskussion.

Das DHEA ist dagegen ein natürlicher Vorläufer der Sexualhormone (Östrogene und Androgene), die bei Männern und Frauen vorkommen. Der DHEA-Spiegel ist bei 20-Jährigen am höchsten und sinkt dann kontinuierlich bis auf zehn Prozent bei 70-jährigen Menschen. Es ist bekannt, dass abnehmende DHEA-Konzentrationen im Blut bereits über 40 mit einem erhöhten Risiko für Herzerkrankungen und Störungen im Immunsystem  einhergehen. Professor Johannes Huber aus Wien vermutet, dass das DHEA ein „ökonomisches Hormon“ sein könnte, das den Körper vor unnötiger Energievergeudung schützt und dem Stresshormon Kortison entgegenwirkt. Eine Zufuhr des DHEA ist daher sinnvoll, wenn es in zu niedriger Konzentration vorliegt und dies Beschwerden verursacht, folgert Professor Huber in seinen Publikationen. 

Die so genannten Anti-Aging-Präparate sind keine Wundermittel, die ewige Jugend garantieren. Zusammen mit einer ausgewogenen Ernährung, genügend Bewegung an frischer Luft und einem wachen Geist können sie jedoch ein gesundes und vitales Altern mitbewirken. Und vielleicht kann dann manch einer von uns zu dem Gassenhauer von Udo Jürgens „Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an“ beifällig nicken und all das tun, was sonst eher „unüblich“ ist.