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Die Wandlung eines „Sündenbocks“
Liebe Grenzenlos-Leser, die meisten Entscheidungen in unserem Alltag treffen wir anstatt mit Herz und Seele, mit unserem Intellekt. Zum weit überwiegenden Teil sind unsere Handlungen nach dem Nützlichkeitswert ausgerichtet. Wer aber ohne Herz und Verstand Urteile fällt, der wird bald erfahren, dass auch seine zwischenmenschlichen Beziehungen kopflastig sind. Die Liebe und die Harmonie bleiben oft - zu oft - auf der Strecke, wenn wir anstatt im Herzen, im Kopf sind, wenn wir einseitig denken und handeln. Es gibt mehrere Wege die Kraftzentrale in uns zu erreichen. Das Einschränken der oft unkoordinierten Gedankenflut kann durch Konzentration, oder ein innigliches Gebet oder durch Meditation erreicht werden. Sie alle führen zu unserer geistigen Kraft und Mitte, wenn wir uns ihrer bedienen. Jeder kann und sollte sich seinen eigenen Weg zur Selbstverwirklichung suchen, denn jeder ist seines Glückes Schmied. Für mich ist das Positive Denken der erste und schnellste Schritt, sich von negativen Gedankenenergien zu trennen. Erich Fromm gibt in seinem Buch “Haben oder Sein“ eine ähnliche Trennungslinie zwischen positivem und negativem Leben. Er teilt die Menschheit in Haben- und Sein-Menschen. Diejenigen, die nur haben wollen - von der Umwelt und den Mitmenschen - sind in der Überzahl. Nur einer kleineren Zahl genügt das einfache Sein, das Da-Sein. Sie sind die Natur- und Gottverbundenen - und sie sind Vorboten einer neuen Gesellschaft in einer jetzt beginnenden neuen Zeit. Nur wer in Harmonie mit seiner geistigen Kraft, also seine Mitte lebt, lebt wirklich. Aktivieren Sie dieses Zentrum in sich und beginnen Sie, Ihr Tagesdenken für die neuen Qualitäten Ihrer Gedanken empfänglich zu machen. Befreien Sie sich von altem Ballast, anstatt sich täglich neuen aufzubürden. Befreien Sie sich von falschen Vorstellungen, orthodoxer, veralteter religiöser Philosophie. Das ist so einfach wie das kleine Einmaleins. In Harmonie mit Ihrem Unbewussten stehen Sie in höchstem Schutz. Denn Einssein mit sich bedeutet gleichermaßen Einssein mit Gott und das ist alles was es zu erreichen gilt. Wenn Sie mit Gott sind, wer könnte dann wieder Sie sein? Die große Kraft, die jetzt noch in ihrem Unterbewusstsein auf ihr erwachen wartet, ist jedem egoistischem Streben unendlich überlegen. Sie allein kann Sie in jene beglückenden Bereiche des Lebens erheben, in der Sie sich geborgen fühlen, vor Sorgen vor Krankheit und vor Not. Vielleicht ist es noch ein bisschen Weg dorthin, die Reichweite dieser Aussage ganz zu verstehen. Ein Fallbeispiel aus meiner Praxis wird Ihnen jedoch weiter helfen: Eine Sekretärin mittleren Alters richtete einmal die Frage an mich, ob ich ihr aus ihrer schlimmen Lebenslage helfen könne. Sie sei der Sündenbock der Firma in der sie arbeitete. Jeder mache sie verantwortlich, wenn irgendwo etwas schief ginge. Daraus hatte sich im Laufe der Zeit die Sorge entwickelt, dass ihr Chef eines Tages die falschen Anschuldigungen ernst nehmen und sie entlassen könnte. Ich konnte ihr nicht gut erklären, dass sie mit ihrer Stellung als “Fehlerdepot“ in ihrer