Omega-3-Fettsäuren

Schutz für Herz und Gefäße

Fett ist ungesund! So pauschal ist das nicht richtig.

Es kommt jedoch darauf an, welches Fett wir zu uns nehmen. Fest steht: Omega-3-Fettsäuren tun unserer Gesundheit richtig gut !

Fette sind ein wichtiger Bestandteil unserer täglichen Nahrung. Ihre wichtigste Aufgabe ist es, gemeinsam mit Eiweißen und Kohlenhydraten Energie zu liefern. Fette gelten jedoch auch als Dickmacher und als ungesund, da sie mehr als doppelt so viel Energie wie Eiweiße und Kohlenhydrate liefern. Wenn wir sie unserem Körper im Übermaß zuführen, können Fette tatsächlich viele Erkrankungen verursachen. Doch sie haben – und das wird bei vielen Ernährungsphilosophien oft vergessen - auch lebenswichtige Aufgaben im Körper. So bestimmen Fettsäuren in die Zellwände eingebaut deren Funktionsfähigkeit.  Und: aus Fettsäuren entstehen bestimmte Signalsubstanzen, die Eikosanoide, die das Blutkreislaufsystem beeinflussen.

Es ist also unbedingt erforderlich genauer hinzusehen um zu erkennen: Was nutzt und was schadet meinem Körper. Im Hinblick auf ihren gesundheitlichen Nutzen unterscheiden sich Fette erheblich - je nach den in ihnen enthaltenen Fettsäuren.

Diese Fettsäuren werden in gesättigte und ungesättigte Fettsäuren unterschieden. Sie differenzieren sich in ihrer chemischen Struktur: in der Anzahl ihrer Kohlenstoffatome und in der Zahl der Doppelbindungen im Molekül.

Wichtig und wesentlich ist: Gesättigte Fettsäuren sind – pauschal gesagt – weniger gesund. Sie kommen hauptsächlich in tierischen Lebensmitteln vor und können vom menschlichen Organismus bei Bedarf selbst hergestellt werden. 

Wenn es um gesunde Ernährung geht, spielen die ungesättigten Fettsäuren eine tragende Rolle. So ist in Oliven- und Rapsöl die einfache ungesättigte Ölsäure enthalten, die einen Einfluss auf die Funktion unseres Herzen haben soll. Mediziner plädieren daher, mehr Oliven- und Rapsöl für eine „herzgesunde Ernährung“ in der Küche zu verwenden.

In den letzten Jahren gerieten immer mehr die mehrfach ungesättigten Fettsäuren in den Focus von Medizinern und Ernährungswissenschaftler.

Zahlreiche Studien sollen den Nachweis erbracht haben, dass vor allem die Omega-3-Fettsäuren sich auf zahlreiche Risikofaktoren für Herz-Kreislauferkrankungen günstig auswirken. Andere Studien untersuchten ihren Einfluss auf andere Krankheiten wie Rheuma, Morbus Crohn, aber auch auf Hauterkrankungen und Krebs so wie auf die geistige Entwicklung eines Menschen. Experten vermuten jetzt, dass Omega-3-Fettsäuren über ihren Einfluss auf unser Immunsystem tatsächlich das Wachstum von Krebszellen bremsen können.

Bei den Omega-3-Fettsäuren handelt es sich um mehrfach ungesättigte oder essentielle Fettsäuren, das heißt: unser Körper ist auf ihre Zufuhr mit der Nahrung angewiesen. Sie kommen vor allem im Fisch, besonders bei fettreichen Fischsorten wie Lachs, Makrele, Thunfisch oder Hering vor.

Bereits im Jahr 1944 stellte ein englischer Biochemiker, Dr. Hugh Sinclair, fest, dass bei den in Kanada lebenden Eskimos Herz-Kreislauf-Erkrankungen recht selten auftraten. Und das, obwohl sich diese Menschen recht fettreich von Fischen ernähren, kaum Obst oder frisches Gemüse verzehren. Dr. Sinclair vermutete, dass die fischreiche Ernährung eine Art von „Herzschutz“ für die Eskimos sein könnte.  

Heute wissen wir, dass die Eicosapentaensäure (EPA) und die Docosahexaensäure (DHA) – zusammengefasst unter dem Namen Eikosane – tatsächlich das Risiko von Herz- und Gefäßerkrankungen verringern können. Eine Studie ergab, dass sich bei regelmäßiger Einnahme von einem Gramm Eikosanen täglich, über einen Zeitraum von 3 Jahren, das Risiko eines kardiovaskulären Ereignisses (Herz und Gefäße sowie das Herz-Kreislauf-System betreffend) um 15 Prozent verringerte. Die Mortalität (Sterblichkeit) war um 20 Prozent geringer als in einer Placebo-Gruppe.

Doch das ist längst noch nicht alles: Eikosane senken die Blutfettwerte deutlich, verbessern die Durchblutung und senken den Blutdruck. Weiterhin verringern die aus Omega-3-Fettsäuren hervorgegangenen Eikosanoiden die Zusammenballung von Blutplättchen und beugen so der Gefahr von Thrombosen (Blutgerinseln) in den Adern vor.

Das Gesamt-Cholesterin wird gesenkt, vor allem das „schlechte“ LDL-Cholesterin. Dagegen wird das „gute“ HDL-Cholesterin angehoben.

Wie oben bereits erwähnt, kommen Omega-3-Fettsäuren vor allem in den fettreichen Kaltwasserfischen vor. Wer als Vegetarier keinen Fisch verzehren möchte, hält sich an Nüsse, Sojaprodukte und Leinsamen.  Ernährungsexperten weisen darauf hin, dass wir – um gesundheitlich wirksame Mengen an Omega-3-Fettsäuren aufzunehmen – pro Woche zwei Fischmahlzeiten mit mindestens 200 Gramm der Fettfische verzehren müssten. Und würden alle Menschen zweimal die Woche Seefisch futtern, wären die Meerestiere bald ausgestorben. 

Manche europäischen Bevölkerungsgruppen, vor allem die in den mediterranen Regionen, können sich mit dem reichlich Fische-Essen durchaus anfreunden. Aber es ist  nicht unbedingt jedermanns Geschmack. Was liegt also näher, die tägliche Nahrung sinnvoll mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren anzureichern.

Ausgesuchte Nahrungsergänzungen mit Kapseln mit Fischöl, versehen mit hohen Anteilen von Eicosapentaen-Säure (EPA) und Docosahexaen-Säure (DHA), zumeist angereichert mit einigen Milligramm Vitamin E unterstützen unseren Körper und den Organismus in der oben beschriebenen Art und Weise. Interessanterweise sprechen sich Wissenschaftler mittlerweile dafür aus, dass werdende Mütter in der Schwangerschaft und in der Stillzeit viel Seefisch und Meeresfrüchte verzehren sollten.  

Und das Babykost generell mit DHA anzureichern sei. Ein einfacher Intelligenz- und Sehtest bei Einjährigen mit DHA-reicher Babynahrung soll deutlich bessere Ergebnisse erbracht haben als in einer Gruppe mit DHA-armer Kost.

Es ist also nie zu früh, sich um wirklich gute Nahrungsergänzung zu kümmern. Vor allem in den derzeit noch herrschenden „Fast-Food-Zeiten“, dominiert von Mc Donalds & Co.