Über die „Macht“ der Suggestion
und wie wir sie für uns nutzen können !

 

Liebe Grenzenlos-Leser,  

 ....Ein anderer Fall psychischen Leids bot die 24jährige Elvira B., die den zweiten Selbstmordversuch hinter sich hatte als sie zu mir kam. Sie wollte sich diesmal aus Liebeskummer umbringen, weil ihr Freund sich von ihr getrennt hatte. Nach Ende des Krankenhausaufenthaltes kam sie, noch geschwächt und tief deprimiert, zu mir in die Praxis.  Ihr Grundproblem war Eifersucht. In der Zeit des Zusammenseins mit ihrem Verlobten durfte er außer ihr kein anders weibliches Wesen mehr beachten. Schon ein freundliches Wort zu einer Kellnerin brachte sie außer Fassung. Nachts testete sie durch eine Reihe von Anrufen, ob er auch tatsächlich zu Hause war.

Jede Minute forschte sie tagsüber nach, die er nicht in seinem Büro verbrachte. Dem jungen Mann musste wohl angst und bange geworden sein, wenn er an eine Zukunft an der Seite dieses Mädchens dachte. Er tröstete sich mit einer Bürokollegin, die sich ihrer Persönlichkeit sicherer war.

Eifersucht gehört, zusammen mit Haß, Neid und Missgunst, zu den vier stärksten, und destruktivsten mentalen Giften, die wir entwickeln können. Es ist ein so totales Bekenntnis fehlender Selbstsicherheit und masslosen Besitzstrebens, dass der oder die damit Verfolgte die absolute Gewissheit erhält, sich an einen höchst unzulänglichen Menschen gebunden zu haben. Eifersüchtige mobilisieren alle ihre Kräfte, um andere an sich zu binden.

Dadurch erreichen sie meist aber genau das Gegenteil. Elvira musste wohl einiges in ihrer Jugend die Ent-wicklung zur echten Liebesfähigkeit genommen haben. Eifersucht ist nur eine Idee von der Liebe, wie Krishnamurti sagt, nicht die wahre, tiefe Zuneigung von der die “Rede” ist. So war auch ihr Selbstvertrauen verkümmert, einem anderen reine Liebe schenken zu können - das wollte sie wohl, aber das konnte sie nicht. Sie suchte nur den Liebesbeweis des anderen um sich “gut” zu fühlen. Haben wollen, ohne zu geben ist aber immer eine Sackgasse und wir müssen umkehren wenn wir weiter wollen!

Elvira suggerierte sich tagsüber mehrmals: “Ich bin offen für die unendliche Kraft meines Unterbewusstseins, die mich aus der Mitte meines Wesens durchstrahlt. Ich fühle, wie mich neue Lebenskraft durchströmt und kräftigt. Alle meine Vorhaben gelingen mir leicht und sicher. Ich höre nur auf meine innere Stimme, die mir die Gewissheit gibt, richtig und gut zu handeln. Ich liebe mich selbst. Ich bin voller Harmonie. Alle meine Gefühle sind klar und rein und liebevoll auf meine Mitmenschen ausgerichtet. Ich weiß, dass jeder Mensch einen göttlichen Kern besitzt, und fühle die Verbundenheit zu den anderen Seelen. In mir ist tiefe Ruhe und Harmonie. Ich unterscheide falsche, eigensüchtige Gefühle und echte seelische Verbundenheit zu anderen Menschen. Geborgen ruhe ich in meiner Mitte. Diese innere Sicherheit begleitet mich zu einem positiven, glücklichen und erfolgreichen Leben.“

Nach der Behandlung hatte Elvira Fuss gefasst in ihrem neuen Leben und sie bedankte sich, dass sie endlich einen Halt in sich selbst entdeckt hatte. Die Zeit wird zeigen was sie aus sich machen wird. Rückfälle gehören zum Leben, doch sollten wir unermüdlich immer wieder von vorne beginnen, wenn es nötig ist.

Herzlichst,

Erhard F. Freitag


Dieser Text wurde, mit freundlicher Genehmigung von Erhard F. Freitag, aus seinem Buch „Sag ja zu Deinem Leben“, erschienen im Goldmann-Verlag, entnommen. Informationen zur Arbeit von Erhard gibt es auf www.efreitag.com