|
Geld allein macht selten glücklich
Liebe Grenzenlos-Leser, Die unterste Stufe menschlicher Existenz findet ihren Gegenpol nicht in materiellem Reichtum. Armut ist niemals gottgegeben, sondern basiert auf einer falschen Vorstellung von Gott und der Welt. Die Fülle, die das irdische Leben bieten kann, ist für alle da. Andererseits ist die Lebensqualität eines weltlich reich Begüterten keineswegs mit Lebensglück gleichzusetzen. Wenn die Harmonie eines Menschen zu seiner Seelenwelt gestört ist, dann hilft ihm aller Reichtum der Welt nicht mehr. “Was nützt dem Menschen aller Reichtum der Welt, wenn er an seiner Seele Schaden nähme” heißt es in dem Bibelwort. Sich alles Materielle leisten zu können, heißt noch nicht, sich alles leisten zu sollen. Fehlender Ethos, und geistige Leere kehren die besten Anlagen eines Menschen oft in ihr Gegenteil. Vor einigen Jahren bat mich der Leiter eines großen Werkes zu einer Privatsitzung in seine Räume. Er wollte nicht in meine Praxis kommen, um nicht auf dem Wege zu einem Psychotherapeuten gesehen zu werden. Es ging um seinen Sohn und um seine Frau: Der Sohn war drogenabhängig, seine Frau ein ständiger Krankheitsfall. Sie erpresste ihren Mann zu Besuchen in dem Sanatorium, in dem sie sich wieder einmal aufhielt. Plötzlich - und zu beliebigen Nacht- oder Tagzeiten - rief sie ihn an und verlangte sein sofortiges Kommen. Sein geschäftiges Berufs- und Reiseleben verfolgte sie mit Eifersucht und Hass. Ich begann, ihn selbst zu befragen und erkannte schnell die typischen Zeichen eines “Workoholikers”, der sich in Arbeit flüchtet um nicht hinsehen zu müssen. Die Beziehungen zu seiner Familie waren, vereinfacht ausgedrückt, auf das Ausfüllen der monatlichen Schecks beschränkt. Einseitiges, reines Erfolgsdenken hatte ihn zum Sklaven seines Berufs gemacht und sein Familienglück blieb auf der Strecke. Nach einem ausführlichen Gespräch bat er schließlich um eine Behandlung. Ich versuchte, Geist, Leib und Seele in ihm wieder zu harmonischem Dreiklang zu vereinen. In vielen Sitzungen konnte ich ihm helfen seinem Sohn und seiner Frau liebevolle, kraftgebende Gedanken zu senden und ihrer aller Lebensweg für wichtiger zu halten, als sich im Geldverdienen zu verlieren. Die Ruhe und Harmonie, die ich ihm mit Hilfe von positiven Affirmationen vermitteln konnte, brachten für ihn überwältigende neue Erfahrungen. Seine stressbedingte, ständige Anspannung, verlor alsbald wie von allein ihre Macht über sein Verhalten. Aus leichter Hand gelangen ihm nun Entscheidungen, die er sich früher fast immer zeitraubend erarbeiten musste. Vor kurzem erhielt ich von diesem Direktor eine Urlaubskarte. Es war ein froher Gruss, auch von seiner Frau, deren psychosomatische Krankheitszustände seit der Wandlung ihres Mannes verschwunden waren. Herzlichst, Erhard F. Freitag Dieser Text wurde, mit freundlicher Genehmigung von Erhard F. Freitag, aus seinem Buch „Sag ja zu Deinem Leben“, erschienen im Goldmann-Verlag, entnommen. Informationen zur Arbeit von Erhard gibt es auf www.efreitag.com |