Natur statt Viagra:
Alte Liebesformel in China neu entdeckt

Wie ein Bio-Potenzmittel aus Fernost den europäischen Markt erobert

von Ingomar Schwelz

„Viagra“ bekommt ernsthafte Konkurrenz aus Fernost: Chinesische Wissenschaftler haben ein auf pflanzlicher Basis beruhendes Bio-Potenzmittel zur Steigerung der sexuellen Lust bei Frauen und Männern entwickelt, das ohne schädliche Nebenwirkungen auskommt.
„Unsere Vorfahren wussten besser als wir, welche Naturstoffe bei einer Impotenz helfen“, sagt Qun Yi Zhang. Jahrzehntelang studierte der Chemie-Professor aus Shanghai deshalb auf der Suche nach dem ultimativen Treibstoff für die menschliche Sexualkraft alte überlieferte chinesische Schriften.

Das Ergebnis ist ein feingemahlenes Naturmittel, das stärker als die chemischen Muntermacher im Westen wirken soll und zur Zeit in China, Japan und dem Mittleren Osten für Furore sorgt. „Wir haben aus den alten Rezepturen in Verbindung mit den neuen Herstellungstechniken einen Stoff entwickelt, der die sexuelle Leistungsfähigkeit geradezu unglaublich steigert“, freut sich Yi Zhang. So ergaben jetzt unabhängige klinische Studien an der Universität Shanghai, dass fast alle der behandelten Männer schneller eine Erektion bekamen und diese während des Geschlechtsverkehrs viel länger aufrecht erhalten konnten als zuvor. Auch das Problem einer vorzeitigen Ejakulation konnte beinahe bei allen Männern beseitigt werden. “Ein Anti-Aging-Produkt”, so der Berliner Ernährungsexperte Dr. Thomas Höhn, “der den chemischen Potenzmitteln in Europa und den USA bald erfolgreich Konkurrenz machen könnte”.

Der Markt für das neue Anregungsmittel aus Fernost jedenfalls ist riesengroß: So klagen hierzulande jeder dritte erwachsene Mann und mehr als 40 Prozent der Frauen über sexuelle Probleme. Der Frust mit der Lust ist längst zum häufigsten Anlass für eine Trennung geworden. Kein Wunder, dass potente Lustmacher inzwischen weggehen wie warme Semmeln. Das wegen seiner Nebenwirkungen umstrittene Viagra verkaufte sich in der ersten Woche nach seiner Einführung in Deutschland allein über 400.000 Mal.

Während der chemische Muntermacher nur für die Standfestigkeit von des Mannes liebsten Körperteil gedacht ist, fördert das asiatische Bio-Potenzmittel auch das Empfinden der Frau. So ergaben Studien, dass über 90 Prozent der Testpersonen nach Einnahme der asiatischen Kräuterkapseln eine enorme Steigerung ihrer sexuellen Lust verspürten. Die neue Liebesformel, die frischen Schwung in die deutschen Betten bringen soll, verstärkt den Blutstrom in die Genitalien, erweitert die dortigen Blutgefäße und entspannt gleichzeitig die Muskeln im Bereich des Beckenbodens. Die Probanden berichteten von einem über mehrere Stunden anhaltenden „intensiven Erregungszustand am ganzen Körper“, einer insgesamten Steigerung des körperlichen Wohlbefinden sowie explosionsartigen Orgasmen gepaart mit einer gesteigerten Hingabefähigkeit.

Die Ingredienzien der Uralt-Rezeptur lassen solch frappierenden Wirkungen im ersten Moment kaum vermuten: Hirse, Lakritzwurzel, Makhana, Bocksdorn, Lilinefrucht und Süßkartoffel heißen die natürlichen Zutaten. Hinzu kommen weitere Kräuter mit aphrodisiakischen Eigenschaften und Stoffe, die die Produktion des Sexualhormons Testosteron fördern, welche erwiesenermaßen sowohl bei Männern als auch bei Frauen den sexuellen Appetit spürbar anhebt.

Das Erfolgsgeheimnis der neuen blauen Potenzpille aus den Labors der Uni Shanghai sind nach Ansicht des Ernährungsexperten jedoch nicht allein die Inhaltsstoffe, sondern die Art der Formulierung des Präparates: „Die sogenannte galenische Aufbereitung bestimmt beispielsweise wie schnell das Mittel am Wirkort ankommt, wie lange es dort verbleibt und wie intensiv es wirkt“.
Wichtigstes Verkaufsargument bleibt dennoch die rein pflanzliche Zusammensetzung der asiatischen Lustpille. Untersuchungen des Nationalen Institutes für Öffentliche Gesundheit und Umwelt (RIVM) in den Niederlanden haben nämlich ergeben, dass viele angeblich 100 Prozent natürlichen Alternativen zu den chemischen Erektionshelfern häufig genau deren gleichen Wirkstoff Sildenafil oder chemisch fast identische Imitate enthalten. Die Einnahme dieser nicht verschreibungspflichtigen Bio-Potenzmittel bedeutet jedoch ein unwägbares Risiko vor allem für Männer, die auf nitrathaltige Herzmedikamente angewiesen sind.

Statt auf Chemie-Produkte mit den bekannten Nebenwirkungen wie Übelkeit, Müdigkeit, Depression oder Augenleiden setzten die Forscher in Shanghai deshalb auf natürliche Zusätze wie beispielsweise den Makanastern-Samen. Dieser wird in Asien schon seit Urzeiten als sexuelles Stärkungsmittel verwendet. Die Inhaltsstoffe des Seerosengewächses sind inzwischen in China sogar in der Baby-Nahrung zu finden. „Es gibt kaum einen Stoff“, so Chemiker Yi Zhang, „der einen solch großen Nährwert hat und den Alterungsprozess so verlangsamen kann.“

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