Firma in sozialpsychologischer Sicht eine hochwichtige Gemeinschaftsfunktion erfüllte. Das schwarze Schaf einer Arbeitsgruppe wird sehr selten gefeuert. Jeder - auch der Chef - braucht es, um seine Schuldgefühle und Aggressionen abzuladen, die er nicht selbst zu tragen bereit ist. Der Sekretärin hätte diese Überlegung wenig geholfen. Ich musste ihr vielmehr helfen, ihr Verhalten, das sie zum Sündenbock werden ließ, zu ändern. In ihrer Hilflosigkeit gegenüber ungerechten Beschuldigungen hatte sie sich eine halb jammernde, halb keifende Art der Entgegnung angewöhnt, die ihrer Glaubwürdigkeit nicht gerade zuträglich war. Vor allem musste sie vorrangig ihr Selbstwertgefühl entwickeln. Ihre Gedanken an ihre guten Fähigkeiten wurden mit folgenden Meditationstexten aufgebaut: “Ich bin gesund und voller Harmonie. Tiefe, Ruhe und Zuversicht erfüllen mich. Ich bin sicher und erfolgreich bei meiner Arbeit. Ich bin geborgen in der unendlichen Kraft meines Unterbewusstseins, die mein Leben bestimmt und mich glücklich und zufrieden macht. Mit Liebe und Zuneigung denke ich an meine Kollegen und alle anderen Mitmenschen, mit denen ich harmonisch zusammenarbeite. Ich danke dem Schöpfer für die Fülle und den Reichtum am Erleben, am inneren und äußeren Glück, an dem ich teilhaben kann.“ Diese Affirmationen sollte sie mehrmals am Tage laut wiederholen. Wenn nötig, genügte das Lesen in stiller Hingabe. Ich erklärte ihr, je tiefer sie den Sinn dieser Worte in ihr Gemüt aufnehmen würde, je plastischer und je bildhafter sie sich die Auswirkung ihrer “Vision” ausmale, umso schneller würde sie an sich eine grundlegende Veränderung bemerken. Drei Wochen später erzählte sie mir beim Abschiedsgespräch, ihre Kollegen würden sie jetzt schon fragen, was mit ihr geschehen sei. Ob sie wohl einen Liebhaber hätte, man könne sich gar nicht mehr richtig mit ihr herumstreiten. Sie war sich in der Tat schnell ihres Eigenwertes bewusst geworden. Die aufblühende Harmonie in ihr strahlte auf ihre Umwelt und verhinderte nun schon im Vorfeld weitere Konfrontationen. Ein halbes Jahr brauchte sie insgesamt, um ihre Aschenputtel-Position zu verlassen. Ihre Ruhe und Ausgeglichenheit zogen nun andere Ratsuchenden an. Die ehemalig hänselnden Kollegen suchten nun Hilfe bei ihr. Der Chef äußerte eines abends mit einem lachenden Auge, und wohl auch einem kleinen Rückfall in “alte” Zeiten, seine “neue“ Sekretärin hätte ihm einen Sanatoriumsaufenthalt erspart. Jene Kollegen, die in ihr bisher den Sündenbock und Blitzableiter suchten, mussten nun beginnen, bei sich selber hin zu sehen. Schuldgefühle sind nicht einfach weg, weil sich im Außen etwas ändert, ein Bösewicht wandelt sich nicht durch einen anderen Anzug. Er lebt nur kurzfristig in der Einbildung, sein Gewissen befreit zu haben und dann ist bald alles wieder beim alten. Alle guten Wünsche für Sie, wenn auch Sie sich auf den Weg des positiven „Umwandelns“ begeben ! Herzlichst, Erhard F. Freitag Dieser Text wurde, mit freundlicher Genehmigung von Erhard F. Freitag, aus seinem Buch „Sag ja zu Deinem Leben“, erschienen im Goldmann-Verlag, entnommen. Informationen zur Arbeit von Erhard gibt es auf www.efreitag.com |